Ein literarischer Abend mit Ernst Loeb im Alten Rathaus
„Vergnüglicher Sarkasmus“
Andernach. Am 4. September um 19 Uhr findet im Alten Rathaus in Andernach ein besonderer literarischer Abend statt. Der Freundschaftskreis Dimona Andernach lädt in Kooperation mit der Stadtbücherei und dem VHS-Kurs „Schreiben“ zu einer Lesung von Gedichten des jüdischen Mitbürgers Ernst Loeb (1914-1987) ein.
Besonders bekannt ist das Gedicht „An meine Vaterstadt“, das von vielen in Andernach als Vermächtnis Loeb’s angesehen wird. Insgesamt hat er vier Gedichtbände geschrieben, aus denen an diesem Abend eine Auswahl vorgetragen wird. Dabei berühren viele Gedichte seine Biographie und vor allem auch seine Beziehung zu Andernach. Loeb verließ Deutschland 1936, fand in Palästina keine neue Heimat und emigrierte schließlich 1938 in die USA. Ein Leben lang beschäftigte ihn die Suche nach seinen Wurzeln und einer Heimat.
Zwei der Gedichtbände wurden vom Atelier Verlag Andernach veröffentlicht. Bei der Vorstellung des Bandes „Kein Rizinus für Seelennöte“ im Jahr 1981 betonte der Andernacher Schriftsteller Fritz Werf, dass sie diesen Gedichtband verlegt haben, weil Ernst Loeb seine Heimatstadt so sehr und volkstümlich liebt, dass er leidenschaftlich und unverfälscht in der Mundart spricht. Da es wenig Hoffnung gebe, dass Loeb noch einmal zurückkehre, wolle man zumindest eine Heimkehr im Buch ermöglichen.
Der Abend wird mit einem Grußwort von Bürgermeister Claus Peitz eröffnet. Anschließend werden die Gedichte von vier Personen vorgetragen: Petra Löcherbach und Volker Kesseler, beide Vorstandsmitglieder des Freundschaftskreises, Frank Merken, Leiter der Städtischen Bücherei, und Karin Hillesheim aus dem VHS-Kurs „Schreiben“. Moderiert wird der Abend von Wolfgang Redwanz.
Der literarische Abend verspricht eine spannende Mischung aus Ernsthaftigkeit und Heiterkeit. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, diese besondere Veranstaltung zu besuchen. Der Eintritt ist frei.
BA
