Allgemeine Berichte | 19.10.2021

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

Unterwegs in Treis an der Mosel

Gruppe vor dem Portal der Kirche St. Johannes der Täufer in Treis.Quelle: Rheinischer Verein

Treis. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz hatte zu einem Besuch nach Treis eingeladen. Der Vorsitzende des Regionalverbandes Cochem-Zell, Gerhard Schommers, konnte fast vierzig Teilnehmer begrüßen. Als äußerst kundigen Referenten war Klaus Layendecker gewonnen worden.

Das Panorama von Treis wird geprägt von der Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“, Mosel abwärts flankiert vom Zillesberg mit der Zilleskapelle und nach Süden von den zwei Treiser Burgen in den Taleinschnitten von Flaumbach und Dünnbach.

Schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts war die historische Katharinen-Kirche für die wachsende Bevölkerung zu klein geworden. Man plante eine neue Kirche, deren Finanzierung durch Spenden und einen Sonderhieb im Gemeindewald bereits gesichert war. Aber die französische Besatzung „kassierte“ die für den Kirchenbau angesparte Summe. Man musste mit Planung und Finanzierung nach dem Abzug der Franzosen neu starten.

1824 legte der bekannte Johann Claudius von Lassaulx (1781 – 1848) den Plan für eine Kirche im neugotischen Stil vor, der bald genehmigt wurde. Er sah einen rechteckigen, steinsichtigen Bau vor, der die drei Schiffe unter einem Dach vereint. Eine Besonderheit ist die „fensterlose“ Apsis die allerdings durch eine Lichtkuppel in der Decke in Form eines Octogons belichtet wird. 1831 wurde die Kirche eingeweiht.

Eine weitere Besonderheit ist das blaufarbige Gewölbe der Kirche, gewissermaßen als „Blick in den Himmel“. Der „blaue Himmel“ und der Farbton gehen auf eine Idee des berühmten Baumeisters Schinkel zurück.

Nach dem Besuch der Pfarrkirche wechselten die Teilnehmer in die benachbarte „Knabenschule“, auch ein Werk nach Plänen von Lassaulx. Der Treiser Bürger Guido Pringnitz hat jahrelang die Geschichte des Tunnels zwischen Treis und Bruttig erforscht sowie die Nutzung des Tunnels in den Jahren 1944/45 als „Fabrik“ für „kriegswichtige Bauteile“. Der Tunnel selbst war Teil der geplanten Eisenbahnstrecke auf der rechten Moselseite mit dem Ziel, schneller und umfangreicher Kriegsmaterial an die Grenze zum damaligen „Erzfeind“ Frankreich zu schaffen. Der Tunneldurchbruch erfolgte 1919, aber das ganze Projekt war nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg eingestellt worden. Als „Fabrikarbeiter“ wurden KZ-Häftlinge aus dem KZ Natzweiler in Lager an den beiden Tunnelenden in Treis und Bruttig eingesetzt. Guido Prignitz untermalte seinen Vortrag mit zahlreichen historischen Fotos vom Strecken- und Tunnelbau bis zur Sprengung der Tunnelportale nach dem Zweiten Weltkrieg.

Gruppe vor dem Portal der Kirche St. Johannes der Täufer in Treis.Quelle: Rheinischer Verein

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