Allgemeine Berichte | 07.07.2017

Ortsgemeinde Thür gewinnt 2. Platz beim Gebietsentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017

Thür ist ein Musterbeispiel für generationenübergreifendes Handeln

Nach dem 1. Platz im Kreisentscheid 2016 hat die Gemeinde die Zeit bis 2017 genutzt, um ihre geplanten Vorhaben zu realisieren

Der offene Bachlauf an der Kirche fand bei der Kommission große Anerkennung. Fotos: FRE

Thür. Beim Gebietsentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ hat die Ortsgemeinde Thür es in der Sonderklasse auf den zweiten Platz geschafft. Den ersten Platz belegt die Gemeinde Merkelbach aus dem Westerwaldkreis. Bei den Sonderklassen handelt es sich um Gemeinden, die bereits erfolgreich an diesem Wettbewerb teilgenommen hatten. Nachdem Thür 2012 beim Kreisentscheid den 1. Platz belegte, hat die Gemeinde die Zeit bis 2017 genutzt, um ihre geplanten Vorhaben wie zum Beispiel die Weiterentwicklung der Neubaugebiete, die Einrichtung der Streuobstwiesen und den Bachlauf im Ortskern zu realisieren.

„Erfolgreiche Verbindung von Innovation und Tradition“

„Blick aktuell“ sprach mit Ortsbürgermeister Rainer Hilger. Blick aktuell: „Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt man sich als Bürgermeister nach einem solch bemerkenswerten Sieg?“ Darauf Rainer Hilger: „Ich freue mich ebenso wie alle meine Mitstreiter, ohne deren Engagement die Umsetzung der zahlreichen Neuheiten nicht möglich gewesen wäre. Wir hier in Thür können alle stolz auf das sein, worauf immer mehr Menschen aus der Region ihr Augenmerk richten. Dass sich dies letztendlich auch dahingehend auswirkt, dass noch nie so viele Menschen hier in Thür wohnen wollten, wie derzeit, ist nur ein Punkt. Ich denke, das Geheimnis unseres Erfolges ist die Tatsache, dass wir Innovation und Tradition erfolgreich miteinander verbinden. Selbstverständlich werden wir auch in Zukunft versuchen, die Lebensqualität für unsere Bürgerinnen und Bürger stetig zu optimieren.“

Bei der Bewertung stützte die Prüfungskommission sich auf die Entwicklungskonzepte und die wirtschaftlichen Initiativen der 1.450 Einwohner zählenden Gemeinde. Wörtlich heißt es hier: „Die Feierlichkeiten und Aktivitäten zum 900-jährigen Bestehen der Gemeinde Thür im Jahr 2012 waren eine Initialzündung für die Entwicklung der Gemeinde. Wer Thür heute besucht, findet inzwischen eine Vielzahl abgeschlossener Projekte vor und gleichzeitig aktuelle Vorhaben, die sich in der Entwicklung oder im Bau befinden.

So wird derzeit schnelles, zukunftsfähiges Glasfaser-Internet im Gemeindegebiet ausgebaut. Thür betreibt eine aktuelle und informative Homepage, mit der das Dorf auch Werbung in eigener Sache macht. Der Ausbau eines Bolzplatzes in der Nähe des am Ortsrand gelegenen Kindergartens wird derzeit vorbereitet. Er soll Jugendmannschaften und zu bestimmten Zeiten auch dem Kindergarten zum Toben dienen. Eine neu eröffnete Bäckerei und verschiedene Hofläden tragen zur Versorgung der Bevölkerung bei. Das kleine Gewerbegebiet an der B256 bietet derzeit knapp 50 Arbeitsplätze im Dorf. Oberstes Ziel ist es, die Gemeinde zu einem attraktiven Standort zu entwickeln, wo man wohnen und vielleicht auch arbeiten kann. Dabei besteht zusätzlich die günstige Lage, da Thür nicht weit vom Mittelzentrum Mayen entfernt liegt.“

Die Gemeinde zu attraktivem Standort entwickeln

Zum bürgerschaftlichen Engagement sowie zu den sozialen und kulturellen Aktivitäten heißt es in der Beurteilung: „Kindergarten und Schule bilden einen Kristallisationspunkt für das wichtige bürgerschaftliche und soziale Engagement. Aus Sicht der Dorferneuerung ist der Erhalt von Kindergärten und Grundschulen in den Gemeinden ein ganz wichtiger Baustein. Thür ist ein Musterbeispiel für generationenübergreifendes Handeln. In die Weiterentwicklung des Dorfes werden die Bürger regelmäßig mit einbezogen.

