Lossprechungsfeier der SHK-Innung Ahrweiler
Uli Hoeneß als Überraschungsgast
FC Bayern-Präsident sprach in Dernau 24 neuen Gesellen Mut für die Zukunft zu
Dernau. Es ist wohl eine der wichtigsten Stunden in der Karriere eines jeden jungen Handwerkers: Die Lossprechungsfeier. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche geht Jahr für Jahr für eine neue Handwerkergeneration hinaus in die weite Berufswelt. Zu einer diesen feierlichen Stunde mit vielen guten Wünschen für die Zukunft hatte auch die SHK- (Sanitär-, Heizung und Klimatechnik)-Innung Ahrweiler mit Obermeister Reiner Hilger nach Dernau in die Dagernova-Eventhalle eingeladen. Hilger ist jedoch etwas gelungen, was als Novum in der Geschichte der Lossprechungsfeiern im AW-Kreis gelten darf. Er schaffte es, einen besonderen Überraschungsgast an die Ahr zu holen, der die Nation in Fans und Kritiker spaltet: Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München und Unternehmer, schaute bei den 24 frischgebackenen Gesellen vorbei um ihnen alles Gute für die berufliche Zukunft zu wünschen. Der Überraschungsgast machte dieser Bezeichnung alle Ehre, denn selbst Minuten vor Beginn der Feier wussten die Anwesenden nichts von dem Besuch des Bayern-Chefs.
Herzliche und motivierende Grußworte
Doch bevor Uli Hoeneß die Bühne betrat, wartete auf die Handwerker ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, dass von Alexander Zeitler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler, flott und kurzweilig moderiert wurde. Zunächst begrüßte Obermeister Reiner Hilger die neuen SHK-Gesellen und gratulierte den Handwerkern zum ersten geschafften Schritt hinein die Arbeitswelt. Hilger dankte in diesem Zug auch dem tatkräftigen Einsatz der Ausbilder. Er unterstrich, dass es auch im Beruf dazu gehöre Fehler zu machen und daraus entsprechende Lehren zu ziehen. „Auch unserer heutiger Ehrengast ist nicht fehlerfrei“, wusste Hilger und gab schon einen Vorgeschmack auf den Vortrag von Uli Hoeneß.
An seine eigene Lossprechungsfeier dachte Kreishandwerksmeister Frank Wershofen zurück, die nunmehr 37 Jahre zurückliegt. Wershofen verglich den Gesellenbrief mit dem Führerschein. „Man lernt das Fahren erst, wenn man es ausprobiert“, so Wershofen. Herzliche Worte kamen auch von Rolf Mahlberg, dem zweiten Vorsitzenden des Fördervereins der SHK-Innung Ahrweiler. Mahlberg betonte in seiner Rede die Bedeutung dieses denkwürdigen Tages und referierte über die Herausforderung, Verantwortung zu übernehmen. Im Rahmen der Feierstunde wurde auch der SHK-Förderpreis 2017 übergeben. In diesem Jahr wurde die Handwerkskammer Koblenz ausgezeichnet.
Über die Planbarkeit von Erfolg referierte Helmut Gosert, seines Zeichens Landesinnungsmeister des SHK Fachverbandes. Insbesondere dachte Gosert auch die Eltern der Ex-Azubis, die während der Ausbildungszeit sicher mit ihrem Nachwuchs mitgefiebert haben. Neben den zahlreichen Rednern fanden auch zahlreiche Ehrengäste den Weg in die Dagernova-Eventhalle, so zum Beispiel Alexander Baden, Hauptgeschäftsführer HWK Koblenz, Rolf Genn, Kreislehrlingswart, Horst Gies, Mitglied des Landtags, Reinhard Horre, Geschäftsführer des Fachverbands SHK Rheinland-Pfalz, Gundi Kontakis, Kommissarische Schulleiterin der BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bernd Münch, stellv. Obermeister und Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel. Eine besondere Auszeichnung wurde dem Innungsbesten Arnold Eßer zu Teil, der von Günter Witsch, stellvertretendes Vorstandsmitglied der KSK Ahrweiler geehrt wurde. Zwischen den einzelnen Wortbeiträgen sorgte das „Ahrkustikduo“ Dirk Schoenmackers und Bernd Schäfer für Auflockerung durch Gitarrenmusik.
Ein Ehrengast, der nicht fehlerfrei ist
Mit Spannung wurde natürlich der Vortrag des FC Bayern Präsidenten und Unternehmer Uli Hoeneß erwartet, der von Alexander Zeitler mit einem Augenzwinkern anmoderiert wurde. Zeitler spielte auf die legendäre „Nacht von Belgrad“ bei der Fußball-Europameisterschaft 1976 an, in der Hoeneß als Aktiver den Ball beim Elfmeter einige Meter über die Latte drosch und überreichte dem Bayern-Chef als kleines Gastgeschenk einen „neuen Ball“. Hoeneß nahm es mit Humor und betonte, dass man da Leder von damals zwar wiedergefunden hätte, er sich aber trotzdem über den „Neuen“ freue.
