In den Büros der Verbandsgemeindeverwaltung wird eine Reihe von Großprojekten vorbereitet und zu Ende gebracht
Verkehr, Gewerbe, Kinder und Senioren – VG Puderbach investiert in die Zukunft
VG-Bürgermeister Volker Mendel nennt die Schwerpunkte
Puderbach. Angesichts der Minusgrade die letzten Tage wird dem Puderbacher Verbandsgemeinde-Bürgermeister Volker Mendel wohl niemand widersprechen: Die Heizungsanlage im Rathaus muss funktionieren, damit die Mitarbeiter der Verwaltung ihrer Arbeit nachgehen können. Die Heizung wird erneuert und gleichzeitig die Dämmung der Decke im Obergeschoss optimiert. Beides sind Maßnahmen der größeren Art im Investitionsprogramm der Verbandsgemeinde Puderbach in diesem Jahr. „Energetische Sanierung“ nennt sich das Vorhaben im 1987 erbauten Rathaus. So alt ist auch die Heizung in diesem Gebäude. Sie wird durch ein hausinternes Blockheizkraftwerk ersetzt.
Den eigenen Geldbeutel schädigt diese Investition allerdings kaum: 90 Prozent der Ausgaben von 85.000 Euro werden vom Land bezahlt. Das nächste Projekt auf der To-Do-Liste von Bürgermeister Volker Mendel ist die Umsetzung einer Verordnung der Europäischen Union. Die verlangt nämlich die Einrichtung einer zentralen Vergabestelle für öffentliche Aufträge der Kommune. In dem Zusammenhang zu sehen - nämlich verwaltungstechnisch - sind die Kommunal- und Europawahlen im Mai, die der Bürgermeister mit seinem Team auf VG-Ebene organisieren muss. Die Kosten dafür - vom Drucken der Wahlbenachrichtigungen bis zu den Erfrischungsgeldern für die Wahlhelfer - halten sich in Grenzen. Seit 15 Jahren läuft das Projekt „Trinkwasseroptimierung“ in der Verbandsgemeinde Puderbach. Es wird in 2019 abgeschlossen. Die Entscheidung, kein Wasser vom Kreiswasserwerk zu beziehen, sondern sich eigenständig aus eigenen Quellen zu versorgen, führte zum Bau eines Systems mit zwei Hochbehältern - Dernbacher Kopf und Keltenhügel in Lautzert - an die alle 16 Ortsgemeinden der VG angeschlossen werden. Ein ähnliches Großprojekt ist der Umbau der Kläranlage „Hölzches Mühle“ zwischen Puderbach und Raubach. Zwei von vier Bauabschnitten sind abgeschlossen, in diesem Jahr beginnt der dritte. „Im Echtbetrieb“, betont Bürgermeister Mendel. Mit dem Abschluss rechnet er im Jahr 2023. Bis dahin wird die Verbandsgemeinde 17 Millionen Euro für Bauarbeiten am Klärwerk ausgegeben haben. Notwendig geworden war der Umbau wegen der spürbar gewachsenen Bevölkerungszahl.
Sein Gesicht verändern wird Puderbach durch den lange ersehnten Umbau des Verkehrsknotenpunkts am Mühlenberg, wo die Hauptstraße, die Mittelstraße und die Steimeler Straße aufeinander treffen: Aus der Ortsmitte kommend, bilden sich zu den Stoßzeiten an der Kreuzung fast schon kilometerlange Staus. Hier wird auf topografisch nicht einfachem Gelände, quasi im Hang, ein Kreisel gebaut, der die Situation deutlich entschärfen soll. Der Landesbetrieb Mobilität trägt den Hauptteil der Kosten von einer Million Euro. In dem Zusammenhang wird die Brücke über den Holzbach neu gebaut. Kostenpunkt: 500.000 Euro. Volker Mendel hofft, dass im Oktober mit den Arbeiten begonnen werden kann. Der Straßenbelag der Mittelstraße vom Mühlenberg bis ins Gewerbegebiet (Urbacher Straße) wird erneuert. In dem noch erhaltenen Teil der alten Mühle befindet sich ein Wasserwerk, mit dem die Ortsgemeinde Strom produziert.
Die ohnehin schon guten Einkaufsmöglichkeiten rechts und links der Urbacher Straße werden erweitert. Auf Flächen am Ortsrand Richtung Harschbach/Urbach soll ein weiterer großer Einzelhandelsbetrieb angesiedelt werden, ein so genannter „Vollsortimenter“. Dasselbe Gebiet soll ein Sonder- und Gewerbegebiet mit weiteren 26.000 Quadratmeter Gewerbefläche werden. Die Ortsgemeinde Puderbach hat die dafür benötigten Grundstücke von Privatleuten zum Teil schon gekauft. Gebaut wird hier aber frühestens in zwei Jahren. Die Suche nach Möglichkeiten für weitere Gewerbeflächen darüber hinaus ist schon in vollem Gange.
Schneller gehen muss es mit der Schaffung neuer Kindertagesstätten-Plätze. Um die gestiegene Nachfrage zu befriedigen, hat die Verbandsgemeinde Räumlichkeiten im evangelischen Gemeindehaus gemietet. Das ist aber nur eine Notlösung. Geplant ist ein Neubau für 125 Kita-Plätze in Puderbach. Ein geeigneter Platz dafür wird noch gesucht. Der Finanzbedarf für das Bauvorhaben wird circa. vier Millionen Euro betragen. Geld, das die VG Puderbach nicht hat. Nur 1,2 Millionen würden von Kreis und Land an Zuschüssen gezahlt.
Zu guter Letzt will die Verbandsgemeinde jetzt endlich Nägel mit Köpfen machen und das seit sieben Jahren wegen eines Rechtsstreits mit den Architekten stillgelegte Schul-Hallenbad wieder nutzbar machen. Nachdem die Ortsgemeinde Puderbach das ehemalige Kinogebäude in der Ortsmitte erworben hat, steht dieses Grundstück jetzt für den Bau deiner seniorengerechten Wohnanlage zur Verfügung. Ein Investor dafür hat schon Interesse geäußert. 31 Wohnungen mit jeweils 50 Quadratmeter Wohnfläche sind geplant.
Das Puderbacher Rathaus, wo die Großvorhaben für 2019 organisiert werden, hat selbst Sanierungsbedarf. In diesem Jahr werden die Heizungsanlage und die Dachdämmung erneuert.
