Stadtrat Rheinbach nahm Abschied von drei Ratsmitgliedern und einer Fachbereichsleiterin
Unermüdlicher Einsatz für die Stadt
Sigrid Burkhart, Walter Langer, Renate Krämer und Hans-Josef Schmitz-Kretschmer geben ihre Ämter auf
Rheinbach. Abschied nehmen hieß es gleich viermal bei der jüngsten Sitzung des Rheinbacher Stadtrats im Himmeroder Hof. Nicht nur die langjährigen Ratsmitglieder Walter Langer, Renate Krämer (beide SPD) und Hans-Josef Schmitz-Kretschmer (Grüne) verabschiedeten sich aus dem Gremium, auch Fachbereichsleiterin Sigrid Burkhart sagte an ihren letzten Arbeitstag in Rheinbach „Adieu“. Bürgermeister Stefan Raetz dankte ihnen für ihre Arbeit mit einem Buchpräsent und Blumen.
Sieben Jahre lang war Sigrid Burkhart Leiterin des Bauamtes der Stadt Rheinbach, zum 1. Oktober wechselt sie als Stadtplanerin zur Stadt Remscheid. Raetz würdigte ihre besonderen Leistungen für die Glasstadt. „Sigrid Burkhart hat die Bauaufsicht in Rheinbach in Gang gebracht und dabei eine Reihe von komplizierten Altfällen von der Kreisverwaltung übernommen, die bis dahin zuständig war“, erinnerte er sich. In ihrer Zeit als Chefin des Bauamtes habe sie einerseits die Bedürfnisse der Bauherren nach Möglichkeit berücksichtigt, aber auch die Erfordernisse der Stadtentwicklung nicht aus den Augen gelassen. Mit ihrer ruhigen, unaufgeregten Art und kompetentem Sachwissen habe sie es auch bei komplizierten und unangenehmen Fällen immer geschafft, einen vernünftigen Ausgleich zu erreichen. Ihren Fachbereich übernimmt Robin Denstorff, der künftig für die Stadtentwicklung und für das Bauamt zuständig ist sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft leitet.
Eifriger und kompetenter Debattenredner
Ein wahres Urgestein im Rheinbacher Stadtrat ist Walter Langer, der seit Juni 1987 seinen Sitz im Gremium hatte und viele Jahre lang Vorsitzender der SPD-Fraktion war. In seinen 26 Jahren im ehrenamtlichen Dienst für die Stadt habe er auch in den Ausschüssen und stadteigenen Gesellschaften als eifriger und kompetenter Debattenredner geglänzt. Raetz Langers bedauerte seinen Entschluss, in den politischen Ruhestand zu gehen. Langer sei stets auch ein wichtiger politischer Gegenpol gewesen, der aber immer dazu beigetragen habe, für die Stadt Rheinbach wichtige und zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen. „Bei den wichtigen Entscheidungen waren wir ohnehin fast immer einer Meinung“, blickte Raetz zurück.
„Es war nicht ganz einfach, in der Opposition etwas zu erreichen, aber die Sache hatte zu mehr als 50 Prozent Spaß gemacht“, schmunzelte Langer. Er habe jedenfalls eine sehr gute Zeit für Rheinbach miterlebt, die Stadt sei nach dem Bonn-Berlin-Beschluss neue, erfolgreiche Wege gegangen. Seinen Sitz im Stadtrat übernimmt Folke große Deters.
Ein Herz für Schwache und Benachteiligte
Auf 19 Jahre im Stadtrat brachte es Sozialdemokratin Renate Krämer, die auch jahrelang als Ortsvorsteherin von Niederdrees fungierte. „Sie saß zwar immer in der letzten Reihe, aber wenn sie einmal etwas gesagt hat, dann haben alle aufmerksam zugehört“, meinte Raetz. Renate Krämer habe immer ein Herz für sozial Schwache gehabt und sich für die Belange der Benachteiligten eingesetzt, aber auch die Interessen ihres Heimatortes Niederdrees seien ihr überaus wichtig gewesen.
„Ich möchte die Zeit im Rat nicht missen, das war eine überaus interessante Erfahrung“, erinnerte sich Krämer. Ihr Nachfolger im Rat ist Dietmar Danz.
Es gibt ein Leben ohne Kommunalpolitik
Nicht ganz so lang war die Amtszeit von Hans-Josef Schmitz-Kretschmer, der 2005 für die Grünen Mitglied im Stadtrat wurde und vorher schon als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Jugend und Sport politische Erfahrungen sammelte. Besonders die Zeit im Ausschuss blieb ihm in positiver Erinnerung, „denn dort wurde fast alles im Konsens entschieden.“
Raetz bedauerte, dass er nun auch Rheinbach den Rücken kehre und seinen Ruhestand in Brühl verbringen wolle. „Es gibt auch ein Leben ohne Kommunalpolitik“, war Schmitz-Kretschmer sich sicher. Die Zeit im Stadtrat habe im jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, den man habe sich in Ausschuss inhaltlich durchaus gestritten, sich nachher aber immer in die Augen schauen können. Als seine Nachfolgerin wurde Anne Mäsgen verpflichtet.
