Allgemeine Berichte | 24.05.2024

Zwischen Ettringen und Dornes in Frankreich ist einst eine wunderbare Partnerschaft entstanden

Traditionelles Treffen an Pfingsten in Ettringen

54 Personen waren aus Frankreich zum Pfingsttreffen in Ettringen angereist.  Fotos: BS

Ettringen.Im wahrsten Sinne des Wortes „Hand in Hand zur Freundschaft“. Frankreich ist heute Deutschlands wichtigster Partner in Europa. Doch das gegenseitige Misstrauen überwanden die Länder nach dem Zweiten Weltkrieg nur langsam – mit Verträgen und großen Gesten von besonderer Symbolkraft. Ob Konrad Adenauer 1963 mit Charles de Gaulle beim Elysée Vertrag in der Kathedrale von Reims, oder später am, 22. September 1984, Helmut Kohl Hand in Hand mit Francois Mitterand auf dem Soldatenfriedhof von Verdun. Es dauerte nach dem Krieg fünf Jahre, bis Ludwigsburg und Montbéliard die erste Deutsche Städtepartnerschaft aufnahmen. Am 29.5.1966 schloss der Ort Ettringen/Eifel und Dornes in Burgund partnerschaftliche Freundschaft. Das war schon ein großes Ereignis. Viele Ettringer werden sich noch daran erinnern, als sich der damalige Ettringer Ortsbürgermeister Ernst O. Müller und sein französischer Amtskollege, der Bürgermeister von Dornes, Hubert Gontard, 1966 bei der Kranzniederlegung am Ettringer Ehrenmal die Hand reichten. Diese Geste hatte dann, auch im dörflichen kleinen Rahmen gesehen, einen Hauch von großer Politik. Eine „Jumelage“ die unser Landrat, Dr. Alexander Saftig, einmal mit den Worten „Wenn etwas so lange und so gut hält wie diese Freundschaft zwischen Ettringen am Hochsimmer und dem französischen Dornes in Burgund, dann ist dies wirklich eine „Partnerschaft der Herzen“. Und diese Partnerschaft hatte ihre „Väter“. Neben Ernst. O. Müller agierten Karl Heinz Weiler, Erasmus Bäsch, Ernst Schmitz oder Günter Lenz, um das hehre Vorhaben zum Erfolg zu führen. Künstlerische Arbeiten wie zum Beispiel der große Partnerschaftsstein für Dornes in Burgund wurde von Manfred Arft, dem Heimat liebenden Ettringer Künstler, der seine „steinreiche“ Region über alles liebte, gleich zu Beginn der Freundschaft erschaffen. Seit damals, als sich der Deutsche, Ernst Otto Müller und der Franzose, Hubert Gontard, voller Symbolkraft die Hände reichten und dann am Abend dieser ereignisreichen Begegnung die Partnerschaftsurkunde unterschrieben, begannen die Meilensteine einer wunderbaren Freundschaft, die durch viele Gleichgesinnte auf beiden Seiten immer am Leben gehalten wurde. „Deshalb sind unsere Partnerschaftstreffen, ob nun in Dornes oder in Ettringen so unheimlich wichtig“, betonten die jeweiligen Ortschefs immer wieder. Viele Ettringer Freunde könnten mit ihren Erzählungen über die schönen Erlebnissen in Dornes Bücher füllen. Und den Französischen Freunden geht’s sicherlich genau so“. Die turnusmäßigen „Wiedersehen“, wie nun das diesjährige an Pfingsten waren auf beiden Seiten immer wieder schön. Pünktlich, um 11.30 Uhr rollte der Bus an Pfingstsamstag mit den französischen Freunden unter dem Jubel der Gastgeber am Ettringer Gemeindehaus an. Man hatte alles gerichtet, damit sich die Gäste mit Speis und Trank nach der langen Fahrt stärken konnten. Einige Familien waren im Vorfeld bereits mit dem PKW angereist. Insgesamt waren es 54 Personen, die zum Treffen in das Dorf mit Herz kamen. An ihrer Spitze Maire Gauthier mit Gattin. Ab 19 Uhr fand der Begegnungsabend, in froher, gemütlicher Runde in der Hochsimmerhalle statt. Und der Original Ettringer Spießbraten mundete allen sehr. Alte Bekannte hatten sich viel zu erzählen, und der Nachwuchs rückt Gott sei Dank im Sinne dieses hehren Partnerschaftsgedankens nach. Nach den sonntäglichen vielfältigen Unternehmungen der Gastgeber mit ihren Gästen, unter anderem im Deutschen Schieferbergwerk, oder zum Mayener Pfingstmarkt, stand der Festabend in der „Guten Stube“ der Ettringer an. Die Beigeordnete der Ortsgemeine Ettringen, Anne Krämer-Wendel, hatte die ehrenvolle Aufgabe der offiziellen Begrüßung übernommen. „Die Freundschaft zwischen Dornes und Ettringen, die seit 1966 besteht, ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Stärke und Bedeutung europäischer Beziehungen. Diese langjährige Partnerschaft hat bei