Ein Demonstrationszug für Menschenrechte in Koblenz
„Vielfalt ist menschlich“
Koblenz. Alljährlich wird weltweit in den Sommermonaten der Christopher Street Day, kurz CSD, mit Demonstrationen und bunten Aktionen begangen, um an die Geschehnisse aus dem Jahr 1969 zu erinnern. Damals wehrten sich in New York erstmals Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender Personen gegen die willkürlichen Razzien der Polizei.
Auch in Koblenz findet traditionell am dritten Samstag im August der Christopher Street Day statt, um auf die Forderungen und Rechte der LSBTIQ* Community aufmerksam zu machen. Dabei geht es nie um Sonderrechte und nie um Vorteile. Ausdrücklich geht es immer nur um Gleichberechtigung und die Gleichbehandlung, es geht um ein Leben ohne Diskriminierung. Doch immer wieder stehen die politischen Rechte und die gesellschaftliche Akzeptanz, die über Jahrzehnte lang mühsam erarbeitet und erkämpft wurden, unter Beschuss. Seien es die längst überfällige Reform des Abstammungsrechts, die Entrechtung von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Ungarn oder der steigende Hass auf LGTBIQ* in Polen. „Die besondere Zeit mit der Corona-Pandemie wirkt wie ein Brennglas auch auf die Probleme unserer Community“, so Demoleiter Patrick Zwiernik. „Diskriminierungserfahrungen gehen uns alle etwas an. In der Corona-Pandemie verlagert sich ein Großteil unseres Lebens in die digitale Welt, mit vermeintlicher Anonymität und geringeren Hemmschwellen zur Beleidigung, Hass und Hetze. Als CSD ist es uns besonders in dieser Zeit wichtig, ein Zeichen dagegen zu setzen. Mit Abstand füreinander einstehen, mit Menschen aus allen Altersgruppen, unabhängig von Geschlecht, einer Behinderung, dem ethnischen Hintergrund, der Religion, der Weltanschauung, des Einkommens, sexueller Orientierung oder geschlechtlichen Identität. Gemeinsam stehen wir für Zusammenhalt, Vielfalt und Akzeptanz.“ „Abstand bedeutet nicht soziale Kälte,“ ergänzt der stellvertretende Demoleiter Oliver Antpöhler. „Unser Zusammenhalt in Koblenz zeigt sich besonders in harten Zeiten wie der aktuellen Pandemie. Umso wichtiger ist es auch, für diesen Zusammenhalt gemeinsam Farbe zu bekennen. Erfolge wie die seit Jahren geforderte Einführung einer Queerbeauftragten in Koblenz zeigen, unser stetiger Protest aus der Mitte der Gesellschaft für ein buntes und vielfältiges Koblenz wirken. Daran knüpfen wir weiterhin an, für ein diskriminierungsfreies Leben.“ Die Demonstration wird am Samstag, 15. August um 13 Uhr am Pegelhaus, Koblenzer Rheinufer eröffnet und endet mit einer Abschlusskundgebung am Deutschen Eck. Um auch die Sicherheit und Gesundheit aller Teilnehmenden zu gewähren, gelten in diesem Jahr besondere Auflagen. Deswegen bittet das Organisationsteam alle Teilnehmenden eine Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, sowie einen Abstand während der gesamten Demonstration von zwei Metern einzuhalten. Zur besseren Planung können sich Gruppen auf der Homepage csd-demo.de anmelden. Unter allen bis zum 12. August angemeldeten Gruppen werden im Live-Stream über Facebook die Startnummern der Gruppen gelost.
