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Ausstellung im Ludwig Museum Koblenz

„Turn on the fire“

Beeindruckende Vernissage - Werke sind noch bis zum 7. Januar zu sehen

14.11.2017 - 16:30

Koblenz. Ruth Baumgarte, 1923 in Coburg geboren, in Berlin aufgewachsen, war nach ihrem Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin ab 1947 freischaffende Malerin und Grafikerin mit ersten Ausstellungen im In- und Ausland. Viele Jahrzehnte lang bereiste sie von ihrem neuen Wohnort Bielefeld aus die Welt. Ab 1980 entdeckte sie ihre Liebe für Afrika. Fünf Länder des Kontinents besuchte sie insgesamt mehr als vierzigmal und oft sehr ausgedehnt. Im Alter von 88 Jahren, ein Jahr vor ihrem Tod im Jahr 2013, gründete die Künstlerin in Bielefeld, wo sie seit 1975 eine eigene Galerie führte, die Kunststiftung Ruth Baumgarte. Zweck der Stiftung, deren Vorsitz ihr Sohn, Galerist und Kunsthändler Alexander Baumgarte, innehat, ist, das künstlerische Lebenswerk von Ruth Baumgarte zu verwalten, wissenschaftlich aufzuarbeiten und es regelmäßig zu präsentieren. Zudem wird seit dem Jahr 2014 alljährlich der mit 20.000 Euro dotierte Kunstpreis Ruth Baumgarte an einen gegenständlich arbeitenden Künstler verliehen. Das Ludwig Museum Koblenz widmet der international anerkannten Künstlerin bis zum 7. Januar die mit „Turn of the Fire“ nach einem Bildtitel benannte Ausstellung mit wichtigen Werken aus ihrem, in rund zwanzig Jahren entstandenen Afrika-Zyklus. Gefördert wird die Ausstellung von der Ruth Baumgarte-Kunststiftung. Nachdem im Museum nur einige Tage zuvor die Ausstellung „Architektur der Erinnerung“ des algerisch-französischen Künstlers Kader Attia eröffnet wurde, der im Jahr 2015 Preisträger des Ruth Baumgarte-Kunstpreises war, sind dort jetzt parallel Schauen zweier Künstler zu sehen, die mit unterschiedlichen Ansatzpunkten „das große Engagement, die große Liebe, die Faszination und vielleicht auch den großen Schmerz“ für Afrika sichtbar machen, wie es Prof. Dr. Beate Reifenscheid, Direktorin des Ludwig-Museums, bei der Vernissage der Ruth-Baumgarte-Ausstellung formulierte. Nach dem Grußwort Dr. Richard Auernheimers, Präsident des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda, das er der Beziehung der beiden Kontinente Afrika und Europa und dem deutschen Afrikabild widmete, wendete sich Alexander Baumgarte an die Besucher. Er zeigte auf, wie die Probleme der Zeit, in der die Arbeiten seiner Mutter entstanden, die Künstlerin berührten und beeinflussten. Ihr Eindruck von dem, sich in gesellschaftlichem und sozialpolitischem Umbruch befindlichen facettenreichen Afrika spiegele sich in ihren Bildern wider.


