Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Verbandsgemeinde Montabaur

Verbandsgemeindehaus: Bauen und Planen

02.07.2020 - 16:37

Montabaur. Beim Projekt Verbandsgemeindehaus in Montabaur herrscht Hochbetrieb: Während auf der Baustelle am Gerberhof Bagger, Betonmischer und Erdbohrer ihr Werk tun, wird im Rathaus weiter an vielen Gewerken des Innenlebens geplant. Auch der Verbandsgemeinderat (VGR) hat ausführlich über das Verbandsgemeindehaus beraten und die Planung des Außengeländes, der Medientechnik und der Einrichtung des Ratssaals verabschiedet sowie den Prüfbericht der Projektsteuer entgegen genommen. Aktuell ist das Projekt im Zeit- und Kostenplan. Allerdings wurden erstmals Ausgabenpositionen von rund 550.000 Euro auf den Risikopuffer für Unvorhergesehenes verbucht.


Baustelle


Anfang April haben die Vorbereitungsarbeiten auf dem Grundstück begonnen: Es wird eine unterirdische Bohrpfahlwand errichtet, die die spätere Baugrube absichern soll. Dazu werden 220 Betonsäulen, so genannte Bohrpfähle, dicht an dicht in die Erde getrieben, so dass eine 13 Meter tiefe Stützwand entsteht. Weitere Bohrpfähle sollen später die Bodenplatte tragen. Im Juli beginnen dann die Bohrarbeiten für die Geothermie (Erdwärmenutzung); hierfür wird bis 150 Meter tief gebohrt. „Wir kommen gut voran. Voraussichtlich können die Geothermiebohrungen zwei Wochen schneller durchgeführt werden, als geplant“, berichtete Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich dem Rat.


Planung Außengelände


Die Freiflächen rund um das Verbandsgemeindehaus im Innenbereich des Gerberhofs sind nicht eben weitläufig. Umso wichtiger ist es, jedes Detail vorausschauend zu planen, um den vorhandenen Platz gut zu nutzen. Diese Aufgabe hat das Büro AO Landschaftsarchitekten aus Mainz übernommen, das im gemeinsamen Auftrag von VG und Stadt die öffentlichen Flächen plant. Die Bereiche direkt am Gebäude gehören der VG, die Straße mit Grünstreifen sowie der Weg oberhalb des Stadtbachs der Stadt. Bei ihrem Entwurf ließen sich die Planer vom Motiv Gerberhandwerk leiten und suchten viele Pflanzen aus, die damit in Verbindung stehen. So wurde beispielsweise Eichenrinde häufig für die Herstellung der Gerberlohe verwendet, in der die Tierhäute eingeweicht wurden, nun soll eine Reihe von Säuleneichen die neue Straße Gerberhof säumen. Allerdings hängt das von der Zustimmung der Nachbarn ab, weil die Bäume nahe an der Grundstücksgrenze gepflanzt werden sollen. Die Nachbarn hatten die Zustimmung mündlich in Aussicht gestellt, einer machte inzwischen wieder einen Rückzieher, so dass es derzeit offen ist, ob dort Bäume entlang der Straße gepflanzt werden können. An der Wallstraße wird ein kleiner Platz entstehen mit einem großen Baum (z.B. eine Erle), Blumenkübeln und Sitzbänken. An der Giebelfront Richtung Steinweg entsteht ebenfalls ein kleiner Platz, der als das „grüne Trauzimmer“ bezeichnet wird. Dort befindet sich im Gebäude das Trauzimmer mit einer breiten Fensterfront, so dass sich der Raum optisch draußen fortsetzt. Außen wird es Sitzbänke mit Rosenmuster und eine Rosenpergola geben, die die Auffahrt der Tiefgarage überspannt und einen schönen Hintergrund für Hochzeitsfotos abgibt. Im Bereich des Haupteingangs soll das Thema Verbandsgemeinde, insbesondere die 24 Ortsgemeinden und die Stadt, optisch dargestellt werden. Den Ratsmitgliedern war es wichtig, die Mitgliedsgemeinden im Straßenbild sichtbar zu machen. Hierzu gab es verschiedene Vorschläge, die allerdings nach Anregungen der Ratsmitglieder noch einmal überarbeitet und auf die Innenarchitektur abgestimmt werden sollen. Viel Anerkennung gab es im VGR für die Gestaltungsideen der drei Innenhöfe und der begrünten Dachflächen auf der Rückseite des Gebäudes Richtung der Häuserreihe Wilhelm-Mangels-Straße. Hier wurden vor allem Pflanzen ausgesucht, die möglichst ganzjährig grün tragen und wenig Pflege brauchen. Für die Arbeiten im Außenbereich ist ein Kostenrahmen von 790.000 Euro im Budget für das Verbandsgemeindehaus eingeplant, rund 350.000 Euro entfallen auf den städtischen Anteil. Der VGR verabschiedet die Planung und der Außenanlagen mit dem Kostenbudget und übertrug die Aufgabe, zusätzliche Identifikationspunkte für die Mitgliedsgemeinden zu schaffen, an die Lenkungsgruppe.

