Cochems Partnerstadt Yizhou lädt nach China ein
Traditionelles Moselweinfest im Land des Lächelns?
Cochem. Reichlich Geschenke für die Gastgeber sollte die Cochemer Delegation ins Land des Lächelns mitnehmen, wenn sie denn der Einladung ihrer chinesischen Partnerstadt Yizhou im April kommenden Jahres folgen möchte. Jene neuen Partner waren nämlich zu ihrem Cochemer Antrittsbesuch Ende August dieses Jahres großzügig mit Präsenten für die Moselaner aufgetreten, was im Reich der Mitte bekannterweise zum guten Ton gehört.
Dementsprechend sieht sich auch Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz mit einer noch in Planung befindlichen Besucherdelegation aus der Kreisstadt in der Pflicht, wenn man der Gegeneinladung von Yizhou im Frühjahr folgt.
Letztere traf unmittelbar nach dem Besuch der neuen chinesischen Partner in Form einer Urkunde ein, worin die asiatischen Gastgeber laut Lambertz einen besonderen Wunsch an ihre Moselfreunde richten. Im Rahmen eines einmonatigen Festivals zu Ehren der legendären chinesischen Sängerin „Liu“, zu dem im April in Yizhou bis zu drei Millionen Besucher erwartet werden, hätte man gerne von den Cochemern ein Weinfest ganz nach moselländischer Art mitgebracht. „Ungewöhnlich, aber vielleicht machbar“, äußerte sich Lambertz nach einem ersten Beratschlagungstermin im Rathaus, zu dem sich neben Weinbaupräsident Rolf Haxel und Weinkönigin Lisa Laux auch Markus Breitscheidel und seine Lebensgefährtin Chunlin Singh eingefunden hatten.
Letztgenannte hatten nicht nur im Vorfeld für die gelungene Kontaktaufnahme und die Vorbereitung der heutigen Städtepartnerschaft zwischen Cochem und Yizhou verantwortlich gezeichnet, sondern halten sich aktuell auch dort auf, um sich die Begebenheiten vor Ort anzuschauen. „Die Chinesen denken in ganz anderen Dimensionen“, wissen der Cochemer Hafenmeister Breitscheidel und Chunlin Singh aus Erfahrung zu berichten. Einen ganzen Fragenkatalog nebst „To-do-Liste“ haben sie für ihre Sondierungsreise dabei, die sie für eine Planung des beabsichtigten Cochemer Gegenbesuchs abarbeiten wollen. „Wie sind beispielsweise die Zollbestimmungen für die Einfuhr von Wein nebst entsprechendem Ambiente? Wie können Zahlungen vorgenomm?en werden? Wie sind die Möglichkeiten einer Unterbringung? Wer fährt mit nach Yizhou?“ Diese und viele andere Fragen tauchen auf, wobei Breitscheidel und Singh sich sicher sind, passende Antworten für eine gute Lösung zu finden.
Dass künftig mehr Gäste aus China an die Mosel kommen, dessen ist man sich seitens der Moselaner nach Besiegelung der Partnerschaft mit Yizhou sicher. „Dem muss man auf jeden Fall in Zukunft Rechnung tragen“, ist der einhellige Tenor unter den Offiziellen. Natürlich erhofft man sich neben einer guten Verständigung auch einen neuen Absatzmarkt für den Moselriesling.
Der Weinkonsum in China steigt laut Studie stetig, wobei die Einheimischen derzeit überwiegend Wein aus Italien und Frankreich konsumieren. Mit dem Besuch und einer ansprechenden Präsentation des Moselweins vor Ort könnte diesbezüglich ja demnächst eine Veränderung eintreten.
TE
