Großes Schützenfest in Höhr
Uwe Schmidt bewies guten Schuss
Professioneller Schießsport über zwei Tage
Höhr-Grenzhausen. Wenn Männer und Frauen in grünen Uniformen und Trachten bereit stehen und mit Fackeln am Flürchen entlang marschieren, kann das nur eines bedeuten: Höhr hat einen neuen Schützenkönig! Mit anspruchsvoller Marschmusik wurde er beim Zapfenstreich geehrt. Das traditionelle Schützenfest in Höhr war auch in diesem Jahr ein besonderes Spektakel und lockte Alt und Jung zum Schützenplatz am Flürchen. Schon samstags ging es am Schützenplatz los mit der 31. Stadtmeisterschaft. Unter dem Motto „Für jeden etwas“ war mit zünftigem Essen und guter Musik von einem Live-DJ tatsächlich für jeden gesorgt. Dennoch stand der Schießsport natürlich im Vordergrund und so schossen 21 Mannschaften um die Wette. Mit Kleinkaliber sollten die Drei- bis Viermann-Teams auf 50 Metern mit fünf Schuss beweisen, wie treffsicher sie sind. Um möglichst gut abzuschneiden, übten die Gruppen schon Monate zuvor im Schützenhaus und bereiteten sich so gut vor. Am besten schnitt die Grau-Blau-Gruppe ab. Neben dem Gruppenpreis wurden auch die beste Dame und der beste Herr geehrt. Hier holten Petra Hammer und Markus Schütz den Sieg mit nach Hause. Neben der normalen Stadtmeisterschaft wurde auch der Paul-Becker-Pokal ausgeschossen. Martin Zeitheim, Zweiter Vorsitzender des St. Sebastianus Höhr 1859 e.V., bewies mit zehn Schuss den besten Umgang mit dem Luftgewehr und durfte den Wanderpokal für das nächste Jahr als Trophäe mitnehmen.
Schützenfest am Sonntag
Und dann war es soweit. Sonntags begann das richtige Schützenfest, zu dem zahlreiche Gäste erschienen. Neben Schaulustigen kamen auch befreundete Schützenvereine und nahmen an der großen Parade hin zum Schützenplatz teil.
Viele befreundete Schützen- vereine feierten mit
Dabei waren die Vereine aus Ransbach-Baumbach, Selters, Grenzhausen und Montabaur. Alle in ihren Uniformen und vom Musikverein Hillscheid begleitet zogen sie im Gleichschritt zum Schützenhaus und stellten sich geordnet auf. Unter der strahlenden Sonne lief zwar die ein oder andere Schweißperle, aber das lohnte sich voll und ganz für das prachtvolle Bild, das die Schützen abgaben. Nachdem sämtliche Leute des Schützenvereins St. Sebastianus Höhr 1859 e.V. geehrt wurden, eröffnete der amtierende König Ralf Klas mit einem lauten Schuss das Königsschießen. Während einige Schießsportler daraufhin den ganzen Nachmittag versuchten, die Flügel und den ganzen Vogel zum Fallen zu bringen, um neuer Schützenkönig zu werden, verbrachten die anderen Gäste den sonnigen Tag im und um das Schützenhaus. Ständiger Begleiter war die traditionsreiche Musik des Musikvereins Hillscheid. Bei kühlem Bier und leckerem Kuchen war ausreichend Zeit für nette Gespräche und den Austausch rund um das Thema Schießen. Ralf Klas zog seine Runde durch die Tische und bedankte und verabschiedete sich von all seinen Gästen als König. Am Abend standen Jungschützenkönig, Damenkönigin, Schützenkönig und sämtliche Ritter fest. Zum Großen Zapfenstreich zogen Musikverein und heimischer Schützenverein mit Marschmusik und Fackeln erneut zum Schützenplatz und ließen das prachtvolle Bild vom Nachmittag erneut aufleben. Erster Vorsitzender Wolfgang Hartwig moderierte sowohl das Amtende von Ralf Klas, als auch die Ehrung der neuen Könige. Sobald sämtliche Utensilien und Broschen von den Uniformen der Könige genommen wurden, wurden die neuen Herrscher bekannt gegeben.
Die neuen Majestäten
Jungschützenkönig wurde Max Hammer mit seinen beiden Rittern Leonie Kauert und Simon Schultheis. Zur Damenkönigin schaffte es Annelies Hartwig und mit ihr ihre Ritterinnen Marlies Scherf und Petra Hammer. Der Ortsbürgermeister von Hilgert Uwe Schmidt konnte sich den Titel „Schützenkönig 2016“ erkämpfen. Seine beiden Ritter heißen Robin Hannappel und Jürgen Göbel. Mit sämtlichen Königsutensilien ausgestattet zeigten sie sich dem gespannten Publikum auf der kleinen Bühne des Schützenplatzes. Nachdem Bürgermeister Thilo Becker einige Worte zum Schießsport und dem Verein gesprochen hatte, wurde der traditionelle und pompöse Zapfenstreich eingeleitet.
Emotionaler Ausklang
Die anspruchsvollsten Lieder spielte der Musikverein Hillscheid und sorgte damit für Gänsehaut im Publikum. Im Lichte der Abendsonne spielten Trompeten, Flöten und Trommeln und ehrten damit die neuen Könige. Nach einigen emotionalen Minuten fand das großartige Spiel ein Ende und die Schützen verließen den Platz. Mit einer langen Feier im Schützenhaus klang der Abend aus und die neuen Hoheiten gesellten sich zu ihrem Volk. An der Besucherzahl war festzumachen, wie groß das Schützenfest in Höhr auch heutzutage noch ist und wie viele Schießbegeisterte noch immer den Weg zum Flürchen finden. Die amtierenden Majestäten dürfen sich jetzt einige Highlights für ihr Amtsjahr überlegen, bis es dann im nächsten Jahr wieder an der Zeit ist und Wolfgang Hartwig ruft: „Gut Schuss!“
