Aufführung der Theatergruppe Niederraden endete in karnevalistischem Finale
„Vier Kölsche in Bayern“ begeisterte
Tosender Beifall für Wolfgang Schneelochs Komödie mit 10 Laienschauspielern
Oberraden/Niederraden. Mit einer Art karnevalistischem Finale endete die Aufführung der Theatergruppe Niederraden im vollen Dorfgemeinschaftshaus Oberraden. Kein Wunder, denn wenn „Vier Kölsche in Bayern“, so der Titel des neuen Stücks, angesiedelt sind, wird den Bajuwaren der rheinische Karneval nahe gebracht. Das geschah in Form von Willi Millowitsch, dargestellt von dem bekannten Kölner Komiker Oliver Hoff, der ab 1978 etwa 20 Jahre zu den „Drei Colonias“ (Hits u.a. Eimol Prinz zo sin, Bier und nen Appelkorn) gehörte. Und dann noch der Stippeföttchesdanz und ein echter Gardetanz von Lene Barg und Hanna Manns von der Spielvereinigung Haiderbach. Und die kölschen Lieder konnten sogar die Westerwälder mitsingen und schunkeln.
Der Düsseldorfer Wolfgang Schneeloch, der seit Jahrzehnten in Niederraden wohnt und als Sänger und Entertainer unter Hugo Cheval bekannt ist, schrieb die Komödie, bei der es die vierköpfige Kölner Familie Schmitz – wie könnte sie auch anders heißen? – nach Dumpfbackingen im tiefsten Bayern verschlagen hatte. Nachbar ist die Fußballbegeisterte Familie Gruber, die neben dem FC Bayern auch den FC Dumpfbackingen lieben. Die Schmitzens sind natürlich für den FC Köln und haben sogar deren Maskottchen, einen Geißbock Hennes im Stall.
Beim Antrittsbesuch von Schäng und Lisbeth, prallte dann Rheinland und Bayern aufeinander. „Saupreiss depperter“, nannte der Xaver Franz, der nicht nur Bürgermeister, sondern auch Fußballvereinsvorsitzender ist, seinen Besucher Schäng, der jedoch aus Düsseldorf stammt und statt Kabänes und Kölsch nur Altbier und Killepitsch trinkt.
Da Grubers Sohn Seppl als Mittelstürmer im Fußballverein Ladehemmungen hat, will Schäng, dass Tochter Bärbelchen beim Meisterschaftsspiel gegen den FC Heuhaufen den Part übernimmt, für den Xaver Franz ein absolutes Unding.
So geht es dann hin und her wobei auch Zenzi Gruber und Lisbeth Schmitz während einigen Gläschen Kabänes die Karten kräftig mitmischen. Und während den Umbaupausen trifft Bärbelchen vor der Bühne den Dorftrottel Petronella und den italienischen Schiedsrichter Tonio – der telefoniert stets mit der Mafia – um zu erfahren, wo der Geißbock Hennes ist, der es im Dorf wohl schlimm treibt.
Meisterschaftsfeier auf kölsche Art
Schließlich verspricht Schäng dem Xaver Franz eine tolle kölsche Meisterschaftsfeier für den FC Dumpfbackingen, wenn Bärbelchen mitspielen darf.
Und so kamen beide überein, im Dorfgasthaus „Zum bockigen Anton“ beim Wirt Anton und seiner Bedienung Resi den Aufstieg der Mannschaft auf kölsche Art zu feiern.
Im Wirtshaus wurde dann auch noch das Spiel FC Köln gegen Bayern München übertragen und alles mündete dann eben in diese Art von karnevalistischem Finale, bei dem der Schiedsrichter dann auch noch mit Betonschuhen a la Mafia auftauchte.
Hier die Rollen und ihre Darsteller: Xaver Franz Gruber Bürgermeister und Vereinsvorstand: Hans-Jürgen Barg, Zenzi Gruber, seine Frau: Elke Barg, Seppl Gruber der Sohn und Mittelstürmer: Cedric Abel, Schäng Schmitz, zugereister aus Kölle: Wolfgang Schneeloch, Lisbeth Schmitz, seine Frau: Ingrid Schneeloch, Bärbelchen Schmitz, Tochter und ehemaliges Funkemariechen: Annika König, Anton, Wirt im „bockigen Anton“: Thomas Abel, Resi, Bedienung: Anouchka Wolleh-Abel, Tonio, italienischer Schieds richter: Jörg König und Petronella, Dorftrottel: Maren Remy.
Die Theatergruppe Niederraden besteht seit etwa vier Jahren und hatte jetzt ihre dritte Aufführung. Es ist kein Verein, sondern ein lockerer Zusammenschluss von 12 Leuten, die für das Stück etwa sieben Monate lang einmal pro Woche geprobt hatten. In den Theaterpausen sorgten etwa zehn Familienangehörige der Laienschauspieler für Getränke und kleine Speisen und hatten auch das Foyer des Dorfgemeinschaftshauses dekoriert. Jedenfalls waren die etwa 150 Theatergäste begeistert von der Aufführung und bedankten sich mit lang anhaltendem tosenden Beifall.
„Vier Kölsche in Bayern“ ist nochmals zu sehen am Samstag, 25. November, 20 Uhr, im WSV Bootshaus in Neuwied. HEP
Die Schmitzens aus Kölle treffen die Grubers aus Dumpfbackingen und hatten einen Kabänes mitgebracht.
Schäng und Lisbeth in ihrem neuen Zuhause in Dumpfbackingen.
