Der Rheinbacher Georgsring e.V. unterstützt mit zahlreichen Projekten Arbeitslose und Bedürftige
„Tu Gutes und rede nicht darüber“
Rheinbach. „Tu Gutes und rede nicht darüber“, dies wäre eine treffende Beschreibung des Vereins Georgring e.V. Nicht nur die knappen öffentlichen Mittel, sondern auch die Gesellschaft zwingen zum Nachdenken und Handeln, wie Bedürftigen und Notleidenden geholfen werden kann. Von der Bedeutung her mindestens gleichwertig, ist die Förderung der Arbeit mit dem Nachwuchs, den Kindern und Jugendlichen. Wertevermittlung, Freizeitgestaltung und Bildung stehen dabei im Mittelpunkt der Tätigkeit vieler Organisationen und Vereine. Auch in Rheinbach sind erfreulicherweise viele Bürgerinnen und Bürger, Institutionen und Vereine auf diesem Tätigkeitsfeld aktiv. Zu denen zählt auch der Georgsring e.V., ein Verein, dessen Hauptaufgabe die Förderung der Rheinbacher Georgspfadfinderschaft ist, sowohl ideell, als auch materiell. Darüber hinaus hat der Georgsring weitere Förderprojekte, liebevoll „Töchter“ genannt, in denen sich rund 200 Mitglieder ehrenamtlich engagieren: „Neue Pfade“, „Kallenturm“ und das „Möbellager“. 2012 feierte die Rheinbacher Pfadfinderschaft DPSG ihr 60-jähriges Jubiläum. Neben diesen, vom Ursprung her katholischen Pfadfinderstamm, findet man in Rheinbach noch einen weiteren international anerkannten Pfadfinderverband: die evangelische Pfadfinderschaft VPC, vom Stamm Pfalzgraf Ezzo, 1975 aus einer Konfirmantengruppe gegründet und die Pfadfinder der Freien Evangelischen Gemeinde. Heute spielt die Zugehörigkeit zu einer Konfession bei den Rheinbacher Georgspfadfindern nicht mehr die entscheidende Rolle, erläuterte Merlin Rossbach bei einem Gespräch. Wichtig sind den Georgspfadfindern die Vermittlung christlicher Wertevorstellungen, Achtung der Umwelt, das Übernehmen von Verantwortung und die Toleranz gegenüber anderen Glaubensrichtungen. Heute gehören ihr 34 Millionen Mitglieder an. Der DPSG differenziert seine Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen nach Altersgruppen. Diese Gliederung ist im gesamten DPSG üblich. In der Öffentlichkeit werden diese Pfadfinder das Jahr über eher selten wahrgenommen. Am ehesten verbindet die Rheinbacher Bevölkerung die Pfadfinder mit dem Verkauf von Weihnachtsbäumen auf dem Weihnachtsmarkt. Jedoch ist das Leben bei der Rheinbacher Pfadfinderschaft wesentlich erlebnis- und ereignisreicher, als man annehmen könnte. So findet jährlich ein Zeltlager im Januar „Fett Frostig“ statt. „Zelten im Schnee macht einen Riesenspaß und ist ein großes Erlebnis für die Teilnehmer“, erläuterte Merlin Rossbach. Vor dem gleichen Hintergrund gibt es im Januar eine „Winteräction“. Das große Ereignis ist in jedem Jahr das Pfingstlager für alle Altersgruppen, mit Spiel, Spaß und jeder Menge Action. Ein Sommerlager, ein Herbstlager und viele weitere Tagesprogramme runden das umfangreiche Angebot ab. Im Zuhause der Georgspfadfinder im Kallenturm trifft man sich wöchentlich in sogenannten „Truppstunden“ mit allen Altersstufen. Dabei geht es neben interessanten Infos, Spielen und Unterhaltung auch um die aktuellen Probleme, Vorschläge, Diskussionen und Anregungen der Mitglieder. Zur Truppstunde ist jeder willkommen.
