Allgemeine Berichte | 06.07.2022

Wohnen für Hilfe

„Umringt von Koffern beginnt ein neuer Lebensabschnitt“

Ein alternatives Wohnprojekt sucht neue Studierende und WohnraumanbieterInnen

Wafa und Petra Kiesewetter. Foto: privat

Koblenz.Seit Oktober 2021 lebt die 22-jährige Studentin Wafa aus Marokko im Haus der 80-jährigen Petra Kiesewetter in Koblenz. Die Abmachung: Kiesewetter verlangt keine Miete, erhält stattdessen von Wafa Unterstützung im Alltag – „Wohnen für Hilfe“ nennt sich dieses Projekt des Studierendenwerks und der Hochschule Koblenz.

„Eines Tages stand Wafa dann am Bahnsteig vor mir, umringt von mehreren Koffern und Taschen“, erinnert sich Petra Kiesewetter an die Ankunft der Studentin in Koblenz. Neun Monate ist das jetzt her. Seitdem leben die beiden zusammen, in einer Wohnpartnerschaft. Von Anfang an haben sich beide sehr gut verstanden, ein Vertrauensverhältnis war schnell aufgebaut. „Ich schätze an Petra vor allem, dass ich ihr alles erzählen kann: die schönen Dinge, aber auch wenn ich Stress habe. Sie hört mir immer zu“, erzählt die Studentin. Kiesewetter ist froh, die 22-Jährige kennengelernt zu haben. Einige Tätigkeiten, insbesondere im Garten, möchte die Rentnerin alleine nicht mehr erledigen. „Ich will auch nicht immer warten müssen, bis meine Familie zu Besuch kommt, um mir beispielsweise am PC zu helfen“, erzählt Kiesewetter. „Auf Wafa kann ich mich verlassen. Ich lerne viel über Computer von ihr. Und im Garten haben wir gemeinsam Spaß bei der Arbeit und ergänzen uns.“

In dem großen Haus ist genug Platz für die beiden. Wafa hat sogar ein eigenes Appartement. Trotzdem kochen sie gelegentlich zusammen oder verbringen den Abend gemeinsam. Auch wenn Kiesewetters Familie vorbeikommt, ist Wafa immer willkommen. Die Studentin freut sich über den Familienanschluss und wurde herzlich von allen aufgenommen. „Wenn Petra Kuchen gebacken hat, fragt sie immer, ob ich mich auf ein Stück und eine Tasse Tee dazusetzen möchte“, berichtet Wafa. „Petra nimmt aber auch Rücksicht auf mich und meinen Stundenplan und versteht, wenn ich mal weniger Zeit habe“, ergänzt sie. Deshalb haben die beiden vereinbart, dass Wafa während der Prüfungsphase keine Haus- oder Gartenarbeit machen muss.

Nicht nur die Rentnerin profitiert von Wafas Unterstützung, auch die Studentin lernt durch den Austausch mit der Rentnerin viel dazu. Die beiden tauschen sich viel über das Leben in Deutschland aus. Da Kiesewetter sich aufgrund vieler Wohnortwechsel in ihrem Leben immer wieder neu zurechtfinden musste, bringt sie großes Verständnis für die Studentin mit und bewundert, wie gut sie sich ihr Leben in Koblenz aufgebaut hat. „Manchmal schimpft sie zwar über ihr Studium, kann ihre Probleme dann aber auch wieder hinter sich lassen und darüber lachen“, erzählt Kiesewetter „Wafa ist so eine fröhliche junge Frau!“

Über „Wohnen für Hilfe“

Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ ist eine Kooperation des Studierendenwerks Koblenz und der Hochschule Koblenz und vermittelt Wohnpartnerschaften zwischen Studierenden und Wohnraumgebern, die den Studierenden kostenfrei ein Zimmer zur Verfügung stellen – als Gegenleistung für Hilfe im Alltag.

Weitere Informationen und Kontakt: Studierendenwerk Koblenz, Anne Dommershausen, Projektleiterin „Wohnen für Hilfe“, Hochschule Koblenz, Konrad-Zuse-Straße 1, 56075 Koblenz, Tel. (02 61) 95 28 -9 81, E-Mail: koblenz@wohnen-fuer-hilfe.de, Website: www.wohnen-fuer-hilfe.de.

Pressemitteilung des

Studierendenwerkes Koblenz

Wafa und Petra Kiesewetter. Foto: privat

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  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
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