Senioren-Union Andernach ließ sich qualifiziert informieren
Verhaltensempfehlungen zur Sicherheit gegen Kriminalität im Alltag
Andernach. Immer wieder hört und liest man über ältere Menschen, die von Kriminellen um ihr Geld oder ihre Wertsachen betrogen werden. Dabei geben die Angreifer sich z.B. am Telefon fälschlicherweise als Polizisten aus oder tätigen Schockanrufe wegen eines angeblichen schweren Unfalls eines nahen Angehörigen. Die Liste der angewandten Betrugstechniken wird stetig länger. Zur Information über diese Gefahren und wie man sich verhalten soll, hatte die Senioren-Union Andernach Herrn PHK Ralf Thomas aus dem Beratungszentrum des Polizeipräsidiums Koblenz eingeladen, um über die Gefahren zu informieren und Verhaltenshinweise zu erhalten. Dabei verdeutlichte der Hauptkommissar unter anderem, wie und woran man echte Polizisten erkennen kann. Man sollte sich in jedem Fall den Dienstausweis zeigen lassen und auch auf der Rückseite das Gültigkeitsdatum überprüfen. Bei angeblichen Polizisten in Zivil soll man sich Dienstausweis und Dienstmarke zeigen lassen und überprüfen. Er wies dabei eindrücklich darauf hin, dass die Polizei die Bürger niemals auffordern würde, ihnen Geld oder Wertsachen zu übergeben, um vor Kriminellen geschützt zu sein. Die Polizei würde auch in keinem Fall bei einem schweren Unfall eine Kaution vom Unfallverursacher verlangen, wie es die Kriminellen bei ihren Schockanrufen vorgeben, um die Senioren zur Zahlung größerer Summen zu bewegen, um einen nahen Angehörigen vor dem angeblich sonst drohenden Gefängnis zu bewahren. In solchen Fällen empfahl er immer, das Gespräch rasch zu beenden und den angeblich betroffenen Angehörigen selbst anzurufen. Da sich bei einem Schockanruf der angebliche, schluchzende Angehörige nie mit Namen melden würde und nur darauf warte, dass der angerufene Verwandte rät, wer an Telefon sei, soll man sich auf diese Situation vorbereiten und einen fiktiven Namen bereithalten. Wenn der Anrufende den fiktiven Namen bestätigen würde, wüsste man genau, dass es sich um Betrug handle und sollte sofort auflegen.
Ralf Thomas zeigte noch eine Reihe weiterer Betrugsmaschen auf, z.B. WhatsApp-Betrug und das sogenannte „Shoulder Surfing“, bei dem Fremde einem beim Geldabheben über die Schulter schauen und einen ablenken, um neben der PIN auch an die Geldkarte zu gelangen. Hier soll man immer darauf achten, dass niemand zu nah hinter einem steht, wenn man Geld abhebt. Beim WhatsApp-Betrug schicke ein naher Verwandter eine Nachricht an ein potenzielles Opfer und teile mit, dass sein/ihr Handy oder die alte Sim-Karte defekt sei und sie daher eine neue Nummer habe, die ab sofort verwendet werden soll. Wenn dann die Bitte folge Rechnungen des Verwandten zu überweisen, da er/sie wegen des Nummernwechsels keinen Zugriff auf sein/ihr Konto habe, liege mit Sicherheit Betrug vor. Man solle dann die alte Nummer des Angehörigen anrufen, um sich zu vergewissern. Herr Thomas wies noch auf weitere Gefahren hin, die z.B. vom Funkschlüssel eines Autos potenziell ausgehen sowie auf die Möglichkeit, dass die NFC-Funktion an Bankkarten zum kontaktlosen Bezahlen auch von Kriminellen mit technischen Geräten missbraucht werden kann und man daher Schutzmaßnahmen ergreifen soll. Der Vorsitzende Richard Welter und die zahlreichen Teilnehmer dankten schließlich dem Polizeibeamten mit kräftigem Applaus für seinen sehr informativen Vortrag.
Pressemitteilung
Senioren-Union Andernach
