Allgemeine Berichte | 09.05.2017

Jagd-Reiter-Club Eifel e.V.

Traditionelle Schleppjagd lockte eine Vielzahl an Teilnehmern

Thomas Lühring vom Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. überwindet ein Hindernis.privat

Oberzissen. Der Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. lockte anlässlich seiner traditionellen Frühjahrsschleppjagd wieder eine Vielzahl an Jagdreiterinnen und Jagdreitern sowie Interessierte in die Metropole des rheinländischen Jagdreitsports ins Brohltal nach Oberzissen – und das bei besten äußeren Bedingungen.

Zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – laden bereits seit den 90er Jahren die Oberzissener Jagdreiter traditionell zur Schleppjagd hinter einer Meute ein.

Weit über Rheinland-Pfalz hinaus, ist die Oberzissener Schleppjagd ein fester Bestandteil in der Terminplanung vieler Jagdreiter. In diesem Jahr konnten wiederholt Gäste aus Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Hessen begrüßt werden.

Insgesamt 62 Jagdreiter/innen aus Nah und Fern trafen sich bei besten Bedingungen - zunächst ab 13 Uhr in der Oberzissener Schützenhalle, um bei einem ausgiebigen „Eifler-Buffet“ die Grundlagen für die Jagd zu legen. Pünktlich um 15 Uhr waren dann alle auf dem Abreiteplatz, einer großen Wiese am Sportplatz in Oberzissen, versammelt, um gemeinsam die fordernde Strecke anzugehen.

Traditionell angemessen gekleidet, empfing die gesamte Reiterschar zunächst die Jagd-Equipage der Vogelsberg-Meute aus Brachttal-Spielberg in Hessen und ließ deren 30 quirlige Beagles, unter Führung des Huntsman Hans Nimrichter, in ihre Mitte einziehen. Dieses wunderschöne Spektakel wurde würdevoll durch die Niederzissener Jagdbläsergruppe musikalisch eingerahmt.

Zwei Felder standen für die Schleppjagd zur Verfügung

Nach einer kurzen Begrüßung und Ansprache durch Jagdreiter Thomas Lühring, ging es in zwei gut organisierten, jagdreiterlichen Feldern auf die Jagdstrecke in die Wälder rund ums schöne Galenberg.

Das Springerfeld wurde dabei geführt von Thomas Lühring aus Burgbrohl in Begleitung der Pikörin Susanne Rozek aus Oberzissen. Das zweite Feld lag in der Verantwortung von Petra Schütz aus Oberzissen, unterstützt von den Pikören Anette Lühring aus Burgbrohl und Michaela Krieger aus dem Westerwald. Das gesamte Feld wurde angeführt durch die „Schleppenleger“. Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen in diesem Jahr die Jagdreiterinnen Sandra Kraut aus Niederdürenbach sowie Laura Walscheid aus Karweiler. Sie ritten allen voran und legten die Spur für die Jagdhunde, die ihnen über insgesamt knapp 16km Strecke immer „dicht auf den Fersen“ waren. Geritten wurden neun Schleppen, das sind angelegte, teiljagdliche Abschnitte, die mit hohem reiterlichen Geschick zu bewältigen waren und mit einer Vielzahl von teilweise anspruchsvollen Hindernissen im Wald und auf der Wiese gespickt waren und überwunden werden mussten. Insgesamt konnten Reiter und Pferd ihr Können an 20 Hindernissen, über die gesamte Jagdstrecke verteilt, messen.

Die Schleppjagd steht in keinem Verhältnis zur Hetzjagd

Seit 1934 ist in Deutschland die „Hetzjagd hinter lebendem Wild“ gesetzlich verboten und kein deutscher Jagdreiter, insbesondere keiner aus dem Jagd-Reiter-Club Eifel e.V., bedauert das. Die Schleppjagd von heute unterstreicht in hohem Maße die reiterliche Ausbildung im Gelände: „In schnellem Tempo reiten, denken und handeln“ war schon das Motto des Jagdstalls der Kavallerieschule Hannover seit 1866. Dieses reiterliche Ideal hat sich auch der Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. zum Grundsatz gemacht.

Der einvernehmliche Dreiklang zwischen Tier, Natur und Mensch steht beim Jagdreiten im Vordergrund. Es gibt bei der Schleppjagd keinen „ersten Platz“ oder „Sieger“, denn der Weg ist das Ziel und die Gemeinschaft sowie die gemeinsamen Erlebnisse der Jagdreiter/-innen mit ihren Pferden, der Hundemeute, vereint in der Natur ist die Belohnung. Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich in Deutschland zunehmend die „Schleppjagd auf künstlicher Fährte“ als reitsportliche Alternative entwickelt. Die Streckenführung ist damit bestimmbar und kann den jeweiligen Witterungsbedingungen sowie dem Zustand der Felder und Wiesen angepasst werden. Die Auswahl von natürlichen Hindernissen im Gelände ist beliebig möglich und der Schwierigkeitsgrad kann durch zusätzlichen Hindernisbau im Gelände völlig variabel gestaltet werden.

Für den Hindernisbau in dieser Jagdsaison waren Ludwig Bregenzer, Michael Nolden, Heinz Daum, Laura Walscheid sowie Arvid und Thomas Lühring vom Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. zuständig. Alle Beteiligten waren sich nach dem Jagdende einig, dass die Jagdausrichtung dem unterschiedlichen Können von Pferd und Reiter gerecht wurde und eine Vielzahl von Möglichkeiten zu bieten hatte.

Auf der Jagdstrecke selber gab es glücklicherweise keine ernsthaften Stürze – alle Reiter/innen und Pferde konnten unversehrt die Jagd bis zum Schluss vollenden. Nachdem der letzte sogenannte Halali-Sprung genommen war, beglückwünschten sich alle Jagdreiter/-innen gegenseitig zu Pferde und dankten für die gute Schleppjagd.

Dann ging es noch retour auf den Abreiteplatz zur Schützenhalle nach Oberzissen, wo den Hunden für die erfolgreiche Schleppjagd mit dem Curée, bestehend aus frischem Rinderpansen, gedankt wurde. Anschließend empfingen alle Jagdreiter-/innen den persönlichen Dank aus den Händen von Martina Adams und Michael Nolden, die den traditionellen Bruch, einen gebunden Tannen-/Eichenzweig, als Zeichen dafür überreichten, dass die Jagd bis zum Ende erfolgreich mitgeritten wurde.

Unterstützende Jagdklänge der Jagdbläsergruppe

Begleitet wurde dieser Abschluss wiederum mit wundervollen Jagdklängen der Jagdbläsergruppe aus Niederzissen, die auch während der gesamten Jagd die jagdreiterliche Gesellschaft mit ihrem Können unterhielten.

Nachdem die Pferde versorgt waren, die durchweg gute Leistungen in dem teilweise sehr anspruchsvollen Gelände gezeigt hatten, trafen sich Jagdreiter/-innen, Zuschauer und Gäste zum „Schüsseltreiben“, dem Ausklang der Jagd, in der Oberzissener Schützenhalle, wo die ein oder andere Jagdreiterszene nochmals in entspannter Atmosphäre ausgewertet wurde.

Zusammenfassend ein tolles und gelungenes Event, was allen Pferdesport-Begeisterten sicher nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Ermöglicht wurde dieses Event vom DRK, der Oberzissener Feuerwehr, den Ortsgemeinden Oberzissen und Galenberg sowie den Besitzern von Wald und Feld, die genutzt werden durften.

Thomas Lühring vom Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. überwindet ein Hindernis.Foto: privat

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