„Neue Pfade“ - die 2. Tochter
Ein nicht weniger bedeutsames Förder-Projekt des Georgsrings e.V., die „2. Tochter“ gewissermaßen, ist das Projekt „Neue Pfade“. Unter dem Namen „Neue Pfade für Jugendliche“ begann im Jahr 2003 eine Initiative, die sich um arbeitslose junge Menschen kümmerte und deren Aussichten für einen Einstieg in das Berufsleben verbesserten. An konkreten Objekten in den Stadtgebieten Rheinbach, Meckenheim, Swisttal, (After, Bornheim) und Wachtberg erhielten Jugendliche die Chance, ihre Fähigkeiten zu testen und auszubauen. Herausragende Projekte dieser Zeit waren die Bergung eines 13 Meter langen Teilstückes der römischen Wasserleitung und die Grabung nach Rheinbachs mittelalterlicher Stadtmauer und deren Teil-Rekonstruktion. Das zu dieser Zeit unterstützende Förderungsprogramm „JUMP PLUS“ endete im Mai 2005. Doch dies hinderte den Georgsring nicht, diese Maßnahmen weiter zu betreiben. Das Projekt „Neue Pfade“, wie es sich nun nennt, wird seitdem in der Form der „Durchführung von Arbeitsangelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“ (1-Euro-Job) weitergeführt und nun auch im größeren Umfang mit älteren Arbeitslosen. Aktuell werden in diesem Förderprojekt circa 55 Langzeitarbeitslose betreut. 35 sind im 1-Euro-Job in den Kommunen tätig. Auch 20 junge Erwachsene mit einem erhöhten Förderbedarf haben bei den Neuen Pfaden ein Zuhause gefunden. Oft steht dabei zunächst die Vermittlung einer Tagesstruktur im Vordergrund, bevor es dann um Qualifizierungen in handwerklichen Grundkenntnissen geht. Die Palette der Tätigkeiten reicht von der Renovierung von Bänken, bis hin zum anspruchsvollen Zaunziehen im Schwesternpark des St. Joseph Gymnasiums. Bisher wurden auf diesem Weg etwa 1.400 Leute betreut. Rund ein Drittel wurde dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Das Nachholen des Hauptschulabschlusses, Aus- und Fortbildungsmaßnahmen gehören zusätzlich zu den Aktionen der Neuen Pfade. Sieben festangestellte Kräfte, acht Honorarkräfte und zwölf Ehrenamtliche sind hier Tag für Tag engagiert. Zusätzliche Unterstützung erhalten die Neuen Pfade auch aus dem Kreis der etwa 1.500 ehemaligen und nun ehrenamtlich tätigen Pfadfinder. Dies ist erfreulich und auch dringend erforderlich, denn das Interesse an diesen Maßnahmen ist nach wie vor hoch.
Möbel für Bedürftige
Damit ist das Engagement des Georgsrings aber noch nicht erschöpft. Als „3. Kind“ mietete der Verein im Jahr 2007 ein Lager an, in dem Gebrauchtmöbel aufgenommen und an Bedürftige wieder abgegeben werden. Dabei geht es nicht um die Annahme von Möbel, die aus Entrümpelungen stammen, sondern die Möbel und Gebrauchsgegenstände sollen noch gut erhalten und gebrauchsfähig sein. Kleinere Reparaturen werden von den ehrenamtlich tätigen Handwerkern ausgeführt. Unter Tel. (0 22 26) 8 09 68 28 kann man einen Termin mit Erwin Welter vom Georgsring vereinbaren, wenn Möbel abgegeben werden sollen. Herr Welter wird dann vor Ort die Möbel in Augenschein nehmen und entscheiden, ob sie gebraucht werden können. In Zusammenarbeit mit allen anderen karitativen Organisationen in Rheinbach wird für eine gerechte Verteilung an Bedürftige gesorgt. Seit kurzer Zeit befindet sich das Möbellager in der Keramikerstraße 11, in den Räumen der ehemaligen Majolika-Fabrik. Mit viel Engagement und zahlreichen freiwilligen Arbeitsstunden hat der Georgsring mit Unterstützung der Stadt, vielen Spendern und Sponsoren in einer Rekordzeit die alten Werk- und Lagerräume der Fabrik für den neuen Verwendungszweck hergerichtet und umgebaut. Auch die Pfarrcaritas, die Kleiderstube, Abenteuer Pur e.V. und die Meckenheimer Rheinbacher Tafel haben nun dort ihr neues Zuhause gefunden. Wie unschwer zu erkennen ist, arbeitet der Georgsring e.V. an vielen „Fronten“, zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger. Der Verein ist natürlich auf eine breit angelegte ehrenamtliche Hilfe, freiwillige Dienstleistungen und Sponsoren angewiesen. Der Vorstand des Georgsrings um Werner Gerhards ist deshalb für jede Unterstützung dankbar. „Die Jugendarbeit vieler Vereine und Organisationen und hier besonders der Georgspfadfinderschaft verdient höchste Anerkennung“, so formulierte es Reinbachs Bürgermeister, Stefan Raetz, anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Georgspfadfinderschaft. Die ehemaligen Pfadfinder blicken voll Stolz und Freude auf das Erreichte zurück. Die heutigen Pfadfinder sind „würdige Nachfolger und tolle junge Leute“, sagte Wilfried Sturm vom Georgsring e.V. und man freut sich über jedes neue Mitglied. Mehr Infos auf den Webseiten: www.georgsring.de und www.kallenturm.de.
In Wanderlagern lernen die Pfadfinder Natur und Umwelt kennen.
Das Zuhause der Georgspfadfinder in Rheinbach ist der Kallenturm. Er wurde in zahlreichen Stunden saniert und renoviert.

