Vernissage im Weißen Turm
Ahrweiler. Am vergangenen Freitag fand in der Stadtgalerie „Weißer Turm“ in Ahrweiler die Vernissage zur Gemeinschaftsausstellung „QUADROPHONIE“ statt, bei der die Künstler Andrea Orth, Hermann-Josef Schuhen sowie das kunstDUO Maria Sögtrop und Eva-Maria Weiss ihre Werke präsentierten. Die Verbindung zwischen diesen vier Künstlern ergab sich aus ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Flutkatastrophe von 2021.
Adrian Turicik von IsraAID-Germany eröffnete die Ausstellung und bezeichnete sie als gelungenen Abschluss einer Reihe von Ausstellungen, die im Rahmen des Fluthilfeprojekts „Flutgeschichten“ und dem „KreAHRtiv-Raum“ im Weißen Turm stattgefunden hatten.
Unter dem Titel „Quadrophonie“ präsentierten die Künstler Arbeiten, die in Farben, Worten und Materialien Schwingungen erzeugen und die Betrachter dazu einladen, eigene Verbindungen zwischen den Werken zu entdecken.
Besonders beachtenswert waren die Arbeiten von Andrea Orth, die seit mehr als 25 Jahren mit natürlichen Pigmenten in der Technik alter Meister arbeitet. Ihr kreativer Prozess ist zeitaufwändig und beinhaltet das Handanrühren von Pigmenten, Bindemitteln, Marmorpulver und Kalken. Diese werden in bis zu sieben Schichten aufgetragen, verdichtet, wieder aufgerissen, aufgefüllt und abschließend mit einem Stein poliert. Dies führt zu unerwarteten Brüchen und Oberflächen, die den Bildern eine besondere Haptik verleihen. Am 7. Dezember wird Andrea Orth Einblicke in ihre hArbeitsweise und das älteste Malmittel der Menschheit geben.
Der Künstler Hermann-Josef Schuhen setzte das Thema „Kaffee“ auf facettenreiche und humorvolle Weise in Szene, was die Besucher zum Schmunzeln brachte. In seinen Werken kombiniert er Text, Bild und Objekt und widmet sich dem besonderen Moment des Alltäglichen. Gedankenblitze werden in Texten festgehalten und in Bildern oder Installationen umgesetzt. Dabei entstehen oft zufällige und augenzwinkernde Symbiosen. Am 14. Dezember wird Eva-Maria Weiss Texte von Hermann-Josef Schuhen in einer Lesung präsentieren.
Die Bilder des kunstDUOs Maria Sögtrop und Eva-Maria Weiss, die seit 2019 gemeinsam Kunstwerke schaffen, weckten reges Interesse und Neugier über die Arbeitsweise der beiden Künstlerinnen. Ihre Arbeiten entstehen im fließenden Wechsel zwischen Zeichnung und Malerei auf verschiedenen Untergründen. Im kreativen Schaffensprozess vertrauen sie ihrer Intuition und experimentieren mit Materialien wie Weinhefe, Grafit, Kreiden, Wachs und Kaffee. Am 20. Dezember laden das kunstDUO zu einer meditativen Bildbetrachtung mit Tao-Texten und anschließendem Austausch ein.
Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Dezember mittwochs und donnerstags von 12:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. BA
