Allgemeine Berichte | 27.07.2023

ADFC fordert weiter den Bau eines Geh- und Radweges entlang der K57

Tödlicher Unfall auf K57: Kreis will Tempo 70 anordnen

Symbolbild. Foto: Pixabay

Wachtberg. Der Rhein-Sieg-Kreis will auf Vorschlag des ADFC auf der Kreisstraße 57 durchgehend Tempo 70 anordnen. Das hat Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster als erste Konsequenz nach dem schrecklichen Unfall auf der K57 zwischen Gimmersdorf und Villip in einem Brief an den ADFC-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg angekündigt. Am Montag, 3. Juli, war eine Autofahrerin auf der K57 zwischen Gimmersdorf und Villip auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit zwei Radfahrerinnen zusammengestoßen. Die 17-Jährige wurde tödlich verletzt, ihre 16-jährige Schwestern wurde schwer verletzt. Die beiden Mädchen kamen vom Reiten und waren unterwegs nach Hause. Die K57 ist die einzige Verbindung zwischen beiden Orten, einen begleitenden Geh- und Radweg gibt es nicht. An der Unfallstelle ist Tempo 100 erlaubt. Die Unfallfahrerin war mit offenbar mit hohem Tempo unterwegs.

Landrat Schuster reagierte diese Woche auf ein Schreiben des ADFC Bonn/Rhein-Sieg vom 14. Juli, in dem der ADFC sich für durchgehend Tempo 70 ausspricht und kritisiert hat, dass es trotz der Forderungen der Gemeinde und des ADFC seit 20 Jahren nicht gelungen ist, an der K57 einen Geh- und Radweg anzulegen. In seiner Antwort teilt der Landrat mit: „Für die K 57 ist hier – neben einer Modifizierung der Kurvenbeschilderungen – auch eine Harmonisierung der zulässigen Geschwindigkeit auf durchgehend 70 km/h vorgesehen.“

Der Sprecher der ADFC Ortsgruppe Wachtberg, Andreas Stümer, begrüßt diese nach Ansicht des ADFC längst überfällige Entscheidung. „Wir appellieren an den Kreis, die angekündigten Maßnahmen zügig umzusetzen.“ Dies entbinde den Kreis aber nicht von der Verpflichtung, alles dafür zu tun, dass an der K57 so bald wie möglich ein ordentlicher Radweg gebaut werden kann, so Stümer. „Es handelt sich um eine direkte Verbindung zwischen zwei Wachtberger Ortsteilen, für die es derzeit keine Alternativen für den Rad- und Fußverkehr gibt. Mit dem Hinweis auf Grunderwerbsprobleme darf nicht länger auf den Bau der notwendigen Radverkehrsinfrastruktur verzichtet werden“, fordert der ADFC-Sprecher.

Nach Ansicht des ADFC ist es in den meisten Fälle wohl eher einer Frage des Geldes, das die Baulastträger für den notwendigen Grunderwerb in die Hand zu nehmen bereit sind. „Wo es an rechtlichen Voraussetzungen für beschleunigte Planfeststellungen, Bebauungspläne oder Flurbereinigungsverfahren zum Grunderwerb für Radinfrastruktur fehlt, müssen diese vom Gesetzgeber schleunigst geschaffen werden“, so der 2. Vorsitzende des ADFC-Kreisverbands, Bernhard Meier.

Fassungslosigkeit und Trauer waren die ersten Reaktionen des ADFC Bonn/Rhein-Sieg nach dem schrecklichen Verkehrsunfall am 3. Juli, bei dem eine 17-jährigen Radfahrerin tödlich und ihre 16-jährigen Schwester schwer verletzt wurde. Die polizeilichen Ermittlungen zum Unfallhergang sind noch immer nicht abgeschlossen, ein Sachverständiger hat einen technischen Defekt am Fahrzeug der Unfallverursacherin inzwischen ausgeschlossen.

So schrecklich dieser Unfall ist, er kam leider nicht unerwartet. Seit Jahrzehnten ist die K57 in Wachtberg als äußerst gefährlich bekannt. Die Forderung nach einem begleitenden Fuß- und Radweg wurde und wird in nahezu jeder Diskussion über die Situation des Radverkehrs in Wachtberg erhoben. Bereits 2004 gab es im Zusammenhang mit dem Ausbau dieser Straße konkrete Forderungen der Gemeinde Wachtberg und des ADFC nach einem straßenbegleitenden Radweg entlang der Kreisstraße. Nach Aussage des Rhein-Sieg-Kreises konnte der Grunderwerb hierfür mit den Grundstückseigentümern jedoch nicht realisiert werden und der Radweg verschwand aus den Planungen.

Pressemitteilung

ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Symbolbild. Foto: Pixabay

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