Das Königssilber der Ahrweiler Schützen ist um drei Schilde reicher
Vom Tambourstab bis zum Stadttor
Ahrweiler. Das Königssilber der Ahrweiler Schützen ist einzigartig. Die Schilde an den Königsketten von Bürgerschützen, Junggesellenschützen und Aloisiusjugend sind Zeugnisse aus vielen Jahrhunderten und Stilepochen. Ihre Stifter hatten und haben sich alle den Ahrweiler Traditionen verschrieben, waren Regenten ihrer jeweiligen Gesellschaft. Ist der reine Materialwert der Unikate schon deutlich fünfstellig, gilt für den ideellen Wert: unbezahlbar. Und auch wissenschaftlich gesehen, sind die Königsschilde von unschätzbarem Wert. Das hat Karin Gehrmann aus Frankfurt am Main 1988 in ihrer mehr als 1500-Buchseiten in zwei Bänden umfassenden Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln unter Beweis gestellt.
Jetzt ist das Königssilber wieder um drei Schilde bereichert worden. Es sind die Schilde von Jürgen Schmitz, Bürgerschützenkönig 2022 bis 2025, Justin Büch, Junggesellenkönig 2024/2025 und Leon Rosenthal, Aloisiuskönig 2024/2025. Sie stellten die Schilde jeweils bei den Hochfesten ihrer Gesellschaften vor. Hier ein Blick auf das neue Königssilber:
Jürgen Schmitz: Die Grundform des Schildes ist eine Trommel, weil er in allen drei Schützengesellschaften im Tambourcorps an der Trommel angefangen habe. Die Sankt-Laurentius-Kirche überragt die Kirche den Schild. Ein Tambourstock kreuzt den Kirchturm und symbolisiert, dass Schmitz in allen drei Gesellschaften Tambourmajor war. Brezel und Baumkuchen stehen für seine Berufe Bäckermeister und Konditor. Und auf der unteren Seite findet sich das farbige Wappen von Ahrweiler. Neben seinem Namenszug und 2022-2025 steht auf dem Schild auch der Spruch, der auch bei seinem Großvater Franz auf dessen Königsschild von 1965 zu lesen ist: „Meine Heimatstadt soll meine Ruhestätte bleiben.“ Und auf der Rückseite ist eingraviert: „Erstes Schützenfest nach der Pandemie und nach der Jahrhundertflut im Ahrtal 14./15.Juli 2021.“
Justin Büch: Die Grundform des Schildes ähnelt der Schulteskette der Ovvehöde Jonge, ein Amt, das Büch vor seiner Königswürde innehatte, an die eine Krone erinnert. In der Krone steht die Jahreszahl des Königsschusses: 2024. Das Zentrum des Schildes zeigt sein Elternhaus an der Ahrhutstraße und das Obertor für seine Hut. Mittig über dem Elternhaus ist das Rost des Heiligen Laurentius als Symbol seiner Verbundenheit zur Gesellschaft. Rechts befinden sich Säbel und die Jahreszahl 2019 für sein Zugführerjahr in der Oberhut und darüber eine Weintraube für die Rotweinstadt Ahrweiler.
Leon Rosenthal: Das Königsschild ist in seiner Grundform als Fahne gestaltet. Im Fahnenstab sind die Jahreszahlen seiner als Fähnrich 2019 und 2022 eingetragen. In der Mitte des Schildes befindet sich das Niedertor. Links oben befindet sich ein Abbild des hölzernen Vogels, auf den die Königskandidaten mit der Armbrust schießen. Rechts eine dicke Trommel als Symbol seiner Zugehörigkeit zum Tambourcorps. Unten links die Weintraube, stellvertretend für das, was unser schönes Ahrtal - meine Heimat - ausmacht und für meinen zukünftigen beruflichen Weg - die Ausbildung zum Winzer. Ein Ausschnitt aus dem Schaubild der Niederhut steht für die Traditionen und NJ für Niddehöde Jonge. Unten rechts befinden sich die Initialen seiner Mitstreite Justus Burow und Philip Schlottmann, die Rose steht für ihn als dritten Kandidaten, der mit dem 210. Schuss den Königsvogel von der Stange holte.
Foto: Bügerschützen
