Allgemeine Berichte | 02.06.2017

Neues aus der Vulkanregion Laacher See:

Viele Geschichten ranken sich um den „blauen Montag“

Der „blaue Montag“ ist für viele Freunde der „Nacht der Vulkane“ zu einer lieb gewonnenen Tour geworden. VG Mendig

Region. Aberglaube war im Mittelalter weit verbreitet. Unter anderem galt der Montag in bestimmten Gegenden als Unglückstag. So durfte man an diesem Tag keine neue Arbeit beginnen und keine Hochzeiten feiern. Den Regierenden war der „blaue Montag“ schon bald ein Dorn im Auge. Im Edikt Friedrichs des Großen vom 24. März 1783 wurde auf den volkswirtschaftlichen Schaden des „blauen Montag“ bei den Handwerkern mit den Worten hingewiesen: „Um diesen Unfug, welcher den Staat um eine zweymonatliche Arbeit, die Handwerks-Meister und Gesellen zu Üppigkeit und der darauf nothwenig erforderlichen Armuth bringet, auf das sicherste abzustellen,“ verpflichtet es die Gesellen, „an allen Montagen ebenso fleißig und lange, als in den übrigen Werktagen zu arbeiten.“

Bei der Frage, warum es „blauer Montag“ heißt, gehen die Erklärungen weit auseinander. Eine ist in den „Privilegirten Erfurtschen Zeitungsblättern“ des „Courier“ und „Staatsboten“ aus dem Jahr 1810 nachzulesen. Dort heißt es: „Der blaue Montag, der hie und da von den Handwerkern gefeyert wird, ist erst im 16ten Jahrhundert entstanden. In den Fasten wurden die meisten deutschen Kirchen blau angeschlagen, und um eben diese Zeit fiengen die Handwerker an, die Fastenmontage durch die Unterlassung aller Arbeit zu feyern. Dieß thaten nicht blos die Meister, sondern auch die Gesellen und Knechte. Diese bedienten sich ihrer Muße, nach damaliger Sitte, zum Trunk und Essen, mit dem Zuruf, daß heute blauer Fraßmontag sey. Diese Nationalsitte, die nur Fastnachtslustbarkeit seyn sollte, dehnte sich bald auf alle Wochen, auch außer der Fastenzeit aus, und die Meister waren desto nachgiebiger, weil ihnen ebenfalls ein zweyter Ruhetag behagte.“

Noch heute spricht man vom „Blau machen“, wenn man ohne triftigen Grund der Arbeit fern bleibt. Bis zum 19. Jahrhundert war der oft auch „guter Montag“ genannte Tag heftig umstritten. Auch der Ausdruck „Montags-Modell“ für ein Auto, das wegen technischer Mängel laufend in die Werkstatt muss, ist auf den „blauen Montag“ zurückzuführen. Denn eigentlich meint man den „Blauen-Montags-Wagen“ - also ein aufgrund fehlender - weil nicht anwesender - Fachkräfte mangelhaft produziertes Auto. Nicht zuletzt ist es heute u.a. noch bei vielen Friseuren üblich, das Geschäft am Montag zu schließen.

Blauer Montag, am 24. Juli

Allerdings stehen keineswegs nur Friseure am Start, wenn die Organisatoren der Kulturwoche „Nacht der Vulkane“ (die Verbandsgemeinden Brohltal, Mendig und Pellenz, das Kloster Maria Laach sowie die Stadt Mendig und Ortsgemeinde Nickenich) in diesem Jahr am Montag, dem 24. Juli wieder zu dem beliebten blauen Montag in die Vulkanregion Laacher See einladen. Die sogenannte „Sternfahrt“ startet im Brohltal am Rathaus Niederzissen um 16.45 Uhr, in Nickenich ist der Treffpunkt am Rathaus (An der Linde) um 17 Uhr und in Mendig geht es um 17.30 Uhr am Obermendiger Kirmesplatz (Teichweise) um 17.30 Uhr los.

Und wieder lautet der Slogan des Tages: „Keiner weiß, wo es hingeht - und das ist auch gut so. In jedem Fall führt die diesjährige Tour nach einer kleinen Wanderung dahin, wo alle hin wollen: Zu einem leckeren Bier und einem rustikalen Essen.

Nähere Informationen und weitere Veranstaltungen der Kultur- und Erlebniswoche „Nacht der Vulkane“ gibt es im Internet unter: www.nacht-der-vulkane.de oder unter der Tel. (0 26 36) 1 94 33.

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Der „blaue Montag“ ist für viele Freunde der „Nacht der Vulkane“ zu einer lieb gewonnenen Tour geworden. Foto: VG Mendig

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