Konzert der Koblenzer Mendelssohn-Tage
„Und jedem Anfang“
Am Samstag, 28. April um 19.30 Uhr im Görreshaus, Koblenz
Koblenz. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, so heißt es im Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse. So haben auch die frühen Werke von Komponisten einen eigenen Reiz. Fragen stellen sich: Woran knüpft er an? Ahmt er noch jemand nach oder ist er schon originell? Wie gut kann er schon komponieren? Die Besucher können sich diese Fragen stellen beim Konzert der Koblenzer Mendelssohn-Tage am Samstag, 28. April.
Ein Werk des erst 15-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy
Es gibt nämlich ein Werk zu hören, das Felix Mendelssohn Bartholdy am 18. Januar 1825 fertigstellte, da war er noch fünfzehn Jahre alt, hatte aber schon jede Menge komponiert. Man kann deshalb schon von einem frühen Meisterwerk sprechen: dem Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello Nr. 3 in h-Moll, das er und die Familie für würdig hielt, als opus 3 drucken zu lassen. Damit verließ das Stück den familiären Rahmen und auch die Ausbildungssituation!
Als Bernd Alois Zimmermann, der in diesem Jahr hundertsten Geburtstag feiern würde, 1944 sein Trio für Violine, Viola und Violoncello abschloss, war er kein Jugendlicher mehr, sondern schon 26 Jahre alt. Er hatte schon ein Studium der Schulmusik, Komposition und Musikwissenschaft hinter sich. Aber weil er als Soldat am Krieg teilnehmen musste, verlor er viel Zeit in seiner kompositorischen Entwicklung. Sein Kompositionslehrer Philipp Jarnach kritisierte das Stück sehr scharf. Zimmermann hielt dagegen: In sein Tagebuch schrieb er, es sei „mit Herzblut geschrieben“ und er könne „jeden Ton verantworten“. Die Zuhörer können dies selbst beurteilen.
Zwei Werke für Soloflöte bringen im wahren Sinn des Wortes einen anderen Ton in das Programm. Eleonore Ciupka, Mitglied der Rheinischen Philharmonie, spielt die Partita (Suite) a-Moll, BWV 1013, von Johann Sebastian Bach und das kurze Stück Syrinx von Claude Debussy, der vor hundert Jahren starb. Die Sonate für Violine und Klavier von Maurice Ravel rundet das Programm ab. Dieses ist allerdings kein Jugendwerk, Ravel war schon 52, als er das Stück 1927 abschloss.
Die großartige Pianistin Nadja Bulatovic aus Köln, die schon mehrmals bei den Koblenzer Mendelssohn-Tagen das Publikum begeisterte, hat eine erlauchte Schar von Kollegen um sich versammelt, um das anspruchsvolle Programm zu realisieren: Artem Kononov und Arsenis Selalmazidis; Violine, Laurent Tarda, Viola; Alexander Dimitrov, Violoncello.
Vorverkauf in allen bekannten Vorverkaufsstellen. Online unter www.ticket-regional.de. Informationen unter www. Mendelssohn-koblenz.de.
Eleonore Ciupka spielt die Soloflöte.
