Gedanken im Blick - Glaube, Traditionen und Persönliches
Verantwortete Vielfalt
Eine theologische Kolumne von Gunnar Bach
Seit Wochen gibt es an Kirchen und auch in Fußballstadien Regenbogenfahnen zu sehen. Der Ursprung dieses sehr starken Symbols ist in der Sintflutgeschichte der Bibel zu finden. Noah hat ein Schiff gebaut und seine Familie und viele Tiere gerettet. Seitdem gibt es Hoffnung auf ein neues Leben – auch nach Naturkatastrophen, wie sie Menschen immer wieder erfahren müssen. Der Regenbogen ist ein Symbol der Liebe: zwischen Gott und den Menschen, aber auch der Liebe Gottes zu allen anderen Geschöpfen.
Von der Religionslehrerin und überzeugten Veganerin Alexandra Cäsar habe ich gelernt: Gott schließt in der Geschichte nicht nur einen Bund mit den Menschen, sondern zu „allen lebenden Wesen aus Fleisch“. Damit sind wirklich alle gemeint! Das heißt kein Geschöpf darf ausgeschlossen werden von der Liebe, weder aufgrund seiner Sexualität, seines Geschlechts, seiner Identität, seiner Religionszugehörigkeit, seiner sozialen oder ethnischen Herkunft, nicht einmal aufgrund einer Zugehörigkeit zu einer Spezies.
Für Alexandra Cäsar steht der Regenbogen für Offenheit und Akzeptanz. „Es bedeutet nicht Willkür, oder dass es etwa egal ist, was andere tun, dass man zum Wohle dieser Gemeinschaft der Menschen mit den Tieren und der Natur beiträgt.“
Toleranz bedeutet nicht, dass mir alles egal sein soll. Ich soll meinen Standpunkt vertreten, aber andere nicht von vornherein in Schubladen stecken. Andere in Liebe und Verständnis akzeptieren und annehmen, so wie sie sind. Auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind oder andere Lebensmodelle haben.
Ihr
Gunnar Bach
