Lahngemeinde ohne Karnevalsverein wird zur Fastnachtshochburg
Vier tolle Karnevalsereignisse im Angebot
Nievern. Klein, aber sehr fein, so könnte man den karnevalistischen Terminkalender von Nievern umschreiben. Im Prinzip gibt es „nur“ vier Karnevalsveranstaltungen in der kleinen Lahngemeinde - die sind aber allesamt „Gassenfeger“ und locken Publikum, teilweise weit über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinaus. Eine sehens- und erlebenswerte Leistung, bedenkt man einmal, dass Nievern weder über den klassischen Zug noch über einen eigenen Karnevalsverein verfügt.
Stützen der fünften Jahreszeit sind in Nievern die Freiwillige Feuerwehr und die Kolpingfamilie. Letztere zeichnet für den regelmäßig ausverkauften Kolpingball - in diesem Jahr am Samstag, 30. Januar, ab 19.11 Uhr in der Sporthalle (Saalöffnung ab 18 Uhr) - verantwortlich. Der Kolpingball hat sich in den vergangenen Jahren verdient einen Namen gemacht und bringt Publikum und Halle regelmäßig zum Beben. Bekannt ist der Kolpingball für das erstklassige Programm - vier Stunden lang folgt traditionsgemäß ein (Karnevals-)Kracher dem anderen. Stargast in diesem Jahr: der „Kowelenzer Hejel“ Rainer Zufall. Nach dem Vorverkauf am 16. Januar von 11 bis 12 Uhr im Pfarrheim in der Nieverner Schulstraße (gegenüber der Feuerwehr) wird es wohl kaum noch Karten geben. Die Abgabe der Karten ist wegen der großen Nachfrage in den vergangenen Jahren auf sechs Stück pro Person limitiert.
Für die, die danach nicht zu den glücklichen Vorverkaufskarten-Besitzern für den Kolpingball gehören, gibt es quasi eine zweite Chance: den Kreppelkaffee am „Sonntag danach“, in der aktuellen Session also am Sonntag, 31. Januar, ab 14.11 Uhr, ebenfalls in der Sporthalle. Viele Highlights des Programms vom Vorabend gibt es dann noch einmal, ergänzt um tolle Beiträge aus der Region. Der Saal ist ab 13 Uhr geöffnet. Es gibt keinen Vorverkauf für den Kreppelkaffee.
Die Freiwillige Feuerwehr richtet seit über 30 Jahren die beiden anderen Veranstaltungen im Rahmen des närrischen Fahrplans in Nievern aus.
Ab 1978 (!) wurde das Pfarrheim für den Schwerdonnerstagsball zur Narhalla umgebaut, bevor man Anfang des neuen Jahrtausends wegen der stetig steigenden Gästezahlen in die Sporthalle umzog. Seit dem heißt es in jedem Jahr „Feuerwehr Nievern - Hellau“ - lediglich im Golfkriegsjahr 1990 fiel der Schwerdonnerstagsball, wie viele Fastnachtsveranstaltungen der Region, aus. Der Schwerdonnerstagsball, in diesem Jahr am 4. Februar ab 20.11 Uhr, ist einer der letzten echten Maskenbälle in der Region. In jedem Jahr werden die schönsten und kreativsten Kostüme und Verkleidungen von einer Publikumsjury mit attraktiven Preisen prämiert. Live Musik und gute Laune sind garantiert. Das diesjährige Motto der Veranstaltungen ist „das Dschungelbuch“ - allerdings bleibt offen, ob das „Dschungelbuch-Motto“ Versuch`s mal mit Gemütlichkeit dort nicht völlig neu definiert wird. Höhepunkte des Schwerdonnerstagsballs, werden die Kentucky-Fried-Ladys, das Männerballett aus Kemmenau und die Tanz-Garde der K.K. Funken Rot-Weiß 1936 Koblenz sein. Die Cocktailbar wartet mit Dschungel-Cocktails auf die Besucher.
Am darauf folgenden Samstag, 6. Februar, ab 14.11 Uhr, steigt dann die Feuerdrachenparty. Seit nun drei Jahren fliegen und tanzen die Feuerdrachen Rauchi und Fauchi (Sonja und Peter) mit den kleinen und großen Gästen um die Wette und machen so die Sporthalle Nievern zum Drachendschungel - denn auch für die Jüngsten gilt 2016 das Dschungelbuch-Motto. Auch in diesem Jahr sind wieder Kindertanzgruppen aus der Region dabei. Die Betreuer der Jugendfeuerwehr gestalten mit viel Erfahrung in der Zielgruppe durch die engagierte Arbeit mit Bambini und Jugendfeuerwehrabteilung mit Spielen und Tanzrunden einen tollen Nachmittag. Aber auch die begleitenden Eltern kommen beim gastronomischen Angebot der Feuerwehr definitiv nicht zu kurz.
Willi Willig
