Allgemeine Berichte | 20.08.2018

Ausstellung in Dausenauer Kirche zeigt, wie Reichtum an Rohstoffen für Armut sorgt

Verbraucher profitieren von Ausbeutung der Entwicklungsländer

Wie arm machen reiche Rohstoff-Vorkommen die Menschen in der südlichen Welt? Eine Frage, die während der Ausstellungseröffnung in der evangelischen Kastorkirche in Dausenau von Pfarrer Matthias Metzmacher und Heidi Jung aufgegriffen wurde. Dekanat Nassauer Land

Dausenau/Rhein-Lahn-Kreis. Smartphones und Handys in einem Koffer. Der steht mit zehn anderen derzeit im Seitenschiff der evangelischen Kirche St. Kastor in Dausenau und ist Teil einer Ausstellung mit dem Titel „Arm durch Reichtum“. Bis zum Sonntag, 19. August wies sie darauf hin, welche Rolle Rohstoffe für die Ungerechtigkeit im weltweiten Wirtschaften spielen. Die modernen Kommunikationsgeräte wären ohne den seltenen Rohstoff Coltan nicht funktionstüchtig, dessen Abbau im Kongo für unsägliches Leid von Kindern und Erwachsenen sorgt, für Armut und Bürgerkriege.

Coltan ist nur ein Beispiel dafür, dass der Reichtum an Rohstoffen wie Erdöl, Holz, Gold, Diamanten und Metallen keineswegs mit dem Reichtum der Länder verbunden ist, in denen sie vorkommen und abgebaut werden. „Je reicher ein Land an Rohstoffen, desto gefährlicher lebt die Bevölkerung“, sagte Matthias Metzmacher bei der Eröffnung der Ausstellung, die er zusammen mit der Kirchengemeinde nach Dausenau holte. Die Vertreibung von Einwohnern und Umweltfrevel wie das Abholzen von Wäldern kommen hinzu.

Dass arm und reich sehr dehnbare Begriffe sind, machte der Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung des evangelischen Dekanats Nassauer Land zusammen mit Heidi Jung vom Vorstand der Kirchengemeinde deutlich. „Was bei uns als normal und selbstverständlich angesehen wird, ist für andere Menschen der absolute Luxus“, sagte der Theologe und erinnerte an die Besuche der Dekanatspartnerschaft zwischen Nassau und dem tansanischen Distrikt Mabira in Afrika. Heidi Jung erinnerte an die endlichen Erdöl-Vorkommen und für welche Produkte es überall eingesetzt wird. Am bekanntesten sind die Plastiktüten, auf die jeder eigentlich verzichten könnte, aber auch alles, worin Farbe enthalten ist, zählt dazu, wie etwa eine Jeans.

Der Wegwerfgesellschaft scheine nicht bewusst zu sein, dass sie die Rohstoffe für nachfolgende Generationen verprassen. „Manchmal wollen wir gar nicht wissen, woher ein Produkt kommt und wie es gefertigt wurde“, sagte Metzmacher und erinnerte an menschenverachtende Produktionsbedingungen in den Herkunftsländern. Aber nicht nur von Politikern sei noch viel zu tun, um diese Missstände zu beseitigen. „Jeder einzelne von uns kann seinen Beitrag leisten, auch im Rhein-Lahn-Kreis“, so der Pfarrer, schließlich sei der Kunde König und habe entsprechende Macht. Seine Anregungen: Parteien wählen, die sich für nachhaltiges Wirtschaften einsetzen, defekte Produkte mit Wertstoffen zum Repair-Café bringen, Unternehmen durch Nachfragen nach Herkunft und Produktionsbedingungen lästig werden, nachweislich fair gehandelte Produkte kaufen etwa in den Eine-Welt-Läden des Kreises oder bei regionalen Anbietern wie den Selbstvermarktern im Rhein-Lahn-Kreis.

Die Koffer in der Kastorkirche klären auf über Missstände in den Rohstoffe liefernden Ländern und wie diese mit dem Wirtschaften von Firmen in Industrienationen und dem dortigen Kaufverhalten zusammenhängen; Zustände und Wirtschaftsmethoden, gegen die Organisationen wie der evangelische Entwicklungsdienst „Brot für die Welt“ schon lange protestieren. Von ihm wurde auch die Wanderausstellung konzipiert. Auch wenn manche Texte etwas klein gedruckt sind, bietet sie viele Informationen über die Rolle der Rohstoffe für eine ungerechte Welt und Denkanstöße für ein menschenwürdigeres und umweltfreundlich nachhaltiges Wirtschaften in der Welt.

Dass der Umgang mit Rohstoffen nicht nur ein gesellschaftspolitisches, sondern ach ein christliches Thema ist, machten die vielen Lieder deutlich, die während der Eröffnungsandacht vom Dausenauer Posaunenchor begleitet wurden. Ein Quiz vertiefte die Erkenntnisse der Schau.

Pressemitteilung

Dekanat Nassauer Land

Wie arm machen reiche Rohstoff-Vorkommen die Menschen in der südlichen Welt? Eine Frage, die während der Ausstellungseröffnung in der evangelischen Kastorkirche in Dausenau von Pfarrer Matthias Metzmacher und Heidi Jung aufgegriffen wurde. Dekanat Nassauer Land

Wie arm machen reiche Rohstoff-Vorkommen die Menschen in der südlichen Welt? Eine Frage, die während der Ausstellungseröffnung in der evangelischen Kastorkirche in Dausenau von Pfarrer Matthias Metzmacher und Heidi Jung aufgegriffen wurde. Foto: Dekanat Nassauer Land

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