Eine neue Visitenkarte in Wachtberg
Villiprott enthüllt feierlich die neue Ortstafel
Historische und aktuelle Informationen auf einen Blick
Wachtberg-Villiprott. Am zweiten Freitag des Sommermonats Juli stießen die Villiprotter mit einem kleinen Umtrunk auf die Enthüllung ihrer neuen Ortstafel an. Hans-Werner Kühlwetter dankte den Helfern und Spendern, die die Realisierung des Projektes erst ermöglicht hatten. Zu der Entstehung dieser neuen Informationstafeln haben viele Köpfe und Hände beigetragen. Die Förster Norbert Happ und Wolfgang Wessels und die Archivarin Dr. Barbara Hausmanns begleiteten das Projekt inhaltlich, während sich Hans-Werner Kühlwetter, Hans-Jürgen Döring und Andreas Schmickler für das Konzept und die Auswahl zusammengetan hatten. Zur Finanzierung beigetragen hat der Zuschuss der Städte- und Gemeindenstiftung der Kreissparkasse Köln im Rhein-Sieg-Kreis, der Villiper Heimatverein und eine Summe, die bei früheren Spenden bereits zusammengekommen war.
Dass die neue Tafel in einem so angenehmen Ambiente ihren Platz findet, ist auch besonders jenen zu verdanken, die ehrenamtlich den kleinen Platz in der Dorfmitte pflegen. Zudem haben sich Peter Kühlwetter und Klaus Kühlwetter um die Überarbeitung der Überdachung des Unterstandes und die Anfertigung einer passenden Vitrine gekümmert, damit das neue Aushängeschild des Ortes trocken stehen kann.
Vom Waldarbeiterdorf zur beliebten Wohnsiedlung
In den letzten Jahrzehnten hat der kleine Ort am Waldrand eine beeindruckende Entwicklung erfahren. Ursprünglich wurden Waldbauern an der Ellig entlang sogenannte Hufen zugeteilt, die sie rodeten, um dort Ackerbau zu betreiben. Die Hufen waren eine Flächenmaßeinheit, die regional sehr unterschiedlich sein konnte. Die Größe orientierte sich in der Regel an der erwarteten Nutzbarkeit eines Bodens und wurde oft sehr subjektiv von der Obrigkeit festgelegt.
Die neue Ortstafel fungiert quasi als Visitenkarte des ehemals kleinen Waldarbeiterdorfes. Sie enthält informative Texte und Fotos, die für die Anwohner sowie für Besucher und Wanderer mit Rad oder per pedes ein spannendes Potpourri interessanter Fakten bieten. Wer also hier ein wenig verweilen möchte, erfährt beim Studium der Informationen, wie sich der kleine Ort am Rande des Kottenforstes zu einem der beliebtesten Wohnorte Wachtbergs entwickelt hat.
Wer glaubt, die Villiprotter lehnten sich jetzt zurück und genössen untätig ihre neue Ortstafel, der irrt gewaltig. Die rege kleine Dorfgemeinschaft hat bereits das nächste Projekt ins Auge gefasst. Einer der Förster aus dem Kottenforst sicherte bereits im Jahre 2013 die Baumscheibe einer rund 215 Jahre alten Stieleiche, die dort gefällt worden war. Geplant ist, diese Baumscheibe so aufzubereiten, dass man an ihren Jahresringen besondere Ereignisse in der Gemeinde oder im Ort ablesen kann. Es bleibt also spannend in dem kleinen Ort, der mit seinen beliebten Ausflugslokalen gerne auch als Tor zum Süden des Kottenforstes bezeichnet wird.