Allgemeine Berichte | 25.07.2018, 12:55 Uhr

Ein Haus voller Kunst bei Gudrun Berger

Vom Keller bis unters Dach

Gudrun Berger erklärt ihre neue Technik. Gemeinde Wachtberg/mm
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Wachtberg-Pech. Wer schon einmal bei Gudrun Berger zu Besuch war, durfte sich in diesem Jahr auf ein Wiedersehen mit ihr freuen. Die Pecher Künstlerin hatte im Rahmen der 12. Wachtberger Kulturwochen wieder in ihr „offenes Haus“ eingeladen.

Und es war ein ums andere Mal überwältigend, denn bei Berger gibt es auf jeder Etage Kunst, Kunst und nochmals Kunst. Überall hängen die Bilder der Hausherrin, im Entree, im Flur, im Treppenhaus, in jedem Zimmer … vom Keller bis unters Dach. Eines schöner als das andere. Die Künstlerin ist vielseitig und so finden sich neben farbintensiven, vielfach abstrakten Acrylarbeiten auch zahlreiche zarte Aquarelle. Bei letzteren, zumeist kleinformatig, überwiegen Landschaften, Blumen und Stillleben als Motive.

Ausgeschnitten, gesprayt und gemalt

Experimentierfreudig zeigt sich Berger hingegen in ihren überwiegend großformatigen Acrylwerken. Da finden sich Farbspiele, die einen mit ihrer Leuchtkraft begeistern. In diesem Jahr habe sie eine neue Technik ausprobiert, erklärte Berger und zeigte auf ein Bild, bei dem man neben Drucktechnik auch freies Malen ausmacht. Es sei eine Mischung, erläuterte sie, aus Schabloniertechnik, Sprayen und Malen. Alleine das Anfertigen der Schablone hört sich kompliziert an, soll doch damit die Rückseite einer Glasscheibe künstlerisch mit Sprayfarbe gestaltet werden, das heißt spiegelbildlich arbeiten.

So, dass später alles, gelegt auf das dazu konzipierte gemalte Bild, zusammen ein großes Ganzes ergibt. In strahlenden Türkis-, Blau- und Rot-Orange-Tönen zeigte sich das fertige Kunstwerk. Gut, dass Berger einem die Vielschichtigkeit dieser Technik erklärt hat, sonst wäre einem diese raffinierte Technik vielleicht gar nicht aufgefallen. Was ist auf dem Glas, was auf der Leinwand? Spannend, sich vorzustellen, wie Berger derartige Bilder im Vorfeld konzipiert. Denn das versteht auch der Laie schnell: Ohne genaue Vorarbeit geht bei dieser Technik nichts. Aber auch Gegenständliches findet sich in ihren Acrylarbeiten, wie zwei schöne Frauenbildnisse, eines in kräftigen Farben, das andere in feinen Farbnuancen wie hingehaucht. Wunderschön, die beiden Bilder im Vergleich zu betrachten.

Aufgenommen, gedoppelt und genau geschaut

Ein Wiedersehen gab es auch wieder mit Edelgard Jansen und deren interessanten Fotografien. Die Schönheit in der Natur, dabei das Andere, Losgelöste findend, sucht sie mit der Kamera. Was auf den ersten Eindruck abstrakt wirkt, ist eigentlich eine gefrorene Pfütze, deren Eisschicht vielfarbig schimmert. Die schönen Braunfärbungen mit leuchtendem Blau darin entpuppen sich bei näherem Hinsehen als das Federkleid einer Gans. Oder die Rinde einer alten Kiefer, von der - farblich in Lilatönen verfremdet - nur die bewegte Struktur übrig bleibt. Aber auf so manchem Bild erkennt der aufmerksame Betrachter dann trotz spannender Reduzierung doch das ursprüngliche Objekt, wie die zarten Bäumchen, die so nur auf der Museumsmeile zu finden sind. Einen besonderen Effekt erzeugt Jansen mittels Doppelbelichtung. Da wirken Szenen aus der Bonner und Godesberger Fußgängerzone nicht wie ein kurzer festgehaltener Moment, sondern wirken belebt und voller Leben. So schön bunt ist Bad Godesberg, mag der eine oder andere Betrachter da gedacht haben.

Pressemitteilung der
Gemeinde Wachtberg

Mit dabei: Edelgard Jansen mit ihren Fotografien.

Mit dabei: Edelgard Jansen mit ihren Fotografien.

Gudrun Berger erklärt ihre neue Technik. Fotos: Gemeinde Wachtberg/mm

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