Verein für Heimatpflege Adenau auf Jahrestour
Von Kaisern, Bankiers und Fliesen
Ausflug führte in die Barbarossastadt Sinzig und das dortige Heimatmuseum
Adenau. Eine Gruppe von 16 Personen, bestehend aus Vorstandsmitgliedern des Vereins für Heimatpflege Adenau und Museumsbetreuern des Adenauer Heimat-, Zunft- und Johannitermuseums, hatte sich jüngst in die „Goldene Meile“ und die Barbarossastadt Sinzig aufgemacht (Barbarossastadt deswegen, weil Kaiser Friedrich I. Barbarossa, mehrmals in der dortigen kaiserlichen Pfalz weilte).
Dort besuchten die Adenauer das Sinziger Schloss unter sachkundiger Führung von Agnes Menacher. Zunächst erklärte sie im Außenbereich die Entstehung der Anlage: Auf den Resten einer alten Wasserburg, die 1689 durch die Franzosen zerstört worden war, baute der wohlhabende Kaufmann Gustav Otto Bunge aus Köln in der Mitte des 19. Jahrhunderts das sogenannte Schloss, eine neugotische Villa, zu seiner Sommerresidenz aus. Bunge war verheiratet mit Adele Andreae, die aus einer alten rheinischen Tuchfabrikantenfamilie stammte. In Sinzig wuchsen die fünf Kinder auf, die aus der Ehe hervorgingen. Die erstgeborene Tochter Johanna, die den Kölner Bankier und Kunstmäzen Ernst Koenigs heiratete, erbte das Gebäude nach dem Tod ihrer Eltern. Die Stadt Sinzig erwarb es nach dem Krieg im Jahr 1956, machte es zu einem Ort kultureller Veranstaltungen und richtete hier auch das Heimatmuseum ein.
Die Führung im Innenbereich begann im ehemaligen Speisezimmer, dem späteren Ratssaal, und dann ging es in den Großen Salon, den heutigen Kultursaal. Von dort führt ein vier Meter hoher Durchgang in das Kleinod des Schlosses, das Turmzimmer, in dem heute Trauungen des Standesamtes stattfinden.
Durch das großzügige und imposante Treppenhaus ging es nach oben in die Museumsräume. Hier erläuterte Agnes Menacher zuerst die Sammlung „Rheinromantik im Bild“ und führte dann in die Ausstellungsräume zur Sinziger Geschichte. Besonders interessant war dort die Präsentation von Produkten der Sinziger Fliesenfabrik (früher AGROB, heute Deutsche Steinzeug AG). Die Anfänge der Sinziger Fliesenproduktion reichen zurück bis ins Jahr 1870. In der Adenauer Marienkapelle und am heiligen Josef sind Sinziger Fliesen zu sehen.
Nach zwei Stunden Aufenthalt im Sinziger Schloss und dem obligatorischen Gruppenfoto gab es ein herzliches Dankeschön für die wunderbare Führung durch #agnes Menacher. Dann begab sich die Gruppe auf den Heimweg nach Adenau, nicht ohne noch zum Mittagessen in Rech einzukehren.
