Allgemeine Berichte | 16.03.2016, 16:14 Uhr

Patientenkolloquium rund um neue Entwicklungen und Chancen in der Radiologie

Von Detektiven und Wundenheilern

Bonn. Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Patientenkolloquiums „Uni-Medizin für Sie - Mitten im Leben“ lädt das Universitätsklinikum Bonn zu einem Informationsabend ein. Unter dem Motto „Hightech Radiologie – von Detektiven und Wundenheilern“ geben Vorträge einen Überblick über moderne diagnostische und therapeutische Möglichkeiten in der Radiologie. Die kostenlose Veranstaltung findet am Donnerstag, 17. März, ab 18 Uhr im Hörsaal des Biomedizinischen Zentrums (BMZ), Sigmund-Freud-Straße 25, auf dem Venusberg statt.

Angelpunkt der Radiologie ist die Erkennung von Krankheiten. Dabei sind neben Röntgen bildgebende Verfahren wie die Computer- und Magnetresonanztomografie wichtige Pfeiler, die sich rasant entwickeln. So sind die Untersuchungen heutzutage genauer und schneller. Extrem hohe Feldstärken bei der Magnetresonanztomographie (MRT) haben beispielsweise neue diagnostische Möglichkeiten eröffnet. So lassen sich damit unter anderem selbst kleinste, versteckte Krebsherde schnell und mit hoher Bildqualität darstellen. Durch die Bündelung der modernsten Technologien an der Klinik für Radiologie am Universitätsklinikum Bonn können die Spezialisten diese Verfahren ohne Zeitverzug für jeden Patienten optimal auswählen und einsetzen.

Wie von Geisterhand werden Tumore zerstört

Neben der Diagnostik eröffnen sich in der Radiologie heutzutage mit dem Gebiet der interventionellen Radiologie neue Wege in der Therapie. Dieser Bereich wird auch für onkologische Behandlungen zunehmend wichtiger und umfasst mittlerweile verschiedenste Behandlungsformen. So hat die Klinik für Radiologie am Universitätsklinikum Bonn beispielsweise vor etwa zwei Jahren ein neuartiges Gerät für Hochintensiven Fokussierten Ultraschall (HIFU) in Betrieb genommen. Mit den gebündelten Schallwellen lassen sich Tumore gezielt und nicht-invasiv durch die intakte Haut zerstören. Es ist eine sehr schonende Therapieform, die ganz ohne Skalpell auskommt. Zudem werden im Gegensatz zu anderen Verfahren keine Sonden in den Körper eingebracht. „Es hat noch etwas von Science-Fiction“, sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Hans Schild. „Doch langfristig gesehen wird diese Therapieform immer mehr an Bedeutung gewinnen.“

Keine Angst vor Strahlentherapie

Auch hat sich die Strahlentherapie in den letzten zehn Jahren revolutionär verbessert. Durch neue, sehr präzise Bestrahlungstechniken kann heute Tumorgewebe punktgenau bestrahlt und somit das umliegende Gewebe geschont werden. Daher gibt es kaum noch die gefürchteten extrem starken Nebenwirkungen. „Die heutige Strahlentherapie ist kein Schreckgespenst und keine reine Gerätemedizin mehr, sondern eine sehr menschliche Medizin“, sagt Dr. Susanne Oberste-Beulmann, Leitende Strahlentherapeutin an der Klinik für Radiologie des Universitätsklinikums Bonn.

Zusammen mit Prof. Schild gibt die Strahlentherapeutin im Rahmen des Patientenkolloquiums einen Überblick über neue Entwicklungen und Chancen in der Radiologie und Strahlentherapie. Alle Verfahren werden anschaulich erklärt, denn „wissen, wie etwas funktioniert und was gemacht wird, hilft, die Angst vor Untersuchungen und Behandlungen zu nehmen“, sagt Prof. Schild. Zudem zeigt Oberste-Beulmann die Abläufe in ihrer Abteilung anhand eines Filmes. Nach den Vorträgen besteht die Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen.

Pressemitteilung

Universitätsklinikum Bonn

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