Allgemeine Berichte | 16.10.2019

SV Remagen feierte sein 100-jähriges Jubiläum

Viele Gäste und zahlreiche Ehrungen

Lobes- und Dankesworte stellten Idealismus, Kameradschaft und Ehrenamtlichkeit in den Mittelpunkt

Marcel Möcking, Friedhelm Münch, Björn Ingendahl, Dieter Sesterheim, Norbert Weise, Michael Kehl, Norman Tischendorf, Florian Gottschalk, Peter Filla und Fritz Langenhorst (v.l.). Fotos: -AB-

Remagen. Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn ein Verein sein 100-jähriges Jubiläum begehen kann. Dieses große Ereignis konnte der Sportverein Remagen, kurz SVR, im in den Vereinsfarben grün-weiß geschmückten Foyer feiern. Entstanden im Jahr 1919, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, steht der SVR heute gut da - mit einem eigenen Stadion, einem tollen Vereinshaus und rund 350 Mitgliedern. Die 100 Vereinsjahre hat der SV Remagen gut überstanden. Von Anfang an war immer wichtig: der gemeinsame Sport, der Idealismus, die Kameradschaft und die Ehrenamtlichkeit. Wie die 100 Jahre vergangen sind, das kann in einer fantastischen Festschrift nachgelesen werden. Für die Federführung bei der Festschrift galt Reinhard Dräbing ein herzliches Dankeschön vom Vereinsvorsitzenden Florian Gottschalk.

Die Moderation am Jubiläumsabend übernahm Marcel Möcking kurzfristig. Er begrüßte im Namen des Vorstands die vielen Gäste, aktiven und inaktiven Mitglieder und eine ganze Reihe von Ehrengästen. Unter ihnen auch Bürgermeister Björn Ingendahl, Ortsvorsteher Wilfried Humpert, Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch, die Professoren Stefan Sell und Lutz Thieme vom RheinAhrCampus, Sportkreisvorsitzender Fritz Langenhorst, der Vorsitzende des Fußballkreises Rhein-Ahr, Dieter Sesterheim, und das Präsidiumsmitglied des Fußballverbandes Rheinland, Norbert Weise.

Ehrungen verdienter Mitglieder

Mit atemberaubenden Jonglagen mit dem Fußball überzeugte der Bergisch-Gladbacher Fußball- und Keulenakrobat Tobias Grün. Bei einem hundertjährigen Jubiläum gibt es auch Menschen, die die Vereinsfäden in den Händen halten und dafür vor großem Publikum geehrt werden. Bei den internen Ehrungen zeichnete Vorsitzender Florian Gottschalk Hans „Cem“ Meyer, Paul Schuster und Hans-Jakob „Jackie“ Güttes für ihre Verdienste um den SVR aus. Die Ehrung von Norbert Meyer, der nicht anwesend war, wird nachgeholt. Peter Filla wurde für vier Jahrzehnte in leitenden Funktionen innerhalb des SVR mit Bronzeplakette und Ehrenurkunde des Landesportbundes geehrt. Zudem wurden Normen Tischendorf, Michael Kehl und Peter Filla mit dem Ehrenbrief des Fußballverbandes Rheinland ausgezeichnet. Florian Gottschalk wurde für seine Verdienste um den SVR mit der Bronzenen Ehrennadel aus den Händen von Dieter Sesterheim und Norbert Weise ausgezeichnet.

Den Reigen der Lobes- und Dankesreden eröffnete Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch. Er warf einen Blick zurück und nannte die in 1919 in Weimar beschlossene erste demokratische Verfassung Deutschlands sowie die Gründung des HSV im gleichen Jahr. 20 junge Männer hätten sich in diesem Jahr in Remagen zusammengetan, um den SV Remagen zu gründen. Gerade die Arbeit von Vereinen und Ehrenamt werde in der Gesellschaft immer wichtiger. Im Kreis Ahrweiler würden sich 40 000 Menschen ehrenamtlich in 200 Sportvereinen engagieren. Der SVR betreibe eine herausragende Kinder- und Jugendarbeit in zwölf Mannschaften aller Altersklassen. Werte von Fairness, Teamgeist und Kameradschaft würden in der Jugendarbeit vermittelt. Der Dank gelte auch allen ehrenamtlichen Betreuern, Trainern und den Eltern. Sie alle seien ein Fundament für den Sportverein. Münch übergab an Gottschalk die Ehrenurkunde des Kreises und die finanzielle Ehrengabe.