Auf www.verbandsgemeindehaus-montabaur.de kann man sich die vollständige die Präsentation zur Freiflächenplanung ansehen.


Prüfbericht Projektsteuerung


Der Projektsteuerung kommt eine zentrale Rolle beim Bauprojekt Verbandsgemeindehaus zu. Sie kontrolliert ständig den Kosten- und Terminplan, koordiniert alle am Projekt beteiligten Personen und Firmen, berichtet dem VGR direkt und bereitet dessen Entscheidungen vor. Seit Jahresbeginn ist das Büro Bauwert aus Limburg mit dieser Aufgabe betraut und legte nun den ersten Prüfbericht vor. „Das Projekt ist im Termin- und im Kostenplan“, stellte Projektsteuer Thomas Kühr fest, als er bei der Vorberatung in den Ausschüssen den Stand des Projekts erläuterte. Die Kosten werden aktuell auf 33,237 Mio. Euro beziffert, zusätzlich gibt es eine Reserve von 4,6 Mio. Euro. Diese Reserve muss nun zum ersten Mal in Anspruch genommen werden, da die Planung der Medientechnik bisher nicht berücksichtigt worden ist, was erst jetzt beim Wechsel in der Projektsteuerung auffiel. Die Position „Unvorhergesehenes“ im Reservebudget wird nun mit 400.000 Euro für die Medientechnik sowie 150.000 Euro für die Planung eines Orientierungssystems und weitere innenarchitektonische Leistungen belastet. Erfreulicherweise konnten bisher rund 240.000 Euro Vergabegewinne erzielt werden, d.h. die Angebote für verschiedene Gewerke fielen günstiger aus als kalkuliert. „Bisher können wir keine gravierenden Auswirkungen der Corona-Krise auf den Zeit- und Kostenplan feststellen. Aber es ist leider nicht abzusehen, wie sich das entwickeln wird“, führte Kühr mit Bezug auf die Pandemie aus.


Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen


In den nächsten zwei Jahren stehen beim Bauprojekt Verbandsgemeindehaus rund 30 einzelne Ausschreibungs- und Vergabeverfahren für die verschiedene Gewerke und Anschaffungen an. Jeder Schritt ist im Terminplan verankert, für jedes Gewerk gibt es ein eigenes Budget im Kostenplan. Üblicherweise beschließt der VGR alle Ausschreibungen und Vergaben. Allerdings tagt er VGR regulär nur viermal im Jahr. Vor diesem Hintergrund hatten die Projektsteurer angeregt, dem Bürgermeister die Entscheidungsbefugnis für die Ausschreibungen und Vergaben zu übertragen, sofern diese im Rahmen des Kosten- und Terminplans liegen. Andernfalls könnte es immer wieder zu kostenintensiven Verzögerungen im Bauablauf kommen, weil die notwendigen Entscheidungen selbst mit häufigen Sondersitzungen des VGR und den hierfür im Projekt zu berücksichtigenden Vorläufen nicht zügig genug getroffen werden könnten. Projektleiter Stefan Baumgarten wies darauf hin, dass der Entscheidungsspielraum bei der Auftragsvergabe äußerst gering sei. Regelmäßig sei die Vergabe an den nach objektiven Kriterien wirtschaftlichsten Bieter vorzunehmen. Dieser Antrag war im VGR umstritten. Der Fraktionssprecher Sebastian Stendebach von der SPD lobte zwar die Zusammenarbeit im Projekt als ein „super Miteinander“, wollte aber dennoch in seiner Rolle als Vertreter der Bürger die einzelnen Schritte mit entscheiden, „auch wenn das viele Sondersitzungen bedeutet.“ Dr. Neutz hingegen will die straffe Organisation des Projektes nicht gefährden: „Wir arbeiten ja nur einen Plan ab, den wir im VGR Punkt für Punkt selbst erarbeitet haben. Und wir werden laufend über alle Entscheidungen informiert“. Am Ende stimmten 22 Ratsmitglieder für und 12 gegen den Antrag, den Bürgermeister zu ermächtigen, Ausschreibungen, Vergaben und Nachträge im Rahmen des Gesamtbudgets vorzunehmen. Es gab 7 Enthaltungen.