Offenheit und Selbstreflexion
Was folgte war eine überraschend lockere und offene Rede von Hoeneß. Melanie Hilger übernahm die Moderation des rund einstündigen Vortrags und warf Hoeneß stets neue Fragen zu, die er aus dem Stegreif beantworte. Im Kern seiner Ausführungen standen zunächst die frischgebackenen Gesellen. Hoeneß sprach den jungen Handwerken Mut zu: „Wenn man eine Sache gerne macht, kann man alles erreichen“, so der Bayern-Präsident. Hoeneß verglich den Gesellenbrief mit seinem – seinerzeit überraschenden- Angebot im Alter von 28 Jahren Manager des FC zu werden. Für Hoeneß stellte sich hier schnell heraus, dass es nicht schwer ist, nach oben zu kommen, „oben bleiben jedoch sehr , erklärte Hoeneß. So zog er den Vergleich mit einer Fußball-Elf und den Mitarbeitern eines Handwerksbetrieb: „Nur wenn aus Individualisten ein Team wird, geht es der Firma gut“. Gleiches gelte für die Handwerksbranche genauso wie für einen Club im Profifußball.
Melanie Hilger wollte von Hoeneß wissen: „Wie gehen Sie mit Druck um?“ Hier sprach Hoeneß ganz konkret seine Zeit im Gefängnis an. „Ohne meine Freunde und Familie hätte ich das nicht geschafft“, offenbarte sich Hoeneß. Deshalb richtete der Unternehmer auch eine Bitte an die neuen Gesellen und forderte sie auf Freundschaften und die Beziehung zur Familie zu pflegen, denn ansonsten komme man nicht weit, wenn es schwierig wird. Laut Hoeneß gehören „Schwierigkeiten“ zum Leben dazu, aber besonders auch falsche Entscheidungen. „Ich habe selber große Fehler gemacht, dass muss man sich auch eingestehen können “, erläutert er. Und: „Zum Gewinnen gehört auch das Verlieren.“
Nach den Fragen von Melanie Hilger hatte das Publikum in der Dagernova-Eventhalle die Gelegenheit, Fragen an den Bayern-Präsidenten zu stellen. Reiner Hilger wollte wissen: „Was sagt eigentlich ihre Frau dazu, dass sie heute in Dernau sind?“ Uli Hoeneß erläuterte, dass sich seine Frau schon gar nicht mehr wundere. Schließlich sei sie gewöhnt, dass er verrückte Dinge mache. Uli Hoeneß erklärte in diesem Zusammenhang auch, wie es dazu kam, dass er nach Dernau kam. Reiner Hilger hatte ihn einfach per Brief eingeladen und das mehrfach. Das war teilweise zu der Zeit als Hoeneß noch im Gefängnis war. Was folgte war ein Besuch Hilgers beim FC Bayern. „Ich hatte noch nie von einer Lossprechungsfeier gehört,“ lachte Hoeneß. „Aber die Hartnäckigkeit von Herrn Hilger- die hat mir einfach imponiert.“ So kam es dann zum Besuch an der Ahr, passend dazu spielte am gleichen Tag der FC Bayern auswärts gegen den 1. FC Köln; die räumliche Nähe stimmte also auch.
Natürlich hatten die Gäste zahlreiche Fragen, die im wesentlichen das Thema Profifußball behandelten. Die Anforderungen an Schiedsrichter, Finanzierungsprobleme im Amateur-Bereich und Hoeneß´ Wiederwahl als Präsident standen zur Debatte. Uli Hoeneß beantwortete alle Fragen sehr konkret und offen. Das Publikum war begeistert. Hoeneß erntete für seine Ausführungen durchweg herzlichen Applaus.
Gegenbesuch in Bayern
Reiner Hilger bedankte sich sehr für sein Gastspiel und betonte, dass Hoeneß ohne Honorar den Weg zu den Gesellen fand. Hilger möchte jedoch Spenden sammeln und diese an Hoeneß übergeben, der dann einem sozialen Projekt, der Dominik-Brunner-Stiftung, deren Vorsitzender Uli Hoeneß ist, zu Gute kommen soll. (siehe Infokasten). Hier ist schon ein Besuch Hilger in München in der Planung.
Obwohl Hoeneß angesichts des Bundeligaspieltags einen straffen Terminplan hatte, nahm er sich die Zeit um jeden einzelnen der erfolgreichen Azubis seinen Gesellenbrief zu übergeben und für ein Erinnerungsfotos mit den jungen Handwerkern zu posieren. Bevor Hoeneß schließlich in Richtung Köln abreiste, wartete noch eine wichtige Aufgabe auf ihn: Die Eröffnung des Buffets.
„Das war einfach nur toll“, resümierte Reiner Hilger am Ende der Veranstaltung mit Uli Hoeneß und freute sich für die Gesellen mit. „Das werden die Jungs sicher nie vergessen.“ ROB
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