Das KUNSTFORUM ’99 zeigt zum Jubiläum die Werkschau „Zeitsprung“
Über 50 Kunstwerke zum Thema „Zeit“ sind zu sehen
Rheinbach. Das Rheinbacher KUNSTFORUM ’99 feiert sein 15-jähriges Bestehen mit einer doppelten Ausstellung – und das in gleich zwei Häusern. Bürgermeister Stefan Raetz eröffnete vor zahlreichen Gästen am Freitagabend in der Stadthalle zum einen die große Mitglieder-Werkschau „Zeitsprung“ und zum anderen die Jugendkunst-Sonderschau „Schritte in die Zukunft“ – eine Kooperation mit der Tomburg-Realschule. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren Projekte rund um das Thema Zukunft. Über 50 Kunstschaffende des Kunstvereins zeigen in der Stadthalle und im benachbarten Glaspavillon mehr als 80 Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Drucke, Textilkunstarbeiten, Fotografien und Objekte. Die Ausstellung ist noch am Samstag und Sonntag zu sehen.
Es ist faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich sich die Künstlerinnen und Künstler dem vieldeutigen Ausstellungsthema „Zeitsprung“ nähern. Zeitsprung, das kann ein imaginärer Rückblick auf 15 Jahre Kunstverein, aber auch auf eigenes Leben und Erleben, auf die Weltgeschichte oder auch auf das Phänomen Zeit sein. Der Begriff markiert Dynamik und Unvorhersehbarkeit sowie Stetigkeit und Vergänglichkeit. Solche Gedanken in konkrete Bildform zu bringen, war eine der künstlerischen Herausforderungen dieser Ausstellung. Gleichzeitig zeigt die Werkschau das große kreative Spektrum seiner Mitglieder.
„Wir wollen nicht nur das enorme gestalterische Potenzial unserer Künstlerinnen und Künstler zeigen, sondern deutlich werden lassen, dass dieser Kunstverein mit seinen fast einhundert Mitgliedern ein weit über Rheinbach hinaus wirkendes kulturelles Netzwerk geschaffen hat“, so Jürgen Forster, Vorsitzender des KUNSTFORUMs ’99. Dies zeige sich nicht nur in der jahrelangen kontinuierlichen Ausstellungstätigkeit des Vereins, sondern auch am großen Erfolg der ersten Rheinbacher KunstMeile, an der sich im Mai über 50 Rheinbacher Geschäfte beteiligten. Stolz sei man im KUNSTFORUM ’99 vor allem auch darauf, dass es in diesem Jahr erstmals zu einer konstruktiven künstlerischen Zusammenarbeit mit jungen Menschen gekommen sei.
Im Kunstunterricht der Tomburg-Realschule entstanden originelle Projekte, die die große Phantasie der Schülerinnen und Schüler unter Beweis stellen, zugleich aber auch die Sorge der jungen Generation vor negativen Entwicklungen in der Gesellschaft und vor allem im Umwelt- und Energiebereich zeigen. So wird der Verbindungsweg zwischen den Ausstellungsorten Stadthalle und Glaspavillon durch Kunstobjekte markiert. Eine „Zeitmaschine“ öffnet den Blick in die Zukunft, ein „Robomensch“ verblüfft durch seine Intelligenz, eine Pflaster-Collage lädt ein zur Kommunikation über die Zukunft und Schülerinnen zeigen eine Modenschau mit selbst genähter futuristischer Kleidung. Außerdem wird ein außergewöhnliches buntes Buffet mit Nahrungsmitteln von morgen aufgebaut.
Bürgermeister Stefan Raetz und die Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager haben die Schirmherrschaft über das Jugendkunstprojekt übernommen. Ilka von Boeselager wird am Sonntag um 15 Uhr mit Schülerinnen, Lehrern und Besuchern die Bedeutung der Kunst in der heutigen Zeit diskutieren. Darüber hinaus wird die Ausstellung durch zwei Matinéen begleitet. Chansons und Lieder über das Thema Zeit werden von der Künstlerin Sida Nies dargeboten, Lyrik und Texte zum Zeit-Thema rezitiert Michael Althausen. Die Ausstellung ist für den Vereinsvorsitzenden Jürgen Forster ein kultureller Höhepunkt im Jubiläumsjahr 2014, aber nur ein Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft: „Wir schauen sehr zuversichtlich nach vorn und hoffen, in fünf Jahren einen hochfliegenden Traum verwirklichen zu können: Zum 20-jährigen Bestehen würden wir gern - auch gemeinsam mit anderen Kulturvereinen - in eigene Räume einladen, in denen wir das ganze Jahr über unsere Arbeiten ausstellen und damit zeigen, wie sehr die Kunst das Leben bereichert.“
