Regenkatastrophe
Unwetter richten Schäden im Brohltal an
Welle der Hilfsbereitschaft - Spendenkonto eingerichtet
Brohltal. Am vergangenen Samstag wurde das Brohltal erneut von starken Gewittern mit extremen Starkregen heimgesucht. Besonders betroffen waren Niederzissen und Oberdürenbach, aber auch andere Orte hatten mit dem Unwetter zu kämpfen. Innerhalb kürzester Zeit fielen enorme Wassermassen auf bereits völlig durchfeuchtete Böden, die diese nicht mehr aufnehmen konnten. Selbst ältere Mitbürger können sich nicht an vergleichbare Regenfälle erinnern. Der extreme Starkregen führte zu Überschwemmungen, Bäche traten über die Ufer, Straßen und Hofeinfahrten sowie Gärten, Rasen und Außenanlagen wurden überflutet. Die Wassermassen liefen über die Straßen und verteilten sich auf Plätzen. Der mitgeführte Dreck und Schlamm setzte sich dabei auch an Hauswänden und öffentlichen Gebäuden ab. Weiterhin waren Garagen und Keller überflutet. Dabei wurden Einrichtungsgegenstände, Mobiliar und Elektrogeräte unbrauchbar. In Wassenach schlug ein Blitz in eine Trafostation ein und führte zu einer Explosion. Zum zweiten Mal betroffenen waren die obersten Häuser an der Königsfelder Allee in Niederzissen. Der dortige Bächelsbach trat erneut über die Ufer. Weitgehend verschont blieben hingegen die vom letzten Unwetter besonders betroffenen Anlieger im Seifental. Hier hatten die getroffenen Maßnahmen ihre Wirkung gezeigt und konnten Schlimmeres verhindern. Im unteren Bereich des Seifentals kam es zu Rückstauungen aus der Kanalisation. Bürgermeister Johannes Bell war am Samstag und Sonntag mit Mitarbeitern der Verwaltung sowie mit den jeweiligen Ortsbürgermeistern vor Ort in vollem Einsatz. Sie verschafften sich einen Überblick und unterstützten die Koordination der Hilfsarbeiten. Beeindruckt waren sie von den Rettungskräften der Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz und Polizei, die mit rund 200 Personen im Einsatz waren. Bis spät in die Samstagnacht dauerten die Arbeiten. Die Verständigung zwischen den Rettungsdiensten lief hervorragend. Den eingesetzten Kräften sprachen die Bürgermeister ein großes Lob aus. Überzeugen konnte man sich aber auch von einer Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität. Freunde, Bekannte, Verwandte, Nachbarn oder auch Dorfbewohner, alle packten tatkräftig mit an und waren sich für keine Arbeit zu schade! „Enorm, was hier in kürzester Zeit von allen Helfern geleistet wurde. Nur durch diesen vorbildlichen Einsatz konnten größere Schäden vermieden werden. Deshalb ein großer Dank, an alle, die ohne zu fragen und zu zögern angepackt haben. Hierdurch wurde das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Dörfern gestärkt“, ist sich Johannes Bell mit den Ortsbürgermeistern einig. Landrat Dr. Jürgen Pföhler machte sich am Sonntagmorgen ein Bild von der Lage und dem Ausmaß der Schäden. Er sprach den Betroffenen Mut zu und versprach finanzielle Hilfen für die am schlimmsten Geschädigten. „Da gerade auch Familien mit Kindern betroffen sind, werden wir im Rahmen der Aktion „Nachbar in Not“ helfen und Gelder zur Verfügung stellen“, so der Kreischef. Auch der Landrat dankte den Einsatzkräften und Helfern „für die großartige Leistung und beeindruckende Nachbarschaftshilfe“. Beides zusammen habe noch Schlimmeres verhindert. Die Verbandsgemeinde Brohltal, die Ortsgemeinden sowie die Kreissparkasse Ahrweiler und die Volksbank RheinAhrEifel eG sagten ebenfalls finanzielle Mittel zur Linderung der Situation zu. Bei der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal gingen zwischenzeitlich auch von Privatpersonen Hilfszusagen ein. Daher wurde kurzfristig ein Spendenkonto eingerichtet. Unter dem Stichwort „Unwetterhilfe“ können Spenden eingezahlt werden. Mit den Spendengeldern sollen insbesondere Mitbürgerinnen und Mitbürger geholfen werden, denen Schäden an Einrichtungsgegenständen, Mobiliar und Elektrogeräte entstanden sind und die nicht von der Versicherung erstattet werden. Schäden können beim jeweiligen Ortsbürgermeister oder bei der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal gemeldet werden. Ansprechpartner im Rathaus ist Dieter Serve unter Telefonnummer 02636/9740-112. Als weitere Sofortmaßnahme kündigte Landrat Dr. Pföhler an, dass durch das Unwetter entstandener Sperrmüll vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises kostenlos angenommen wird. Die Koordination übernehmen dabei die Ortsbürgermeister. Da sich gezeigt hat, dass die extremen Witterungsverhältnisse wie Starkregenfälle in Zukunft zunehmen und keine einmaligen Ausnahmefälle darstellen, wurden nach den letzten Ereignissen von der Verbandsgemeindeverwaltung bereits langfristige Maßnahmen eingeleitet. In Abstimmung mit den Fachbehörden, Ministerien und Landschaftsplanern sollen Gesamtkonzepte erstellt werden. Konkret ist unter anderem der Ankauf von Grundstücken, die unmittelbar an die Bebauung angrenzen, die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland, der Bau von Rückhaltebecken, das Abschlagen von Oberflächenwasser an Feldwegen und frühzeitige Ableiten in Gräben sowie die Verbesserung der Abläufe vorgesehen. Seitens des Landes wurden finanzielle Hilfen für umzusetzende Maßnahmen in Aussicht gestellt. „Nur in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten - von der Ortsgemeinde angefangen bis hin zu den Fachbehörden der Wasserverwaltung - werden wir Lösungen erreichen, die in solchen Extremsituationen wirksame Abhilfe schaffen können“ ist sich Bürgermeister Johannes Bell sicher.
Spendenkonten eingerichtet
Abschließend die Bankverbindungen des Spendenkontos „Unwetterhilfe“:
Kreissparkasse Ahrweiler
(BLZ 577 513 10) 850 800
oder
Volksbank RheinAhrEifel eG
(BLZ 577 615 91) 385 598 700
Jeder Cent hilft!
Pressemitteilung
Verbandsgemeinde Brohltal
Betroffen von Wasser und Schlamm waren auch Garagen und Keller. Foto: Verbandsgemeinde Brohltal
In einigen Fällen bleibt nur die Entsorgung von Elektrogeräten und persönlichen Einrichtungsgegenständen. Foto: Verbandsgemeinde Brohltal
Gärten und Rasenflächen verwandelten sich in braune Seen. Foto: Hans Willi Kempenich, Niederzissen