Umfangreiche Grußworte

Im Namen der Stadt und der Bürgerschaft gratulierte Bürgermeister Björn Ingendahl. Im Gründungsjahr 1919 sei man weit entfernt von der heutigen Lebenslage gewesen. Dennoch hätten sich junge und nicht mehr ganz so junge Männer in Remagen zusammengetan, um den SVR zu gründen und Fußball zu spielen. In dieser armen Nachkriegszeit sei an verschiedenen Orten in Remagen mit Bällen, zusammengeschnürt aus Lumpen, und in abgewetzten Militärschuhen gespielt worden. Erst die späteren Jahre hätten das Stadion Goldene Meile gebracht und mit viel Eigenleistung auch das tolle Sportlerheim. Ingendahl verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch in Zukunft Idealismus, Kameradschaft und Engagement im SVR vorherrschen würden.

Sportkreisvorsitzender Fritz Langenhorst sprach von dem Pioniergeist der Gründer, der Aufbruchsstimmung in wirtschaftlich angespannten Zeiten und vor allen Dingen von der Kameradschaft, die damals und auch heute noch wichtig sei. 45 Prozent der 350 Mitglieder des SVR seien Kinder und Jugendliche. Wer in die Jugend investiere, investiere in die Zukunft. Langenhorst würdigte besonders auch die Integration der ausländischen Mitbürger. Die Erfahrungen, die der Sport dem Nachwuchs mitgebe, egal ob Niederlagen oder Siege, seien ungemein wichtig. Norbert Weise sprach von grenzenlosem Idealismus, der bei der Vereinsgründung vorgeherrscht haben müsse. Sein Dank galt allen SVRlern - vom Vorstand bis zu den Helfern: „Die Arbeit, die ihr euch macht und gemacht habt, hat sich gelohnt“.

Dieter Sesterheim gratuliert dem SVR zu dem großen Ereignis. Der Verein biete nicht nur sportliche Möglichkeiten, sondern vor allem auch ein geselliges Miteinander. Für 100 Jahre ehrenamtliches Engagement und Opfern der Freizeit bedankte sich Sesterheim bei allen engagierten Mitgliedern und wünschte viel Erfolg in der Zukunft.

Die Schlussrede hielt der erste Vorsitzende Florian Gottschalk. Er ließ die Historie Revue passieren, gespickt mit humorigen Einlagen. Sport war und sei heute mehr denn je ein wichtiger Bestandteil des Gemeinschaftslebens. Wer Sport treibe, lerne, die Spielregeln zu akzeptieren und mit Siegen und Niederlagen umzugehen, er lerne den Umgang mit seinen Mannschaftskameraden - und damit auch den Umgang innerhalb der Gesellschaft. „Gerade in der heutigen Zeit, einer Zeit voller Veränderungen, voller Orientierungsprobleme für Kinder und Jugendliche, ist der Verein ein wichtiger Stabilisator, ein Garant für Kameradschaft und Geselligkeit. Nicht nur in der Vergangenheit, auch aktuell und zukünftig werden hohe Erwartungen an einen Verein wie den SV Remagen gestellt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, waren, sind und werden viele freiwillige Menschen notwendig sein, die ehrenamtliches Engagement zeigen und Verantwortung übernehmen“, so Gottschalk. Seiner Hoffnung, dass es auch weiterhin gelinge, diese Menschen zu finden, verlieh Gottschalk Ausdruck. Diese brauche der SV Remagen, um die soziale und integrative Aufgabe des Vereins auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu gewährleisten sowie die sportlichen Ziele verfolgen zu können. Der Dank von Gottschalk galt vor allen Dingen den beiden Jugendleitern von Remagen und Kripp, Michael Kehl und Hans-Werner Büch, für die gute Zusammenarbeit in der SG Remagen/Kripp. „Unser großes Ziel ist und bleibt die Integration. Diese gesellschaftliche Aufgabe übernehmen wir gerne“, betonte Florian Gottschalk abschließend.

Und war die Stimmung schon gut, so wurde sie noch besser, als das Remagener Panikorchester zum Schluss des offiziellen Programms das Foyer rockte. Bis in den späten Abend feierten die SVRler das 100-jährige Jubiläum. AB

Ehrungen durch Norbert Weise vom Fußballverband Rheinland und Dieter Sesterheim vom Fußballkreis Rhein-Ahr.

Ehrungen durch Norbert Weise vom Fußballverband Rheinland und Dieter Sesterheim vom Fußballkreis Rhein-Ahr.

Vereinsinterne Ehrung (v.l.): Florian Gottschalk, Hans-Jakob „Jackie“ Güttes, Hans „Cem“ Meyer und Paul Schuster.

Vereinsinterne Ehrung (v.l.): Florian Gottschalk, Hans-Jakob „Jackie“ Güttes, Hans „Cem“ Meyer und Paul Schuster.

Marcel Möcking, Friedhelm Münch, Björn Ingendahl, Dieter Sesterheim, Norbert Weise, Michael Kehl, Norman Tischendorf, Florian Gottschalk, Peter Filla und Fritz Langenhorst (v.l.). Fotos: -AB-

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