Pressemitteilung der

Verbandsgemeinde Montabaur

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Der Remagener Bürgermeister Björn Ingendahl im Interview

„Wir dürfen jetzt nicht schludern“

Remagen. 2020 ist ein besonderes Jahr und die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren. Diese machen sich nicht nur im alltäglichen Umgang miteinander bemerkbar: Der Virus hat auch in den kommunalen Kassen Löcher hinterlassen, auch die Wirtschaft – insbesondere der örtliche Einzelhandel vor Ort – hat gelitten. Während in den Anfangswochen der Pandemie die Zukunft ungewiss war, besteht heute die Möglichkeit... mehr...

Weitere Berichte
Fünf erfolgreiche
Absolventen in der Altenpflege

Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. gratuliert zum Bestehen der Prüfungen

Fünf erfolgreiche Absolventen in der Altenpflege

Region. Im Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. absolvierten fünf Auszubildende in diesem Sommer ihre Abschlussprüfung in der Altenpflege und in der Altenpflegehilfe. mehr...

„Mosaik der Kulturen 2020“

Open-Air-Ausstellung an mehreren Wanderwegen

„Mosaik der Kulturen 2020“

Region. Alle Menschen, unabhängig von ihrer Kultur oder ihrem Heimatland, haben eine Gemeinsamkeit - sie haben Träume. mehr...

Politik

Ortsgemeinde Laubach

Gemeinderatssitzung

Laubach. Die 9. Sitzung des Ortsgemeinderats Laubach findet am Donnerstag, 6. August, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Laubach statt. mehr...

Auslösewerte für Lärmsanierung werden gesenkt

Peter Bleser begrüßt die Absenkung

Region. „Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird die Auslösewerte für die Lärmsanierung an bestehenden Bundesfernstraßen und für die Eisenbahnen des Bundes um weitere 3 dB(A) absenken.“ Dies teilte das BMVI in einer Pressemitteilung vom 27. Juli mit. mehr...

Sport

RTV-M1883 Handball

Saisonvorbereitung

Rheinbach. Nach der langen Corona-Pause läuft bei den Regionalligahandballern des RTV-M1883 seit vier Wochen die Vorbereitung auf die am 29. August bei der HSG Siebengebirge beginnende Saison. Am Wochenende standen dann auch die ersten Testspiele gegen zwei Oberligisten auf dem Programm. mehr...

Stadtsportverband Rheinbach

Fit sein- Fit bleiben mit SPORT im PARK 2020

Rheinbach. „Wir sind mit Vorfreude in der vorbereitenden Phase zum 10. August. Endlich können wir den Bürgern, nach dem Erfolg in 2019, wieder ein kostenfreies und attraktives Sportangebot anbieten. Nach... mehr...

Spaß, Sport und viel Spannung

Sommercamp von Tomburg Boxing Rheinbach e.V

Spaß, Sport und viel Spannung

Rheinbach. Die Rheinbacher Kickboxer von Tomburg Boxing organisierten erstmalig ein Sommercamp. Es ging nach Bergheim Mühlenramede im Sauerland . Der ehemalige Kindertrainer Marc Krätzig und seine Frau haben dort die Leitung übernommen. mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Debatte in Bundesländern um Abschaffung der Maskenpflicht - Was sagen Sie?