einigen Familien zu fast familiären Bindungen geführt. Tiefe Freundschaften sind entstanden. Auch für den inneren Zusammenhalt unserer Gemeinde war und ist diese Partnerschaft wichtig. Wenn auch manchmal politisch verschiedene Meinungen herrschten, so war man sich in Ettringen über lange Jahre einig, dass der Kontakt zu unseren französischen Nachbarn ein gemeinsames bedeutsames Projekt ist und der Stärkung Europas dient. Die Beigeordnete hob hervor, dass viele von uns diese Beziehungen schon seit langen Jahren pflegen würden. Das Engagement jedes Einzelnen zählt und die gemeinschaftliche Gestaltung dieser Treffen ließ jede Begegnung zu einem ganz besonderen Fest werden. „Ich durfte mit meinen Eltern schon als kleines Mädchen an dieser Partnerschaft teilnehmen und erinnere mich an viele schöne Begegnungen in Dornes und Ettringen. Umso mehr freut es mich, dass diesmal wieder eine Gruppe junger Franzosen unser Dorf besucht um mit uns allen zusammen dieses Pfingstwochenende zu verbringen. Für mich ist es von besonderer Bedeutung, dass diese Begegnungen über Generationen hinweg in den Familien stattfinden. Jung und Alt treffen sich an diesem Wochenende hier im Dorf am Hochsimmer. Nirgendwo sonst kann man so viel über die Kultur und die Lebensgewohnheiten eines anderen Landes lernen.“ Die engagierte Ettringerin wird dieses Treffen zum letzten Mal in ihrer Funktion als Beigeordnete der Gemeinde organisieren, vergaß aber nicht den Dank an alle Mitstreiter hüben und drüben in den Orga Teams. Deshalb freue ich mich besonders, dass Alexander Weber, der neue Bürgermeisterkandidat, heute Abend hier ist. Er möchte die Partnerschaft gerne weiter begleiten. Darüber bin ich sehr froh, so die Beigeordnete am sonntäglichen Festabend nach der Begrüßung von Maire Jean Luc Gauthier, seiner Gattin Collette, Altbürgermeister Udo Mülhausen, Frau Maria Weiler, der Gattin des verstorbenen Altbürgermeisters Karl Heinz Weiler, und vieler weiterer Gäste. Der zur Zeit einzige Ettringer Bürgermeisterkandidat, Alexander Weber, dankte für die Ehre der Einladung und betonte: „Diese Partnerschaft ist nicht nur eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Dörfern, Dornes und Ettringen, sondern auch eine immense, von Erfahrung und Kultur beflügelte, Freundschaft zwischen ihren Bewohnern. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, dies mit ganzer Kraft zu fördern und zu erhalten“, so Weber. Für Lukullisches war reichlich, durch das hervorragende Catering der Metzgerei Mülhausen, gesorgt. Neben kühlen Getränken, oder erlesenen Weinen gab´s unter anderem: Plateau de poisson, Rouleau de jambon oder Assiette de charcuterie, auch Köstliches wie Lasagne aux Légumes, Saumon á la sauce á l´aneth, Róti de boeuf, Tranchée de dinde aux curry, Mousse au Chocolat, oder gar eine Plateau de fromage. Es war ein Abend der Lebensfreude, mit viel Spiel, Spaß und Guter Laune, Was wollte man mehr. Für Blick aktuell, hatte Anne Krämer-Wendel noch eine persönliche Anekdote parat: „Als unsere Kinder klein waren, haben die zu mir gesagt. Mama, wenn´s mal Krieg gibt, fahren wir nach Dornes, da haben wir Freunde. Die können uns beschützen“. Man könnte diese Freundschaft wunderbar beschreiben: Es war ein Satz aus einem Brief des ehemaligen Dorner Maire, Hubert Gontard, vor vielen Jahren an seinen damaligen Amtskollegen Ernst Otto Müller aus Ettringen. Gontard schrieb: „Wir mögen zwar älter geworden sein, aber aufrichtig wie eh und je, glauben wir an die Zukunft der Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern, die einst die führenden Nationen in einem vereinten Europa sein sollten. Im Jahre 1966, als wir mit 72 Personen zum ersten Male zu Ihnen kamen, hatten einige vielleicht auch gewisse Bedenken. Ich werde aber nie die vielen Tränen vergessen, die bereits nach zwei Tagen des Miteinanders beim Abschied vergossen worden sind. Diese Tränen überzeugten mich, das wir gerade etwas Gutes und Großes vollbracht hatten und das wir mit dieser Partnerschaft auf dem richtigen Weg waren, einem Weg, auf dem wir unbedingt weitergehen sollten“. Wahre Worte, denen nichts mehr hinzuzufügen ist. Übrigens, 2026 ist es soweit. Dann steht das 60 jährige Jubiläum an. BS

