Wolkener Karnevalssitzung „Närrisches Treiben“
Von Stars, Tollitäten und Überraschungen
Wolken. Die Wolkener Karnevalssitzung „Närrisches Treiben“ ist bekannt für stimmungsvolle Showtänze und ausgelassene Stimmung. Das war auch am vergangenen Samstag wieder so. Vor vollem Haus feierten die Karnevalisten der Interessengemeinschaft Wolkener Karneval gemeinsam mit dem jecken Publikum ihren Sessions-Höhepunkt. Da durfte auch hoher Besuch nicht fehlen. Tollitäten aus Koblenz und Mülheim-Kärlich gaben sich die Ehre. Und zum Abschluss gab es eine Überraschung. „Lasst uns keine Zeit verlieren“, sagte Sitzungspräsident Hermann-Josef Girolstein nach der Begrüßung. Denn im Vorraum der Goloringhalle war es voll geworden: Prinz Hubertus von Rhenus und Mosella und ihre Lieblichkeit Confluentia Sabine vom Rheinisch-Venezianischen Karneval erstürmten mit ihrem großen Gefolge direkt zu Beginn des „Närrischen Treibens“ die Bühne und sprachen zur anwesenden Narrenschar. Eine großartige Vorlage für die anschließende Kindergarde „Dance Flyers“. Erstaunlich, wie galant die jungen Damen unter den wachsamen Augen von Trainerin und Co-Moderatorin Silke Reuter über die Bühne wirbelten. Und da ohnehin gerade Frauenpower angesagt war, passte auch der folgende Programmpunkt gut ins Konzept: der Besuch des Mülheim-Kärlicher Möhnenpaars und ihres Tanzmariechens. Ein echter Fastnachter fliegt in der fünften Jahreszeit nicht in den Urlaub. Aber daran denken darf jemand ja mal. Vor allem, wenn die Wolkener Gruppe „Tanzendes Dutzend“ einen Hauch von Viva España auf die Bühne zaubert. Für das seit vielen Jahren eingespielte Team gilt: Hier tanzt die Trainerin noch selbst. Jutta Schau begeisterte das Publikum gemeinsam mit ihren Kolleginnen zu Klängen von Flamenco und Paso doble. Und deutsche Schlager dürfen gern mit in den Urlaub genommen werden: Der Koblenzer Stargast Albert von Locke heizte den Karnevalisten über eine halbe Stunde lang mit den angesagtesten Gassenhauern kräftig ein.
Stürmisch war sie, diese erste Stunde Wolkener Fastnacht. Da kam etwas Romantik gerade recht. „Verliebt, verlobt, verheiratet“ lautete das Motto der „Hot Pänz“, zweimalige deutsche Meister im Showtanz.
Zeit zum Verschnaufen blieb kaum, denn Silke Reuter kündigte freudig drei weitere Programmpunkte an. Zuerst das Rübenacher Tanzpaar Timi und Tatjana. Im wahrsten Sinn des Wortes verzauberten die akrobatischen Karnevalisten die IWK und ihre Gäste, ehe die Tänzerinnen von „Black and White“ als Meerjungfrauen die Bühne rockten. Eine närrische Tradition der Wolkener Fastnacht ist überdies der Auftritt der Kapuzenmänner aus Kesselheim. Sie drückten tänzerisch den Traum vieler junger Mädchen aus: „Märchenhaft – plötzlich Prinzessin“. Und der Traum vieler männlicher Jecken lautet: „Einmol Prinz zo sin“. Für Prinz Thomas III., den närrischen Obstbauer aus den Wolken, hat sich dieser Traum erfüllt. Für ihn war es Ehrensache, gemeinsam mit seinem Gefolge an den Ort seiner karnevalistischen Wurzeln zurückzukehren.
Der Abend war bereits weit fortgeschritten, aber von Müdigkeit keine Spur. Kein Wunder, denn dank der Showtanzeinlage der „Garde Rot-Weiß“ blieb es schwungvoll. Und spannend dazu: Der Andernacher Stadtteil Eich liegt von Wolken aus gesehen im Westen. Und die dort beheimatete Tanzgruppe bewegte sich noch einmal viele Kilometer weiter westwärts, ganz zur Freude der Fans des legendären Indianerhäuptlings Winnetou. Ihr Tanz hieß: „Wir tanzen bis das Tipi kracht, Apachen feiern Fassenach.“ Aber der Karneval kommt nun einmal vom Rhein. Und von der Mosel. Daran erinnerten die Bullewätzjer und ihr Motto „Der Schängel und seine Weiber“. Und bei dem zweiten Stargast des Abends, Daniel Färber, tanzten die Besucher des „Närrischen Treibens“ wieder auf den Stühlen. Dafür lieben die Wolkener ihre Fastnacht. Und jetzt, da die karnevalistische Welt in Ordnung ist, wagten alle noch einen Blick gen Himmel: Den ermöglichten die Gülser Seemöwen mit ihrem Tanz „auf der Milchstraße durch die Galaxie“. Aber jeder schöne Abend geht einmal zu Ende. Jedoch schließt nicht jeder Abend mit einer großen Überraschung. Auf keinem Programm waren sie zu finden. Aber sie waren pünktlich zum großen Finale auf der Bühne. Die Showtanzgruppe der Narrenzunft Gelb-Rot Koblenz. Sie sind direkt von Mainz nach Wolken gereist. Gewissermaßen von einer Karnevalshochburg zur nächsten.
