Der WEISSE RING in Koblenz zieht Bilanz für das Jahr 2022
Vielen Kriminalitätsopfern wurde geholfen
Koblenz. Die Außenstelle des WEISSEN RING in Koblenz ist eine von 27 Außenstellen in Rheinland-Pfalz und hilft mit 16 ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen Menschen, die Opfer von Kriminalität wurden, damit „Opfer nicht alleine bleiben“, wie es das Motiv zum Tag der Kriminalitätsopfer plakativ zum Ausdruck bringt.
Im Jahre 2022 haben die Koblenzer Helfer insgesamt 66 Opferfälle bearbeitet. 50 Frauen und 16 Männer suchten Hilfe beim WEISSEN RING in der Rhein-Mosel-Stadt.
Besonders markant sind die Fallzahlen im Bereich von Körperverletzungs- und Sexualdelikten (Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung), so der Leiter der Außenstelle Koblenz Werner Blatt. Sie machen über die Hälfte aller Fälle aus. Aus diesen Zahlen lässt sich die Not der Menschen erkennen, die Opfer brutaler Gewalt wurden und dringend Hilfe gesucht haben. Wie im Vorjahr wurden auch 2022 alle Opferfälle -trotz Corona- persönlich aufgenommen und betreut, was gerade bei Opfern von Sexualdelikten von besonderer Bedeutung ist.
„Bei uns geht es in erster Linie darum, den Menschen zu helfen und zur Seite zu stehen - und das geht nicht online“, begründet Blatt diese Verfahrensweise.
Die Hilfe in Notlagen gestaltet sich vielfältig
Der WEISSE RING hilft den Menschen durch Vermittlung von anwaltschaftlicher oder psychotherapeutischer Beratung und übernimmt hierfür die Kosten. Finanziell unterstützt er Opfer, die infolge der Straftat in eine Notlage geraten sind. Die Koblenzer Opferhelfer haben auch finanzielle Hilfe geleistet für Sicherungsmaßnahmen in besonderen Fällen.
Nicht jedes Opfer bedarf einer materiellen Unterstützung. In vielen Fällen wird der WEISSE RING auch um Beratung gebeten, wie im persönlichen Problemfall vorgegangen werden kann/sollte. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die auf zum Teil jahrelange Erfahrung zurückblicken, konnten hier kompetent Antwort geben.
„Für das Opfer ist neben den Hilfemöglichkeiten eine persönliche Betreuung, das „zur Seite stehen“ und das „Zuhören“ von enormer Wichtigkeit“, unterstreicht der Leiter der Außenstelle Koblenz.
Neben der Opferarbeit stellt die Prävention ein weiteres Satzungsziel des WEISSEN RING dar. „Was wir vorbeugend verhindern können, muss nicht als Opferfall bearbeitet werden“, so die Devise.
Im Jahre 2022 hat die Außenstelle mehrere Workshops und Elternabende zu den Themen „Cybergrooming“ (Anbahnung von sexuellen Kontakten über das Netz) und „Cybermobbing“ (Üble Nachrede, Verleumdung etc. über das Netz) realisiert.
Die Bestandsaufnahme in den Workshops in den Klassenstufen 5 und 6 waren erschreckend und besorgniserregend. „Wir reden nicht von theoretischen Fällen. Die Anzahl der Kinder, die bereits Opfer von Straftaten im Netz wurden, muss uns wachrütteln“, stellt Werner Blatt fest.
Eine Schule hat reagiert und nimmt die Präventionsmaßnahmen der Außenstelle Koblenz fest in den Stundenplan aus. „Leider ist das Engagement dieser Schule ein Einzelfall. Wir würden uns wünschen, dass mehr Schulen von unserem Angebot Gebrauch machen“, so Blatt.
Die Außenstelle Koblenz bietet jeden Mittwoch in der Zeit von 14 bis 16 Uhr für Hilfe suchende Opfer - nach telefonischer Anmeldung - eine Sprechstunde im Polizeipräsidium Koblenz an. Unabhängig von dieser Sprechstunde sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter natürlich jederzeit über die Kontaktdaten der Außenstelle erreichbar: Tel. (01 51) 55 16 47 73 oder per E-Mail: blatt.werner@weisser-ring.de. Pressemitteilung
WEISSER RING Koblenz
