Winter-Weihnachts-Flohmarkt im Tierheim Mayen
Viele Besucher genossen den Tag im Tierheim
Mayen. Sturmtief Nannette sorgte am vergangenen Sonntag für viel Wirbel in der Nordwesthälfte Deutschlands und verschonte auch den „Winter-Weihnachts-Flohmarkt“ des Tierheims Mayen nicht: Zelte mussten am Wegfliegen gehindert und immer wieder befestigt werden, nicht beschwerte Flyer machten sich auf den Weg, sofern sie niemand schnell genug daran hinderte. Aussteller hatten zeitweise ihre Mühe, ihre weihnachtlichen Kunstwerke und Schmuckstücke an Ort und Stelle zu behalten. Manches Laubblatt landete im Kaffee der zahlreichen Besucher, die trotz des verrückten Wetters allerbester Laune waren und den Tag im Tierheim mit all den schönen Dingen, die es überall zu sehen gab, sichtlich genossen. Viele kamen in Begleitung ehemaliger „Heimkinder“ und führten den Mitarbeitern des Tierheims im wahrsten Sinne des Wortes die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit wieder einmal vor Augen. Es roch nach Kakao, Glühwein und frisch gebackenen Waffeln. Das „Streetteam Koblenz“ von „PETA zwei“ überzeugte, dass vegane Plätzchen und Kuchen besonders hohen Suchtfaktor bergen.
Informationen zu Fragen des Tierschutzes
Daneben verteilten die Aktivisten Flyer und Infomaterial zu Tierschutzfragen und machten einige betroffene Besucher darauf aufmerksam, dass echtes Hundefell die Kapuzen ihrer schicken Winterjacken schmückte. „Es ist den Leuten tatsächlich noch nicht bewusst, dass echtes Fell oft wesentlich günstiger zu beschaffen ist als Kunstfell. Daher muss man beim Kauf einer Jacke oder Mütze unbedingt überprüfen, ob man nicht doch echtes Fell untergejubelt bekommt, auch wenn es als Kunstfell deklariert ist“, warnt Sarah Wenzel vom „Streetteam Koblenz“. Eine ältere Dame bestand an Ort und Stelle auf den sichersten Test: Sie zupfte ein paar Haare aus dem Bommel ihrer Mütze, kurz mit dem Feuerzeug erhitzt verriet der Geruch sicher, dass es sich um echten Pelz handelte. „Natürlich ist das nicht die Methode, die man im Geschäft anwenden sollte. Da reicht es oft schon, sich das Fell genau anzusehen und zu überprüfen, ob es auf einem Stoffstreifen eingewebt oder mit einem Lederstück, der Tierhaut, verbunden ist“, erklärt die Tierschützerin. Im zweiten Fall ist die unerwünschte Echtheit des Fells quasi erwiesen. Hingucker des Tages, trotz all der tollen Angebote, waren natürlich wieder die Hunde und Katzen, die im Mayener Tierheim noch sehnsüchtig auf ein schönes und endgültiges Zuhause warten. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass manch ein Besucher, der eigentlich „nur mal gucken“ wollte, schon am Sonntag nicht wie gewohnt in den Schlaf finden konnte und vielleicht am Montag schon im Tierheim angerufen und sich nach einem der zauberhaften „Insassen“ erkundigt hat.
