Kulturwerkstatt Remagen
Trio Everson begeisterte mit ausgesuchten Stücken
Ob „Summertime“ von George Gershwin, „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock oder „Haifisch“ von Kurt Weil in der Version von Rammstein - jeder Geschmack wurde getroffen
Remagen. Schon zum dritten Mal traten sie in der Kulturwerkstatt, dem alten Jugendheim, auf.
Und schon zum dritten Mal begeisterte das Trio Everson mit Frank von Häfen am Klavier (Synthesizer), Heike Schuh am Saxophon (Klarinette) und Andreas Wahl am Schlagzeug und am Marimbaphon, einem hölzernen Schlagstabspiel, das auf afrikanische Vorläufer zurückgeht.
Über 70 Fans, darunter auch einige Schüler und Eltern aus der Musikschule von Frank von Häfen, ließen sich das Konzert des Trio Everson nicht entgehen. „Es ist eines der wenigen Male, wo die Musikschüler uns mal hören können. Meistens treten die Musikschüler in Konzerten auf“, erläuterte Frank von Häfen. Schön zu sehen war dann auch, wie die jungen Musikschüler, eine Sechsjährige saß in der ersten Reihe und war kaum zu bremsen, bei den einzelnen dargebotenen Stücken des Trio Everson auch mitgingen. Toll war auch die Zusammensetzung der Musikinstrumente mit unterschiedlichen Saxophonen, dem Marimbaphon oder Schlagzeug und dem Klavier auch mit Synthesizer. „Damit decken wir alle Frequenzen ab“, erläuterte von Häfen. Sehr schön war auch die Auswahl der Stücke. Ob Eigenkompositionen oder Klassik, wie die Bourreé in e-moll, ein berühmtes Gitarrenstück aus der Feder von Johann Sebastian Bach, ob Cantaloupe Island, ein Jazzstandard von Herbie Hancock, das erstmals 1964 veröffentlicht wurde, das Trio Everson spielte eine ganze Reihe ausgesuchter, aber auch bekannter Stücke, mit dem ganz eigenen Klang der vom Trio Everson eingesetzten Instrumente. Beim „Haifisch“, der Moritat von Mackie Messer, getextet von Berthold Brecht und vertont von Kurt Weil aus dem Theaterstück „Die Dreigroschenoper“ von 1928 griff das Trio die Band Rammstein auf, ließ aber auch kurz das Original aufblitzen. Begeistert wurde auch der Rocksong „Baker Street“ von Gerry Rafferty aus dem Jahr 1978 aufgenommen. Besonders das bekannte Saxophon-Solo, fantastisch intoniert von Heike Schuh, gibt dem Lied seinen hohen Wiedererkennungswert. Überhaupt galt den vier Saxophonen von Heike Schuh große Aufmerksamkeit. Beim „Csárdás“, der vermutlich bekanntesten Komposition des italienischen Komponisten Vittorio Monti, dessen musikalische Basis ein ungarischer Tanz ist, griff Heike Schuh zum Bariton-Bass. „Ist das Stück nicht schon schwierig genug, so muss Heike Schuh bei diesem Monster von Instrument auch noch schwer tragen, denn das Bariton-Sax hat immerhin ein Gewicht von siebeneinhalb Kilogramm“, erläuterte Frank von Häfen. Das Fast-Solo von Heike Schuh wurde ergänzt mit einem kurzen rasantschnellen Schlagzeugeinsatz von Andreas Wahl.
Das Publikum war begeistert
Mit „Summertime“ von George Gershwin spielte das Trio die bekannteste Arie aus der Oper „Porgy and Bess“. Diese Arie wurde als eigenständiges Lied aus der Oper isoliert und entwickelte sich zum meistgecoverten Jazz- und Popstandard aller Zeiten. Das Publikum war einfach hin und weg. Ebenso wie bei der Filmmusik von „Fluch der Karibik“ des Bad Bodendorfer Komponisten Klaus Badelt. Eines wohl der schwierigsten Stücke mit rasantem Tempo war das „Busindre Reel“, bei dem erneut Heike Schuh, dieses Mal am Sopran-Saxophon, glänzte, bestens begleitet von Andreas Wahl am Schlagzeug und Frank von Häfen am Bass-Synthesizer. Für totale Begeisterung hatte gerade auch dieses Stück bei der „Irischen Weihnacht“ im Foyer gesorgt. Mit „Tainted Love“ von Ed Cobb komponiert und in der Version von Soft Cell weltbekannt geworden und der Rockballade „My Immortal“ der amerikanischen Rockband Evanescence brachte das Trio zweite weitere Hits zu Gehör und erntete jede Menge Applaus. „Wir spielen bekannte und beliebte Stücke aus jedem Genre“, erläuterte von Häfen nach dem Konzert. Das Trio spielt seit 2011 und ist als nächstes am 18. März um 15 Uhr in der Kurhalle im Kurpark Bad Neuenahr-Ahrweiler zu hören. „Dort werden wir allerdings ein etwas anderes Programm spielen, abgestimmt auf die Zuhörerschar“, gab Frank von Häfen zum Schluss des Konzerts am Sonntag in der Kulturwerkstatt bekannt.
