In Adenau erzählt eine Ausstellung die Geschichte der Grundsanierung der Komturei Adenau, die vor 40 Jahren ihren Abschluss fand
„Vom Schandfleck zur guten Stube“
Adenau. Die Komturei in Adenau gehört als Aushängeschild zur guten Stube der Johanniterstadt, in der die örtlichen Vereine, die Stadt und auch Privatpersonen für ihre Feiern eine Heimat gefunden haben. In Deutschland zählt die Kommende Adenau zur drittältesten Johanniter- und Malteser-Kommende. Bereits im 12. Jahrhundert war es ein Haus, in dem der „Ritterliche Orden des Hl. Johannes vom Spital zu Jerusalem“ also der bis heute bekannte Johanniterorden, Kranken, Verwundeten und Pilgern Obdach und Pflege zu teil werden ließ. Im Ensemble von Pfarrhaus und Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mitten im Stadtkern gelegen und mitten drin war das Haus die „Komturei“ heruntergekommen und wahrhaft ein Schandfleck für das Stadtbild, bis zur Wende der erfolgreichen Grundsanierung, die genau vor 40 Jahren ihren Abschluss fand. Jetzt hat der Verein für Heimatpflege um den Vorsitzenden Bernd Schiffarth die Geschichte in einer Ausstellung aufgearbeitet. Zur Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel „Vom Schandfleck zur guten Stube“ mit dem anschließenden Vortag von Dr. Michael Losse „Johanniter- und Malteser Orden auf Rhodos und in Malta“ hatte der Verein für Heimatpflege jetzt in den Saal, die „gute Stube“, eingeladen, wo
der Vorsitzende die Gäste im vollen Haus begrüßen konnte. Zu den Gästen zählten der erste Beigeordnete Jürgen de Temple, Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann, der ehemalige Bürgermeister Hermann-Josef Romes, die Mitglieder der Deutsch-Maltesischen Gesellschaft, die Mitglieder des Vereins für Heimatpflege und fGemeindereferent Matthias Beer. Schiffarth gab zu den insgesamt acht Stellwänden, die in mühevoller Arbeit von den Mitgliedern des Vereins für Heimatpflege zusammen getragen waren und das Leben der Komturei nachzeichneten einen Überblick von der abgeschlossenen Renovierung im Jahre 1976 bis heute. Vor genau 40 Jahren, im November 1976, wurde die gemeinsam mit der Kirche und der Stadt Adenau geplante und finanzierte Grundsanierung erfolgreich abgeschlossen. So hatte die katholische und evangelische Kirche gemeinsam mit der Stadt Adenau und zahlreichen ehrenamtlichen freiwilligen Helfern ein offenes Haus für die Menschen in der Region und für Gäste aus aller Welt geschaffen, so Schiffarth. Fortan wurde so ein heruntergekommenes Gebäude, ein Schandfleck, zur „Guten Stube“ der Stadt Adenau. Über 40 Jahre war die Komturei mit ihren Räumlichkeiten und dem Saal der guten Stube Heimat für viele und ist aus dem öffentlichen Leben in der Johanniterstadt kaum noch wegzudenken. Allerdings sind seit einiger Zeit düstere Wolken über der Komturei aufgestiegen, als die Bevölkerung von einem bereits beschlossenen neuen Immobilienkonzept der katholischen Pfarreien-Gemeinschaft Adenau erfuhr. Diese plane nach dem vier Jahrzehnte lang erfolgreichen „Gemeinschaftsprojekt Komturei“ den Ausstieg. Nach der ersten Schockstarre fasste Schiffarth als Mann der klaren Worte und ehemaliger Stadtbürgermeister diesen Entschluss so zusammen, dass dies eine „kurzsichtige Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen sei“. Wie er sagte, stehe er mit dieser Meinung nicht alleine da und daher bot er zusammen mit dem Verein für Heimatpflege die Bereitschaft zur Suche nach tragbaren Lösungen an, um an der weiteren Zukunft der Komturei „der guten Stube“ mitzuarbeiten, falls dies dann auch erwünscht sei. Im weiteren Verlauf des Abends gab der gebürtige Adenauer Dr. Michael Losse einen Einblick in die Geschichte des Johanniterordens mit dem Wirken auf Rhodos und auf Malta. Dieser interessante, mit vielen Bildern und Dokumenten unterlegte Vortrag fand das Interesse der Besucher und da viele aus Adenau die Insel Malta als Partner der Stadt persönlich kennen, kamen hier schnell Eindrücke und Erinnerungen hoch. Im Dank an den Referenten Losse überreichte Schiffarth stilecht ein Weinpräsent mit dem Wappen des Johanniterordens. Dan hatten die Gäste ausreichend Zeit, einen Blick auf die Ausstellungstafeln zu werfen und ausgiebig mit dem Nachbarn zu diskutieren. Für alle Interessierten stellt der Verein für Heimatpflege die Ausstellungstafeln im Monat Dezember in den Geschäftsräumen der Volksbank in Adenau aus und im Monat Januar in den Räumen der Kreissparkasse in Adenau, wo die Ausstellung dann zu den üblichen Geschäftszeiten zu besichtigen ist. UM
