Allgemeine Berichte | 24.01.2017

SPD-Ortsverein Altstadt-Mitte

Verwahrlosung des Kaisers

Koblenz. Im Rahmen eines Stadtteilspazierganges des SPD-Ortsvereins Altstadt-Mitte, der auch zum Deutschen Eck mit seinem kaiserlichen Denkmal führte, hat man erneut festgestellt, dass dieses in Gänze nicht mehr schön anzuschauen ist. Der Zustand der Mauern des Denkmals mit den Länderwappen sowie der Sockel des Reiterstandbildes ist verheerend. Zumal dieses Wahrzeichen nicht nur für Koblenz steht sondern durchaus auch ein Zeichen für Deutschland und seine Geschichte ist. Was würde der ‚verewigte Fürst‘ nur denken?

Jedes Jahr strömen Einheimische und vor allem auch Gäste an dieses Monument. Schon lange lässt die Reinigung und Sanierung auf sich warten. Für die Aufschönung, beispielsweise das Entfernen des witterungsbedingten Grünspans, steht Geld im Haushalt der Stadt zur Verfügung. „Das Geld muss auch abgerufen und der Umsetzung zugeführt werden“, fordern Fritz Naumann, Stadtratsmitglied und Ortsvereinsvorsitzender, und sein Stellvertreter Denny Blank. Im Frühjahr dieses Jahres muss die Stadtverwaltung tätig werden, sind sich die Altstadt-Genossen einig.

Nicht nur die Umsetzung der Pflege ist längst überfällig. Seit Jahren prüft die Verwaltung die Kosten für erforderliche Reparaturen und Instandsetzungen rauf und runter. „Wir haben große Sorge vor einer langfristigen Gesamtschädigung des Denkmals“, erläutert Fritz Naumann. „Die Substanz der Fugen weist jetzt schon große Lücken auf, die durch das Eindringen von Wasser, die Schädigungen weiter anwachsen lassen“, erklärt er weiter. Dass man seitens der Stadtverwaltung früher vorgelegte Angebote von großen Reinigungsgeräteherstellern ablehnte, mit der Begründung, man könnte es selber und günstiger veranlassen, ist töricht, finden die Stadtteilpolitiker.

Zeit, etwas zu unternehmen

Man kann ja für oder gegen dieses Denkmal mit all seiner Bedeutung sein.

Dennoch gehört das Denkmal zur Stadt Koblenz, zu Deutschland. Jedoch ist es nun an der Zeit aktiv etwas zu unternehmen. Es muss allmählich gehandelt werden, fordern die Altstadtpolitiker. „Die Verwaltung muss zu der Erkenntnis gelangen, dass andauernde Checks dieses Vorgangs nicht zur Selbstverschönerung und eigenständigen Aufrechterhaltung des Reiterstandbildes, des Säulensockels und des tragende Plateaus führen“, erläutert Denny Blank hierzu aus. Wie würden die staatlichen und privaten Initiatoren und Spender der Rheinprovinz auf diese Nachlässigkeit reagieren? „Wir erwarten von den Fachleuten der Verwaltung jetzt konkrete Aussagen über die Kosten der Instandsetzung, damit die politischen Gremien nun endlich entscheiden können“, sagt Fritz Naumann entschlossen. Weiteres Herausschieben wäre eine Schmach für die damaligen Denkmalgebenden ‚Väter‘ sowie auch das ehrenwerte Spender-Ehepaar Theisen, welches eine Nachbildung des Reiterstandbildes Anfang der 1990er Jahre stiftete. Was würde nur Kaiser Wilhelm I. von dieser Schluderei halten?

Pressemitteilung des

SPD-Ortsvereins Altstadt-Mitte

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Kommentare
29.01.201717:28 Uhr
juergen mueller

Die aufgeschönte Entschlossenheit von Herrn Naumann in Ehren, aber Schmach u. Schluderei? Das trifft sich ja fast mit den Problemen in seinem Heimatort RÜBENACH, wo dies bei der letzten OBR-Sitzung vom 24.01.17 voll u. ganz zum Tragen kam, wo man sich vor lauter Langeweile u. Desinteresse seitens der anwesenden SPD-Ratsmitglieder u. Vorsitz/Mitglied im Ortsverein (der die treibende Kraft im Ort sein soll???) wie in einem schlechten Film fühlte mit dem Unterschied, dass man sich HIER im Ort durch eine Verwahrlosung insbesondere der hier ansässigen örtlichen CDU-SPD-Politik betroffen u. geschädigt fühlt.
Ein Stadtteilspaziergang des SPD-OV- RÜBENACH durch den Ort u. die Gemarkung wäre empfehlenswert, um zu erfahren, welcher "Aufschönung u. Umsetzung" es bedarf, den Ort lebens- u. liebenswerter zu machen, bevor durch fragwürdige politische Entscheidungen dies immer mehr in den Hintergrund gerät.
Der KAISER u. die HISTORIE von RÜBENACH werden es danken.

27.01.201715:09 Uhr
juergen mueller

Das musste natürlich auch in der RZ (heutige Ausgabe) publik gemacht werden:"Der Kaiser ist ungepflegt".
Dazu kann ich nur sagen:"Die SPD ist uninformiert".
Aber Hauptsache in den Medien präsent, auch wenn dabei fehlender Sachverstand zutage kommt. Hier wird mal wieder phrasenreich über Dinge philosophiert, von denen man keine Ahnung hat. Die Beschaffenheit des Materials des Kaisers bringt es mit sich, dass es eine natürliche Patina ansetzt. Die Substanz der Fugen mit ihren Lücken entbehrt ebenso jeder Kritik u. Sorge, da dies bereits vor tausend Jahren Bestandteil einer Bauweise war, sicher u. ohne Füllmaterial Stein auf Stein zu setzen.
Da hätte ein simpler Klick auf WIKIPEDIA bereits Aufschluß gegeben.
Vor einer unberechtigten Kritik hätte man sich lieber mit der Koblenz-Touristik in Verbindung setzen sollen, die anscheinend mehr weiß. Aber, humorvoll genommen ... in der 5.Jahreszeit sollte man nicht alles ernst nehmen, was so dahergeredet wird.

24.01.201715:18 Uhr
juergen mueller

Wieviele Jahre dreht man sich hier bereits im Kreise? WARUM wird das angeblich zur Verfügung stehende Geld nicht abgerufen u. der Umsetzung zugeführt (da ist sie wieder, die politische Verkleisterung unserer Sprache)? Weil man damit bereits andere Löcher gestopft hat u. dies nicht zugeben will? Man kennt es, Blaba u. optimistisch klingende Phrasen gehören mit zur Volksverdummung.
Aber davon abgesehen. Schon mal darüber nachgedacht, aus welchem Material der Kaiser besteht u. dass eine natürliche Patina ganz einfach dazu gehört u. nach einer "Aufschönung" in Bälde "wiederkommt", eben weil sie dazugehört?
Bevor man hier Steuergeld verschwendet, erst einmal nachgedacht u. dann reden. Aber das ist wahrscheinlich zuviel verlangt. Weitere Beispiele gewünscht?

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