Ab 19 Uhr fand der Begegnungsabend, in froher, gemütlicher Runde in der Hochsimmerhalle statt. Alte Bekannte hatten sich viel zu erzählen, und der Nachwuchs rückt, Gott sei Dank, im Sinne dieses hehren Partnerschaftsgedankens nach.

Ab 19 Uhr fand der Begegnungsabend, in froher, gemütlicher Runde in der Hochsimmerhalle statt. Alte Bekannte hatten sich viel zu erzählen, und der Nachwuchs rückt, Gott sei Dank, im Sinne dieses hehren Partnerschaftsgedankens nach.

Viele Ettringer werden sich noch daran erinnern, als sich der damalige Ettringer Ortsbürgermeister Ernst O. Müller und sein französischer Amtskollege, der Bürgermeister von Dornes, Hubert Gontard, 1966 bei der Kranzniederlegung am Ettringer Ehrenmal die Hand reichten.

Viele Ettringer werden sich noch daran erinnern, als sich der damalige Ettringer Ortsbürgermeister Ernst O. Müller und sein französischer Amtskollege, der Bürgermeister von Dornes, Hubert Gontard, 1966 bei der Kranzniederlegung am Ettringer Ehrenmal die Hand reichten.

(v.r.) Maire Jean Luc Gauthier, Altbürgermeister Udo Mülhausen, Collette Gauthier, Beigeordnete Anne Krämer Wendel und Andreas Wendel.

(v.r.) Maire Jean Luc Gauthier, Altbürgermeister Udo Mülhausen, Collette Gauthier, Beigeordnete Anne Krämer Wendel und Andreas Wendel.

54 Personen waren aus Frankreich zum Pfingsttreffen in Ettringen angereist. Fotos: BS

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