Erster Übungsmarathon bei der Freiwilligen Feuerwehr Dieblich
Vier Szenarien in fünf Stunden
Dieblich. Im Juni fand erstmals bei der Dieblicher Wehr ein sogenannter Übungsmarathon statt. Vier verschiedene Szenarien galt es in einem Zeitraum von rund fünf Stunden nacheinander für die Wehrmänner und -frauen abzuarbeiten. Ausgearbeitet und vorbereitet wurden die Übungen von der Dieblicher Wehrführung, Björn Batta und Dirk Jung, sowie Gerätewart Christoph Klause.
Samstags um 14 Uhr ging es dann los. Das erste Alarm-Stichwort lautete „Brand bei der Firma Kröber“ im Gewerbegebiet Salzheck. Dort angekommen, wurde Gruppenführer Lukas Hain darüber informiert, dass sich im hinteren Gebäudekomplex ein Brand an der Gebäudefassade bis aufs Dach entwickelt hatte.
Drei Trupps rückten dem Brand zu Leibe
Schnell wurde eine Wasserversorgung vom Hydranten hergestellt und ein Verteiler auf der Gebäuderückseite gesetzt. Anschließend rückten dem Brand drei Trupps zu Leibe. Das nachgerückte Personal brachte die vierteilige Steckleiter in Stellung, um eine Kontrolle im Dachbereich durchzuführen.
Nachdem auch dort die letzten Glutnester abgelöscht waren, wurde abgebaut, und es ging zurück zum Gerätehaus. Nach einer kurzen Trinkpause wurden nun die Mannschaft neu durchgemischt und die Funktionen auf dem Löschgruppenfahrzeug zugeteilt.
Bergung eines verletzten Waldarbeiters
Per Telefon wurde die Mannschaft zur nächsten Übung gerufen. Ein Waldarbeiter lag verletzt und eingeklemmt unter einem Baum. Der Anrufer stand an einem sogenannten Waldrettungspunkt und gab dessen Nummer an.
Auf der Anfahrt in den Dieblicher Wald wurde die genaue Position des Anrufers in den Karten herausgesucht. Dieser führte die Einsatzkräfte zu Fuß weiter in den Wald hinein. Nach der Lageerkundung durch Gruppenführer Björn Batta beorderte dieser per Funk die Kräfte mit dem passenden Rettungsmaterial vor Ort.
Mittels hydraulischen Rettungsgeräts wurde der Stamm angehoben, anschließend unterbaut und gesichert, sodass die Person aus der misslichen Lage befreit werden konnte. Somit war auch diese Übung souverän abgearbeitet worden.
Ein Kellerbrand mit vermisster Person
Nach einer kurzen Manöverbesprechung und einer kleinen Verschnaufpause ging es weiter. Der nächste Übungseinsatz war auf dem Dieblicher Berg. „Kellerbrand bei der Firma Kries – eine Person vermisst“ lautete dieses Mal das Stichwort. Somit galt es bereits auf der Anfahrt für den Angriffstrupp, den Atemschutz anzulegen.
Am Übungsobjekt angekommen, musste Gruppenführer Lukas Hain viele Dinge beachten. Es handelte sich um ein großes und weit verzweigtes, teils unterkellertes Firmengelände. Auf dem Dach des vermeintlich in Brand stehenden Gebäudes befand sich eine Photovoltaikanlage, und der Mitarbeiter, der vor Ort war, konnte vor Aufregung kaum sinnvolle Angaben zum Brandherd und dem vermissten Kollegen machen.
Dennoch zog Lukas Hain die richtigen Schlüsse und gab die Einsatzbefehle für seine Gruppe. Nachdem die Wasserversorgung stand, rückten zwei Trupps ins Gebäude vor, in dem für sie dank Simulationsschildern auf den Atemschutzmasken fast null Sicht herrschte. Nach intensiver Suche konnte im Lagerbereich die vermisste Person gefunden und nach draußen gebracht werden. Anschließend konzentrierten sich die Kräfte auf die Brandbekämpfung. So konnte alsbald „Feuer aus“ gemeldet und auch diese Übung erfolgreich beendet werden.
Brennender Container ohne Probleme gelöscht
Nachdem insbesondere die Atemschutzgeräteträger ihre durchgeschwitzte Einsatzkleidung gewechselt und alle ihren Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen hatten, ging es zum vierten und letzten Übungseinsatz. Gemeldet war ein „Containerbrand auf dem Parkplatz der Firma Perscheid am Forsthaus“. Mit neu sortierter Gruppe ging es in den Ortsteil Höfe.
Denise Kutzinsky, die noch keine Ausbildung zur Gruppenführerin hat, versuchte sich dieses Mal in der Funktion. Auch sie beurteilte die gestellte Lage korrekt und gab den entsprechenden Einsatzbefehl. Dem brennenden Container wurde mit dem ersten Rohr zu Leibe gerückt. Da ein Traktor in unmittelbarer Nähe des Brandes stand, wurde dieser auf dem abschüssigen Gelände gegen Wegrollen gesichert und ein Schaumrohr für den Fall eines Übergriffes in Bereitstellung gebracht. So war diese Situation schnell entschärft und auch die vierte Übung ohne Probleme gemeistert.
Zum Schluss wurde das Einsatzfahrzeug gereinigt
Nun ging es zurück zum Gerätehaus. Hier galt es nun, das Einsatzfahrzeug wieder zu säubern und aufzurüsten, Aggregate zu tanken sowie Schläuche zu waschen und zum Trocknen zu hängen. Erst als die Einsatzbereitschaft wieder vollständig hergestellt war, setzte man sich zusammen, um die Übungen Revue passieren zu lassen und die eine oder andere Erkenntnis aus dem Geübten zu ziehen.
Das Fazit der Organisatoren sowie aller Beteiligten fiel sehr positiv aus, sodass es im kommenden Jahr eine Wiederholung geben wird.
Der Abschluss des Übungstages fand auf dem Feuerwehrfest in Dreckenach statt. Kameradschaftspflege ist schließlich genauso wichtig wie ein guter Übungsbetrieb.
Das Fazit fiel positiv aus, im nächsten Jahr soll es eine Wiederholung geben.
