Stadtwerke Neuwied Prinzenwiegen: Zwei Obermöhnen und fünf Prinzenpaare
Tollitäten in Popcorn, Chips und Kamelle aufgewogen
Insgesamt kamen 2.836 Kilogramm an qualitativ hochwertigem Wurfmaterial zusammen
Neuwied. Zentnerweise Kamelle, Schokolade, Popcorn und Chips schleppten die Neuwieder Tollitäten vergangene Woche aus der Wagenhalle der (SWN) mit in ihre Stadtteile. Zum zehnten Mal hatte die städtische Gesellschaft zum Prinzenwiegen eingeladen. Ein Jubiläum im närrischen Sinne war das natürlich nicht. „Das ist im nächsten Jahr, dem Elften soweit“, verriet die Geschäftsfeldleiterin Energiewirtschaft.
Stadtwerke verwöhnten die Närrinnen und Narren
Andrea Haupt kündigte damit gleichzeitig die Fortsetzung des Prinzenwiegens im kommenden Jahr an. Die Karnevalisten werden sich freuen. Fast siebenhundert hatten die Einladung am vergangenen Mittwoch angenommen und feierten gemeinsam. Die Veranstaltung bei den Stadtwerken ist so ziemlich die einzige, bei der alle Neuwieder Karnevalsvereine zusammen kommen. Und keiner der Aktiven braucht etwas vor, auf oder hinter der Bühne zu tun. Die Stadtwerke verwöhnten die Närrinnen und Narren in der prächtig dekorierten Narhalla mit viel Musik, einem tollen Programm und kümmerten sich um das leibliche Wohl. Sozusagen als Dankeschön für die große ehrenamtliche Arbeit, die in den Vereinen geleistet wird. „Als kommunaler Energieversorger und Tochterunternehmen der Stadt ist die Unterstützung der Vereine vor Ort nicht bloß Pflicht, sondern eine Herzensangelegenheit“, stellte SWN Direktor Stefan Herschbach fest. Andrea Haupt ergänzte: „Die SWN fördern Traditionen wie den Karneval ohnehin ganzjährig und möchten mit etwas Wurfmaterial die Karnevalisten entlasten“. Insgesamt wurden 2.836 Kilogramm zur Verfügung gestellt. Andrea Haupt unterstrich, dass dabei nicht Masse vor Klasse ging. Stattdessen spendierten die Stadtwerke qualitativ hochwertiges Wurfmaterial, was auch von der Straße aufgehoben wird. Erstmalig sind Fruchtgummi aus fairen Handel darunter. Auch Prinz Markus I. die spitze Feder von der Ehrengarde (Schröder) und Prinzessin Michaela I. vom Römerkastell am Wiedesstrand (Bayer) hatten bereits bei der Proklamation angekündigt, Produkte aus fairen Handel unter das Narrenvolk zu bringen. Gut zwei Stunden musste sich das Neuwieder Prinzenpaar gedulden, bis es als letztes auf die Waage durfte.
Das Wiegen der Tollitäten
Als Erstes waren die drei Kinderprinzenpaare dran. In dieser Session regieren in Feldkirchen Prinz Bastian I. von Holz und Span (Korch) und Prinzessin Timea I. von Bürger & Büro (Schneider), in Heimbach-Weis Prinz Marty (Engel) und Prinzessin Ann-Cathrin (Becker) und in Oberbieber Prinz Manuel Herrscher der sieben Weltmeere (Grass) und Prinzessin Paulina I. die stürmische Piratenbraut (Thon).
Zwischen dem Wiegen der Tollitäten hatten die Programmmacher echte Stimmungsgranaten platziert. Für Staunen sorgte der Auftritt des Männerballetts Martinself aus Rübenach mit der „Miss Marionette Wahl 2020“. Die fünfzehn Männer zeigten sich derart beweglich, flink und choreografisch stark, dass sie ohne Zugabe nicht von der Bühne gelassen wurden. Die Gülser Seelöwen sind zwar fast schon Stammgäste. Trotzdem überraschte die Showtanzgruppe von der Mosel einmal mehr. Mit aufwendigen Kostümen und toller Schminke tanzten sie auf ein Potpourri eiskalter Lieder mit hämmernden Beats. Zum Abschluss schwebte die Eiskönigin über allen. In diesem Jahr waren die Karnevalisten aus dem Flecken wieder dabei.
Die Engerser Obermöhn Anja von der flinken Nadel (Weber) war eine von zwei Obermöhnen an diesem Abend. Die andere war Obermöhn Nadine (Kröll) aus Heimbach-Weis. Überhaupt stellten die Gecken aus der Karnevalshochburg das Gros der Tollitäten beim Prinzenwiegen. „Ich schätze mal so hundert Kilo ohne Orden“, flunkerte der Heimbach-Weiser Prinz Michael I. (Glück), als der Waagenmeister das Kommando zum Beladen gab. Kurz vor dem Höhepunkt der Session waren die Tollitäten schon reichlich mit Orden behangen.
Ähnlich erging es zu später Stunde Stefan Herschbach. Als Dankeschön für den schönen Empfang wurde der SWN Direktor von den Gästen vielfach dekoriert. Eingebettet war das Programm des 10. Prinzenwiegens in flotter Livemusik. Die Knochelecker aus Engers brachten die Karnevalisten in Stimmung. Nach dem Wiegen des Neuwieder Prinzenpaares ließen „Brass on Spass“ den Abend stimmungsvoll ausklingen.
FF
Knapp siebenhundert Karnevalisten aus allen Stadtteilen waren der Einladung der SWN gefolgt.
Eine echte Überraschung mit äußerst gelenkigen Tänzern war das Männerballett Martinself auf Rübenach.