Auf den Spuren von Paul Klee


Vor allem mit den farbgewaltigen und großformatigen Ölgemälden folgte sie den Spuren von Maler-Kollegen wie Paul Klee oder August Macke, die im 20. Jahrhundert Afrika für ihre Kunst entdeckten und baute die Spuren zu einem eigenen Stil mit mehr kritischen Tönen aus. Baumgarte machte deutlich, dass der Blick seiner Mutter auf Land und Menschen kein fotografischer, sondern eine Imagination gewesen sei, die nach außen gerichtet war. Beate Reifenscheid gab zur Ausstellungseröffnung eine Werkseinführung, beginnend mit dem Hinweis auf den großen Wandel, in dem sich sowohl Afrika als auch seine Kunstszene und Kunstlandschaft derzeit befinden. Von nahezu Nichtbeachtung entwickelt sich die Kunst Afrikas, meist monetär bedingt, in den letzten Jahren zu einer international hoch wertgeschätzten, wie es jetzt auf der Biennale in Venedig einmal wieder deutlich wurde. Ruth Baumgarte sei bei ihren Afrika-Reisen selbst bestimmt unterwegs und von keinerlei voyeuristischer Sichtweise getrieben gewesen. Am Anfang war es wohl pure Neugierde, die sie in die verschiedenen Länder führte. Der zündende Funke sprang über bei ihrem Besuch in Ägypten, ähnlich wie es früher den Malern Klee, Macke und Moilliet erging, als sie Tunesien bereisten. Ruth Baumgartes großes Talent sei es gewesen, Menschen anzuschauen. Genau hinzuschauen. Da entdecke man ringende Hände, die sprechen in ihren Kompositionen. In ihrer expressiven Farbmalerei verbinde sie häufig Menschen und Landschaften miteinander, lasse Formen und Farben verschmelzen. Trotz einer Leichtigkeit, die die Farbgewalt mancher Szene vermittelt, enthalten die Bilder tragische, von Hitze, Arbeit und Feuer getragene Elemente. Die sie betroffen machenden sozialen Unruhen übertrug Baumgarte auf ihre Bilder, indem sie sie düster gestaltete, große Feuer, brennende Hütten und Landschaften auf die Leinwand brachte.


Bei sich selbst angekommen


Auch symbolisches Arbeiten war Bestandteil ihrer künstlerischen Vielseitigkeit. Dem Afrika-Zyklus sei anzumerken, dass die Künstlerin bei sich selber angekommen war. Mit dem Feuer der Landschaft und der Menschen, das sie von Afrika bis Europa in sich trug, ließ sie aus den während der Reisen angefertigten Skizzen ihre Kunstwerke entstehen. „Was nach einem Feuer entsteht, kann noch viel fruchtbarer sein als das, was es vorher war“, führte Reifenscheid die Ansätze der Künstlerin weiter. Der Kontinent sei es wert, beachtet zu werden. Ruth Baumgarte habe mit ihren Afrika-Bildern etwas angedeutet zu einer Zeit, als es noch nicht in Mode war.


Liebeserklärungen an Afrika


Das Kölner Musik-Duo Celsant, Katharina Hoffmann (Cello) und Poolad Torkamanrad (Santur) spielte zur Vernissage Weltmusik-Stücke, die sich stimmungsvoll in das Thema Afrika einfügten. Bevor die Gäste zum Anschauen der Bilder in die Ausstellung entlassen wurden, las die bekannte Schauspielerin Daniela Ziegler Texte des Afrika-Korrespondenten Bartholomäus Grill, des kenianischen Journalisten Binyavanga Wainaina und der südafrikanischen Poetin Lindiwe Mabuza. Liebeserklärungen an Afrika. Ähnliche Gefühle müssen Ruth Baumgarte inspiriert haben zu den farbgewaltigen Ölgemälden, den Landschaften, gelegentlich sich in Abstraktion auflösend, und den Bildern von Menschen in ihren Lebensmomenten. Weniger laut, aber nicht weniger intensiv sind ihre Zeichnungen, einige partiell aquarelliert, und die detailverliebten Aquarelle.


Kuratorenführungen


Ein Besuch der Ausstellung, zu der ein dreisprachiger Katalog erschienen ist, lohnt sich garantiert. Einen anderen Blick auf die Werksammlung vermitteln die Kuratorenführungen am 22. November (Beate Reifenscheid) und am 13. Dezember (Suzana Leu), jeweils um 17 Uhr.

