Die Beliebtheit des „Jeuchelabends“ der Volkshochschule Remagen ist ungebrochen
Über 110 Jeuchler kamen in die Kulturwerkstatt
Großes Interesse an alten Bildern und Anekdoten
Remagen. Fast zum Selbstläufer ist er geworden: der Jeuchelabend in Remagen. Er erfreut sich immer größerer Beliebtheit und am Donnerstag kamen über 110 Jeucheler, darunter viele alte Remagener, die wirklich eine Menge Freude hatten, vor allem beim Jeucheln. Eingeladen hatte wieder die Volkshochschule und durch den Abend führte erneut Oliver Schmitz, der dank vieler alter Fotografien aus dem alten Remagen die Menschen ins Plaudern brachte. Die Begrüßung oblag Wolfgang Proft von der Volkshochschule Remagen, der seiner Freude über den regen Besuch der Veranstaltung Ausdruck verlieh. Sein Lob galt Oliver Schmitz, für die Durchführung des Jeuchelabends. „Tragen Sie die Anekdoten weiter, damit sie unserer Heimatstadt erhalten bleiben“, bat Proft. Oliver Schmitz betonte, dass der Jeuchelabend nun bereits Brauchtum sei, denn nach dem dritten Mal sei eine Veranstaltung Tradition und mit dem sechsten Mal Brauchtum. Inzwischen seien bei den vorherigen Jeuchelabend bereits 450 Fotos durch den Beamer gegangen. „Heute kommen noch mal 290 dazu. Freuen sie sich auf eine lange Nacht“, ulkte Oliver Schmitz. Und ein Versprechen an Heribert Langen, der viele Bilder zu den Jeuchelabenden beigesteuert hatte, machte Schmitz auch: „Wenn du Schützenkönig wirst im Juni, fahre ich dich mit der Rikscha den Viktoriabergweg „runter““. Und was dann an Lebhaftigkeit angesichts der vielen alten Fotos im Alten Jugendheim, der heutigen Kulturwerkstatt, abging, war schon bemerkenswert.
So manches Anekdötchen wurde ausgetauscht
Dicht an dicht saßen die Jeuchler und steuerten ein ums andere Mal ihr Wissen über das alte Remagen, seine Häuser, seine Bewohner und so manches Anekdötchen bei. Da tauchte die Waldburg auf, die vom Kölner Hotelier Pilger seinerzeit gekauft worden war. Da wurde ein Film von Remagens großem Sohn und Rennfahrer Rudolf Caracciola und seinem Silberpfeil, mit dem er 1927 das Eröffnungsrennen des großen Preises von Deutschland auf dem Nürburgring gewann, gezeigt. Da wurde es noch interessanter für die Remagener mit Fotos vom Rennen auf der Rheinpromenade, auf dem 1976 auch der Silberpfeil dabei war, gefahren vom berühmten Rennfahrer Jochen Maas. Mit dabei auch noch Jubel Stockhausen und Julius Berger, der seinen Pokal vom Rennen auf der Rheinpromenade heute noch in Ehren hält. Vom Autorennen ging es nahtlos über zu den Hochwassern in Remagen, im Verhältnis von 1993 und 1995 zu diesem Jahr. Köstlich vor allem das heutige Werbeschild vom Remagener Marktplatz, dass an der Rheinpromenade steht. Als in diesem Jahr das Hochwasser, was nicht zu vergleichen mit dem aus den 90ern ist, bis an das Schild und ein wenig darüberhinaus stand, wurde es fotografiert, in ein schwarz-weiß Foto umgemodelt und als Hochwasserfoto vom Remagener Marktplatz durch die sozialen Medien geschickt. „Die Reaktionen darauf waren großartig“, so Oliver Schmitz. Auch auf die Hochwassermarkierung vom 30.2.1817 in der alten „Krone“ seiner Eltern hatte es viele Reaktionen gegeben. Weiter ging es mit einem Foto eines alten Schornsteins der ehemaligen Gurkenfabrik Herla, der noch heute auf dem Gebiet der Konstsmide in der Wässerscheid steht. Da kamen natürlich die Reaktionen vom „Gurken-Hermann“ und viele erinnerten sich an ihre Ferienjobs bei Herla oder den Duft, der über Remagen zog, wenn dort Gemüse im großen Stil eingekocht wurde.
Haustüren von Remagen
Ganz aktiv dabei waren die Jeuchler, als Oliver Schmitz viele Fotos von Haustüren Remagener Häuser zeigte und das Publikum raten oder wissen ließ. Dabei kam natürlich auch die ein oder andere Anekdote von dem jeweiligen Bewohner des Hauses zutage. Da war von Ägidius Faßbender, dem „Jiidsche“ die Rede, der früher den Gasthof zum Apollinarisberg betrieb. Einmal in seinem Leben sei er in Kur gewesen, in Bad Bodendorf. Dabei sei er aber jeden Tag von Bad Bodendorf auf den Berg, auf Kirres, gewandert, damit er, von Heimweg getrieben, die Türme der Apollinariskirche sehen konnte. „Später, so Oliver Schmitz, habe der Ägidius im Edeka, an der Stelle, wo heute Rosemarie Bassi ihre Galerie hat, gearbeitet. Als er als Kind dort einkaufen gewesen sei, sei er sofort als Sohn vom Berthold erkannt und gefragt worden: „Bis du der Jong, der kei Jemös maach?“ Ein riesiger umgefallender Baum auf der Alte Straße, heute Ecke Chinatown, Fotos von einer Gebirgsjäger-Einheit auf der Von-Lassaulx-Straße, marschierende Soldaten auf der Marktstraße, eine Menge alter Fotos lockten die Jeuchler zum Mitdiskutieren und fanden über Stunden die große Begeisterung.
Die Gäste hatten einen riesigen Spaß an den alten Bildern und sicher freuen sich schon viele auf den nächsten Jeuchelabend mit neuen alten Fotos.
AB