Nein, auf keinen Fall.
Ja, ich bin dafür.
Lieber eine Empfehlung statt Pflicht.
4267 abgegebene Stimmen
aktuelle Beilagen
 
Kommentare
Jürgen Müller:
Der Bitte/Forderung von Anwohnern/Herrn Altmaier ist seitens der STADT zu folgen, die bisher KEINE Weitsicht und Kompetenz gezeigt hat - im Gegenteil.Die Reaktion von Herrn Langner ist mehr als bedenklich und kindergartenmässig.Die Auswüchse von alkohol- und feierwütigen Unbelehrbaren in Coronazeiten hat er NICHT im Griff - auch NICHT seine offensichtliche Eitelkeit und Reaktion auf berechtigte Kritik.
Gabriele Friedrich:
Alkoholverbot in der Öffentlichkeit, ob mit oder ohne Corona. Was in anderen Ländern hervorragend funktioniert, scheint in Deutschland unmöglich. Auch die Pizza-Esserei auf der Straße, da braucht man sich nur einmal die städtischen Müllkörbe anzusehen. Wann raffen die Politiker endlich mal, das sie sich auch unbeliebt machen dürfen, wenn es Sinn macht. Keine Chance den Alkoholikern und so schützt man auch Jugendliche, die ohnehin schon zu viel "saufen" Wenn der OB sich beschwert, soll er halt seine Arbeit machen und zwar so, wie die Wähler das wollen.
Jean Seligmann:
Verbote, Verbote und nochmals Verbote, könnt ihr nichts anderes mehr? Es ist doch klar Erkennbar das die Menschen diese immer mehr unterlaufen, lt. einer Studie haben sich 2/3 der Menschen in Deutschland nicht an die Corona-Verbote gehalten! Es geht auch anders, schaut euch Schweden an, sinkende Infektionszahlen! Und das ohne Panik schüren, Verbote, Strafe, hier wurden ganz wenige Maßnahmen ergriffen, die Freiheit der Menschen wurde nicht eingeschränkt!
Gabriele Friedrich:
Bei der AfD ist es eben schwierig die Leute auszusortieren, die rechtes Gedankengut haben. Ich finde auch, das man nicht generell alles ablehnen sollte, was von dieser Partei kommt. Lieber wäre mir, es würde sie gar nicht erst geben. Zu verdanken haben wir das der versagenden Bundespolitik und auch Landespolitik. [ Zitat] Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung [ Zitat Ende] "Das" können Sie auch ganz normal in Arztpraxen, Krankenkassen, öffentliche Stellen, auf der Straße und eigentlich überall erleben, wo Menschen sich begegnen. Ganz normale Deutsche diffamieren andere Deutsche, nur weil sie sich gegen etwas wehren, etwas einfordern wollen oder einfach nur freundlich behandelt werden wollen. Auch wer eine "andere" Meinung hat, wird verbal niedergetrampelt oder verächtlich gemacht. Deutschland ist nicht unbedingt mehr das Vorbild für andere. Die Menschen haben noch niemals aus der Vergangenheit gelernt, die Fehler geschehen immer in der Gegenwart!
Jean Seligmann:
"auf allen Ebenen der kommunalen politischen Arbeit Anträge der AfD abzulehnen, wurde dabei einstimmig beschlossen." So sieht das demokratische Verständnis der anderen Parteien also aus, INTOLERANT wäre noch geschmeichelt, hier werden Menschen diskriminiert ob ihrer politischen Ansicht, obwohl diese durch Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz im Grunde ausgeschlossen sein sollte. Aber soviel Verständnis für Andersdenkende darf von den anderen Parteien und im besonderen von GRÜNEN nicht erwartet werden! Wo die Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung von anderen Menschen hinführt, dass hat uns die Geschichte hinlänglich gelehrt!
juergen mueller:
Dieser sogenannte "Handlungsbedarf" wurde über JAHRE ignoriert. Jetzt, wo die Kacke am Dampfen ist, wird man munter. Dieses plötzliche Umdenken ist das was Politik ausmacht - erst dann, wenn die Öffentlichkeit auf etwas aufmerksam macht, was über Jahre vernachlässigt wurde, (vermeintlich) aktiv werden. Man sucht sich halt zu seinem persönlichen Vorteil das aus, was eben zur eigenen Profilierung gerade passt. Widerlich und anbiedernd.
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.