BSB

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Kommentare

Illegale Hundezucht aufgelöst: 136 Tiere befreit

juergen mueller:
Strafrechtlich und mit aller Härte zur Verantwortung ziehen - richtig.Aber nicht nur das.Jeder,der einen Hund,speziell WELPEN zur "Hundesteueranmeldung" bringt,sollte darüber Auskunft geben MÜSSEN,WOHER und von WEM er diesen "erworben/gekauft" hat,damit "illegale" Mehr-Hundezüchtung/haltung überprüft werden kann.Mir ist nicht bekannt,dass sowohl illegale wie auch legale Hundezüchter in irgendeiner Art u.Weise registriert werden/wurden. Und wieso ist dieser Zustand nicht bereits früher aufgedeckt worden?Eine Hundehaltung diesen Ausmaßes lässt sich doch nicht so einfach übersehen/geheimhalten. Und die überflüssige Wortwahl "Eigentumsrechte" von Herrn Klasen passt mal wieder wie die Faust auf`s Auge - nämlich überhaupt nicht.Diese abnorme Form von Hundehaltung/Hundevermarktung überhaupt mit Eigentumsrecht i.V..zu bringen,ist genauso abnorm wie die weit auszulegende,unzureichende gesetzliche Definierung hierzu.
Brunhilde Hildebrandt:
Ich bin sehr froh und dankbar das es trotz allem Menschen gibt die handeln , wenn sie von solchen Zuständen Kenntnis bekommen. Hochachtung an alle die Helfer und Tierärzte. Die "Halter" sollten strafrechtlich mit aller Härte zur Verantwortung gezogen werden!!
Uwe Klasen:
Hier wurde, zu Recht und zum Tierwohl bzw. Tierschutz, in die Eigentumsrechte der, offensichtlich vollkommen überforderten, Besitzer eingegriffen!
Armin Linden:
Die KV. bildet aus. Eine gute dringliche Sache. Auch viele andere "Behörden" sind tätig. Beamtenanwärter werden gesucht. OK. Rest geht in Verwaltung und Fachabteilungen. Finden die jungen Leute also alle einen Job ? Auch Übernahmen ? Teils werden die Behörden immer weiter "aufgebläht". Die "SGD" in Kob. ist bereits eine Mammutbehörde. Die Rentner werden paralell immer jünger. Die BRD "Gutverdiener". Mit "5O" war man vor Jahren "Alt". Mit "6O" - Uralt. (Deutsche Philosophie des Jugendwahn). Dieser ist vor 2O Jahren vollzogen worden. Alternativ wurde die BA. in Nürnberg "Neu" aufgepumpt. Tatsache. Auch die Jobcenter, feierten sich als zusätzliche "Neue Industrie". Ich frage mich: Wo geht die Reise hier hin ! Wer zahlt das auf Dauer alles ?
Uwe Klasen:
Sehr geehrte Mitkommentatoren, ich habe nie behauptet was Sie in meinem Kommentar hinein deuten! Es ist nicht mein Fehler, dass Sie sich, ob ihrer fehlerhaften Interpretation einer Aussage oder einer Meinung, Angegriffen fühlen und deshalb empören!
S. Granzow:
Sehr geehrter Herr Klasen, ich finde es schade, daß Sie sich mit Ihrer Meinung nicht an Fakten orientieren. Tatsache ist, daß jegliches kommunalpolitisches Engagement freiwillig, als Ehrenamt neben Arbeit, Ausbildung oder Schule geleistet wird. Es handelt sich um einen nicht unerheblichen Zeitaufwand, der leider nur selten gewürdigt wird. Ich finde es bewundernswert, daß sich junge Leute dafür einsetzen, die Zukunft mitzugestalten. Es ist immer leicht, irgendwo 'dagegen zu sein' oder Kritik zu äußern - freiwillig in der raren Freizeit neben Ausbildung oder Beruf nach Lösungen zu suchen ist nach meiner Meinung schon lobenswert.
Sabine Granzow:
Sehr geehrter Herr Klasen, es wäre schön, wenn Sie auf Basis von Fakten urteilen würden. Das kommunalpolitische Engagement findet neben der Arbeit oder Ausbildung statt - häufig abends oder an Wochenenden. Ich rechne es allen hoch an, die neben der beruflichen oder schulischen Belastung auch noch bereit sind, Weichen für die Zukunft zu stellen, und die Zukunft so mitzugestalten.
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