MTuS übergibt wertvolle Kleinodien aus der Vereinsgeschichte an die Stadt
Vereinsgeschichte ist Stadtgeschichte
Meckenheim. Der ehemalige Vorsitzende des Meckenheimer- Turn- und Schwimmvereins (MTuS), Manfred Mahnig, und sein Sportkollege Michael Klein überbrachten der Stadt Meckenheim einen wertvollen „Schatz“ aus der Vereinsgeschichte. Dazu gehörten zwei handgeschriebene Protokollbücher in Sütterlinschrift von den Anfangszeiten des Vereins 1892 bis 1960. Weiterhin ein Kassenbuch und die erste Vereinsfahne, die 1896 fertiggestellt und eingeweiht wurde. In den vier Ecken der Fahne steht die Losung der Sportler, die bis heute ihre Gültigkeit hat: frisch, froh, fromm und frei. Hergestellt, d.h. bestickt, wurde die Fahne von der Ehefrau des ersten Vorsitzenden Dr. Willems. Der Verein erlebte seit 1892 eine wechselvolle Geschichte, unterbrochen von zwei Weltkriegen. Bis 1933 waren auch jüdische Mitbürger im Verein und hatten Vorstandsposten inne. Dann wurden laut Beschluss des Deutschen Turnerbundes alle jüdischen Vereinsmitglieder ausgeschlossen und der Verein, der damals noch Meckenheimer Turnverein (MTV) hieß, leistete dem Folge. Zwischen 1933 und 1936 gibt es kaum Einträge im Protokollbuch. Erst 1950 wurde ein Wiederbeginn versucht, scheiterte aber daran, dass es außer im „Fässchen“ keine Turnmöglichkeiten gab. Erst 1960 wird der Verein ein drittes Mal gegründet und damit beginnt die ununterbrochene Vereinstätigkeit. Als vor zwei Jahren der MTuS mit dem TST Merl fusionierten, wurde er zum zweitgrößten Turnverein im Rhein-Sieg-Kreis. Manfred Mahnig hat sich die Mühe gemacht, Teile der Protokollbücher in lesbarer Schrift zusätzlich auf eine CD zu übertragen und so der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über die wertvollen Vereinsgeschenke freute sich der Bürgermeister Bert Spilles sehr. „Es sind zwar nur Leihgaben, aber im historischen Archiv der Stadt werden sie eine gute Bleibe finden“, so der Bürgermeister. Auch Archivarin Ingrid Sönnert fühlte sich sehr angetan. Sie weiß schon, wo sie im neuen Rathaus die Kleinodien unterbringen will. Ihre Freude drückte sie so aus: „Vereinsgeschichte ist immer auch Stadtgeschichte.“
STS
Eine Fotografie aus dem Jahr 1910 zeigt die damaligen Sportler des MTV. Foto: Picasa
