Theaterensemble Dohr begeistert mit einem amüsanten Zweiakter
Von der Badewannen- bis zur Luftpolstertherapie
Dohr.Es ist die junge Psychotherapeutin und alleinerziehende Mutter Barbara Sundermann, die gerade ihren häuslichen Praxisräumen einen neuen Anstrich verpasst, als Nachbarin und Pseudofreundin Iris Kückelkorn unangemeldet aufschlägt und wieder das leidige Thema ihrer ständigen Männersuche anschlägt. Da sie ihren eigenen Erzeuger nie kennengelernt hat, entwickelte sich bei ihr ein Vaterkomplex, der sie unisono zu wesentlich älteren Männern hinzieht. Die sind, wie der imaginäre Arzt Dr. Günther, aber stets verheiratet, was sie an den Rand der Verzweiflung bringt. Zusätzlich will sie Therapiefreundin Barbara endlich unter die Haube bringen. Da würde sich beispielsweise Dorfschönling Frank Hermeling anbieten, der schon lange ein Auge auf Barbara geworfen hat. Um mit ihr näher in Kontakt zu kommen, hat der seinen älteren Bruder Gustav für Therapiesitzungen bei Barbara angemeldet. Die hat gerade den Mann mit Höhenangst, Jens Kernbach, erfolgreich behandelt, als Mama Sundermann einen Tag früher zu Besuch kommt und ebenfalls über den aktuellen Familienstand ihrer Tochter mäkelt. Mittlerweile ist Therapeutin Barbara genervt und selbige liegen völlig blank, als sie aus dem Krankenhaus erfährt, dass Sohn Jonas nach einem Sportunfall mit einem Beinbruch eingeliefert wurde. Eigentlich erwartet sie in Kürze den neuen Patienten Gustav Hermeling, fährt aber dann doch in die Klinik und bittet ihre Mutter die Praxis kurzzeitig im Auge zu behalten. Ab diesem Zeitpunkt nimmt der
kurzweilige und von amüsanten Dialogen getragene Zweiakter (Buchvorlage von Angelika Bartram) dann richtig Fahrt auf. Barbaras Mama entwickelt sich dabei zur ungelernten aber scheinbar fähigen Therapeutin wider Willen. In diesem Zusammenhang bietet sie in der Praxis kurzfristig eine Badewannen- und Luftpolstertherapie an, wobei sich in Letzterer alsbald der brave Rohrreiniger Günther Heinrich Donner gefangen sieht. Bis zur Rückkehr von Barbara offenbart sich in ihrer Praxis ein herrliches Verwirrspiel mit haltlosen Verdächtigungen und verdrängten Tatsachen, die praktisch das willkommene Salz in einer schmackhaften Suppe sind. Das sich am Ende alles zum Guten wendet und die Zuschauer bis dahin viele Lachtränen vergießen, dafür zeichnen die hervorragend aufgelegten Darsteller verantwortlich. Allen voran Iris Grundmann als gestresste Therapeutin Barbara, der man diese Rolle aufgrund ihrer fachbezogenen Souveränität sofort abkauft. Ihre herrlich ignorante und permanent nörgelnde Mama ist eine Paraderolle für Helene Maas, die sich als nervtötender Oldie Sonderpunkte verdient. Jürgen Schäfer überzeugt
als braver Rohrreiniger Günther Heinrich Donner mit Handwerkerdenken, während Nadja Fritz-Lenzen als ländliche Labertasche Iris Kückelkorn für Lacher sorgt. Als galanter Gentleman präsentiert sich Peter Lauxen, der dem Charmeur Frank Hermeling gekonnt Leben einhaucht. Sein Bruder Gustav Hermeling wird von Ensemble-Neuzugang Johannes Fickert gespielt, der diesen Part auf Anhieb meistert. Last but not least weiß auch Sabine Jansen in der Rolle des höhenverängstigten Jens Kerbach zu glänzen, während Theaterurgestein Margit Laux gekonnt die Regie führt. TE
Mama Sundermann setzt in Abwesenheit ihrer Tochter unter anderem auf die fixierte Luftpolstertherapie.