Für die Kommunikation der Bürger untereinander stehen mehrere Räumlichkeiten, wie das Schützenhaus oder die Dorfscheune zur Verfügung. Viele Vorhaben sind auch hier nur durch die Unterstützung des Ehrenamtes möglich geworden.“

Abwechslungsreiche bauliche Räumen

Zur Baugestaltung und -entwicklung heißt es: „Ein von Schülern und Erwachsenen gestalteter Film über Thür gibt einen guten Überblick über die Entwicklung der Gemeinde in den vergangenen Jahren und die Schwerpunkte der Dorferneuerung. Den baulichen Höhepunkt in Thür stellt der Orts-Mittelpunkt mit seinen abwechslungsreichen baulichen Räumen, mit vielen kleineren, unterschiedlich gestalteten Bereichen dar.

So gelangt man beispielsweise über eine Wiese als „grüne Mitte“ in einen räumlich umgrenzten Platzbereich vor der Dorfscheune, die im Inneren eine angemessene, dörflich gelungene architektonische Lösung darstellt. Die Gemeinde ist vom regionalen Naturstein Basalt, von Lava und Schieferdächern geprägt.

Dies stellt einen unverzichtbaren Wert für die Identität des Ortes dar. In den ortsbildprägenden Gebäuden finden sich bewusst ins Natursteinmauerwerk gesetzte Fenster.

Angemessene Gauben stehen auf den Dächern. Es ist schön, wenn die Häuser zusätzlich durch Pflanzen bereichert werden. Auf einem Rundgang durch den Ort finden sich schön gestaltete Brunnen, die auf den Wasserreichtum des Ortes hinweisen, sowie ein angemessen gestaltetes Denkmal, das an die Holocaustopfer aus Thür erinnert und von einer ortsansässigen Steinmetzin entworfen und errichtet wurde.“

Sehr hoher Artenreichtum – besonders in der Vogelwelt

Auch die Grüngestaltung, bzw. „Das Dorf in der Landschaft“ stieß bei der Kommission auf eine positive Resonanz: „Die Thürer Wiesen, einschließlich der spektakulären Beweidung mit Wasserbüffeln, führen zu einem erstaunlich hohen Artenreichtum besonders in der Vogelwelt. Die oberhalb der Gemeinde neu angelegte Streuobstwiese mit vielen alten Apfel- und Birnensorten wird in einigen Jahren dazu einladen, das geerntete Obst auch zu nutzen. Sie bedarf allerdings der regelmäßigen Pflege.

Ein gelungenes Beispiel stellt der örtliche Friedhof mit dem „Garten der Erinnerung“ dar, der auf Anregungen der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz zurückgeht“, so die Kommission, die ihre Gesamtbeurteilung wie folgt formuliert: „Die Gemeinde Thür wird kontinuierlich zu einem attraktiven Wohnstandort entwickelt. Sie vermittelt durch die Verwendung regionaltypischer Baustoffe einen eigenständigen Charakter. Besonders gut gelungen ist die räumlich abwechslungsreiche und interessant gestaltete Ortsmitte.“

FRE

Der offene Bachlauf an der Kirche fand bei der Kommission große Anerkennung. Fotos: FRE
Die Fahrt mit einem originellen „Setra“-Bus war für die Gastgeber und die Kommission ein tolles Erlebnis.

Die Fahrt mit einem originellen „Setra“-Bus war für die Gastgeber und die Kommission ein tolles Erlebnis.

Auch die ehrenamtlich angelegte Streuobstwiese beeindruckte die Kommission.

Auch die ehrenamtlich angelegte Streuobstwiese beeindruckte die Kommission.

Der neu gestaltete Thürer Dorfbrunnen war bei der Besichtigung durch die Kommission eine von vielen Stationen.

Der neu gestaltete Thürer Dorfbrunnen war bei der Besichtigung durch die Kommission eine von vielen Stationen.

Der offene Bachlauf an der Kirche fand bei der Kommission große Anerkennung. Fotos: FRE

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