Alt-Miesenheim bekommt seine historische Mitte zurück
Turmsanierung erfolgreich abgeschlossen
Miesenheim. Seit Kurzem ist das Miesenheimer Ortszentrum um ein Schmuckstück reicher: Der frisch sanierte Turm aus dem 12. Jahrhundert kann wieder ohne Gerüst betrachtet werden. Als Abschluss der Sanierung wurde ein goldener Wetterhahn auf dem 26 m hohen Wahrzeichen befestigt. Seit 2017 restaurieren die beiden Neu-Miesenheimer, Dr. Rainer Hart und Andrea Warnecke, das Anwesen Stück für Stück. Parallel zur Sanierung des Turms entstanden im ehemaligen Pfarrhaus zwei Ferienwohnungen. Das Ende der Arbeiten am Miesenheimer Turm nahmen sie zum Anlass, um den Nachbarn, der Gemeinde und den beteiligten Handwerkern zu danken. Dabei übernahm Dr. Klaus Schäfer, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums Andernach, die historische Einordnung des Gebäudes mit durchaus wechselvoller Geschichte. Er dankte Rainer Hart als „neuem Türmer“ dafür, dass er das Bauwerk erhält: „Das muss unser aller Anliegen sein.“
Bei der Sanierung waren lokale Kompetenz sowie hiesige Baustoffe gefragt. Der Mayener Holzbauer Lothar Rosenbaum und seine Mitarbeiter haben das Dachwerk mit Feingefühl für die Geschichte gründlich und gewissenhaft instand gesetzt. Der Kettiger Dachdeckermeister Michael Beuster-Waurig kümmerte sich um den fachgerechten, optisch ansprechenden Neuaufbau des Turmdaches aus Mayener Schiefer in altdeutscher Deckung. Mit der Aufarbeitung des Mauerwerks war die Gebrüder Engel GmbH aus Rieden betraut. Die Spezialisten für Natursteine und Denkmalpflege ersetzten in den vergangenen Monaten baufällige Steine durch solche aus Weiberner Tuff, haben Sandsteinsäulen im Bereich der Fenster erneuert, die Mörtelfugen fachgerecht saniert und das gesamte Mauerwerk gereinigt.
In seiner Ansprache unterstrich Rainer Hart, dass ohne die mannigfaltige Unterstützung aus der Nachbarschaft und der Ortsgemeinde das Projekt nicht realisierbar gewesen wäre. Unter anderem hatte der Bürgerverein MiT Miesenheim im Team e.V. die Restaurierung des Wetterhahns großzügig unterstützt. Der Vereinsvorsitzende Horst Berens brachte im Namen der Anwohner seine Begeisterung zum Ausdruck: „Es verändert sich viel, aber das ist gut so.“ Stellvertretend für die Politik drückte Ortsvorsteher Gerhard Marsberg seine Freude über den „neuen Mittelpunkt von Miesenheim“ aus.
Die teilt auch Roswitha Thon, ehemalige Besitzerin des Anwesens. Sie kam im ehemaligen Pfarrhaus zur Welt und ist glücklich, dass das Gebäude erhalten und genutzt wird.
Horst Berens, Vorsitzender von MIT e.V (links), übergibt den goldenen Gockel zur Montage an Dachdeckermeister Michael Beuster-Waurig. Fotos: privat
