Gedenkfeier für den verstorbenen Ehrenbürger und Stadtdirektor a.D. Heinrich Kalenberg
Tiefe Betroffenheit und Trauer
Rheinbach. In einer beeindruckenden Gedenkfeier für den verstorbenen Ehrenbürger der Stadt Rheinbach, Stadtdirektor a.D. Heinrich Kalenberg in der Pfarrkirche St. Martin, kamen noch einmal im Beisein der Familie Kalenberg, Freunde, langjährige Wegbegleiter, Vertreter der Stadt, Verwaltung, Politik und Gesellschaft zu einem letzten Abschied zusammen. Auch aus der Partnerstadt Deinze und Villeneuve-lez-Avignon waren Gäste angereist, um von Heinrich Kalenberg Abschied zu nehmen. Sie alle waren gekommen, um dem Ehrenbürger und ehemaligen Stadtdirektor Heinrich Kalenberg zu gedenken, der am 30. März in seinem Urlaubsort in Österreich plötzlich und unerwartet verstorben war. Die Bedeutung seines Wirkens für „seine Stadt Rheinbach“ wird bereits mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft am 28. August 1995, der höchsten Auszeichnung der Stadt Rheinbach, unterstrichen.
Werdegang
Nach seinem zweiten Staatsexamen wurde der damals 30-jährige Assessor Heinrich Kalenberg am 25. Juni 1963 in der Ratssitzung gewählt und am 1. September 1963 wurde er Stadtdirektor der Stadt Rheinbach. Dabei stand er sofort vor schwierigen Aufgaben. Stand doch im Jahr 1969 die kommunale Neuordnung mit der Auflösung des Landkreises Bonn an. Stefan Raetz nannte die seinerzeit getroffene Personalentscheidung des Rates als „segensreich für die Stadt Rheinbach.“ Heinrich Kalenberg wurde durch Wahlen am 17. März 1975 und am 4. Mail 1987 jeweils wiedergewählt und blieb Stadtdirektor bis zu seinem Ausscheiden am 31. August 1995. In seiner Zeit wurden weitreichende, noch heute sichtbare Entscheidungen getroffen, die das heutige Rheinbach in seiner Gesamtheit ausmachen. Die Sanierung der Rheinbacher Türme, die Sichtbarmachung der alten Stadtmauer, die Umgestaltung der Wälle zu funktionsfähigen Parkplätzen, die Errichtung des Freizeitparkes sind nur einige Beispiele für das unermüdliche Ringen Kalenbergs für „seine“ Stadt. In seiner 32-jährigen Tätigkeit als Stadtdirektor hat er nicht nur für Projekte gekämpft, sondern „er hat sich auch gegen Fehlentwicklungen gestemmt, die von außen kamen“, betonte Stefan Raetz. So gelang es ihm, mit seinem Durchsetzungsvermögen und mit der Unterstützung von Bürgervereinen die Anlegung eines Luftlandeplatzes und einer Giftmülldeponie in unmittelbarer Stadtnähe abzuwenden. Statt Schließung des Krankenhauses „Maria Hilf“ in Rheinbach wurde durch seine Einflussnahme das Krankenhaus ausgebaut und saniert. Die außerordentlichen Verdienste und das Engagement für die Stadt Rheinbach wurden bereits in seiner aktiven Dienstzeit am 29. August 1984 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. 1995 wurde er als Dank der Bürgerinnen und Bürger für seine Leistungen als Stadtdirektor zum Ehrenbürger der Stadt Rheinbach ernannt. Seine tiefe Betroffenheit über den Tod von Heinrich Kalenberg spürte man an fast jeder Stelle der Rede des Bürgermeisters. Sichtbar um Fassung bemüht, sagte er: „Auch ich habe einen persönlichen Lehrmeister und Ratgeber verloren. Vor über 20 Jahren war ich sein Erster Beigeordneter. Das waren in jeder Hinsicht interessante Jahre“.
Ein Mann, der keine großen Worte liebte
Der Persönlichkeit Heinrich Kalenbergs widmete der Ehrenbürger und ehemalige Bürgermeister der Stadt Rheinbach, Dr. Hans Schellenberger, seine Ansprache. Er vermittelte der Trauergemeinde ein Bild der Persönlichkeit Heinrich Kalenbergs aus seiner jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit dem Stadtdirektor. Er schilderte den Heinrich Kalenberg als einen Mann, der keine großen Worte liebte, keine Pathetik und der nicht gern auf „allen Hochzeiten tanzte“. „Er war bescheiden in seiner ganzen Lebensführung“, betonte Dr. Hans Schellenberger. Trotz unweigerlicher Auseinandersetzungen zwischen Rat und Verwaltung verlor Kalenberg nie seine Linie. Auch die Doppelspitze habe hervorragend funktioniert, beschrieb Dr. Hans Schellenberger die Zeit, als er mit ihm als Bürgermeister zusammengearbeitet hat. „Er hat sich nie in den Zuständigkeitsbereich des Bürgermeisters eingemischt“. Das wohl aussagekräftigste Bild der Persönlichkeit von Heinrich Kalenberg gab Dr. Hans Schellenberger mit einer kleinen Episode wieder: „An seinem allerletzten Diensttag kam ich in sein Büro und fand ihn hinter seinem Schreibtisch, der voll mit Akten war. Auf meine verwunderte Frage, ob es nicht Zeit sei, seinen Schreibtisch zu räumen, erklärte er mir, dass er noch bis zum Abend Besprechungen angesetzt hätte“. Der ehemalige Bürgermeister schloss seine Ansprache mit den Worten: „Ich bin dankbar, ihn gekannt und mit ihm gearbeitet zu haben. Vor seinem Lebenswerk verneige ich mich“. Mit dem anschließenden Entzünden der Kerzen konnten alle Anwesenden persönlich von Heinrich Kalenberg Abschied nehmen .
