Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft
Traditionelles Verhaften belebt den Karneval
Erpel. Seit fast 60 Jahren hat das „Verhaften“ in Erpel Tradition. Die Uniformierten der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft 1905 e.V. kontrollieren die Erpeler Bevölkerung auf korrekte Kostümierung, närrische Stimmung und für den Karnevalszug angemessen geschmückte Häuser.
Am Samstag vor dem großen Karnevalsumzug, 10. Februar besuchen die Erpeler Stadtsoldaten, unterstützt von Prinzengarde, Ehrengarde und Elferrat, die Häuser verdächtiger Anwohner. Im Namen ihrer Tollität Prinzessin Marita I. werden bei festgestellten Verfehlungen noch vor Ort Haftbefehle ausgestellt. Mögliche Gründe sind z.B. eine fehlende Kostümierung, ein nicht ausreichend karnevalistisch geschmücktes Haus, das Nichttragen eines verliehenen Ordens oder Meckern und Mucken. Auch Verstöße und Auffälligkeiten in der Vergangenheit werden berücksichtigt.
Bei besonders schweren Vergehen werden die Delinquenten vor das „Hohe Gericht“ geführt, das im Verhaftungslokal „Om Maat“ tagt. Zum Glück für die Angeklagten gelang es in der Vergangenheit fast immer, sich durch entsprechende „Schmiergeldzahlungen“ an das Gericht oder die Infanterie freizukaufen. Ob das Hohe Gericht, bestehend aus den Richtern Werner Henneker, Hansi Freund, Uwe Kochems, Dieter Beschoner, Jörg Buchmüller und Andreas Schwager, auch in diesem Jahr wieder beide Augen zudrückt, wird sich am Samstag, den 10. Februar ab 14 Uhr in der Gaststätte „Om Maat“, Marktplatz 6 in Erpel zeigen.
Wer es den Soldaten von vornherein etwas schwerer machen möchte, einen Grund für die Festnahme zu finden, ist eingeladen, sein Haus für den Straßenkarneval mit Ortsfahnen, rot-weißen Wimpeln und Luftballons zu schmücken. Auch eine ausreichende Verpflegung der Soldaten und Gardisten ist immer willkommen. BA
