Allgemeine Berichte | 16.01.2024

Gelungene Auftaktveranstaltung in das Jubiläumsjahr „950 Jahre Heimerzheim“

Von historischer Bedeutung bis Zukunftsvision

Aneglika Neubauer (l.) überreichte anNotburga Kunert, stellv. Landrätin (Mitte), Blumen.

Heimerzheim. Gut besucht war die Auftaktveranstaltung, mit der das Jubiläumsjahr „950 Jahre Heimerzheim“ eröffnet wurde. Dazu eingeladen hatte der Ortsausschuss Heimerzheim in die Vorburg der Burg Heimerzheim. Die Vorsitzende des Ortsausschusses, Angelika Neubauer, begrüßte nach dem musikalischen Auftakt die Gäste in dem historischen Raum. Sie bedankte sich beim Hausherrn, Antonius Freiherr von Boeselager, dass er die Räume zur Verfügung gestellt habe. Glücklicherweise seien die Renovierungsarbeiten nach dem Hochwasser im Sommer 2021 so weit abgeschlossen, dass man die Räume wieder nutzen kann. Auch von Boeselager, der in seiner anschließenden Rede auf die Enge Verbindung zwischen der Burg und den Bewohnern Heimerzheims einging, schilderte spürbar bewegt die Anstrengungen der letzten Jahre.

Die Burg wurde Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet. Sie diente zunächst als Zufluchtsort der Bewohner der Umgebung, später wurde sie in eine repräsentative Burg umgewandelt. Durch Heirat gelangte die Burg 1825 in den Besitz seiner Familie, die sie lange Jahre als Wohnsitz nutzte, berichtete von Boeselager. Nachdem im März 1945 ein Bombenangriff große Teile des Ortes zerstört hatte, fanden viele Heimerzheimer vorübergehend Zuflucht in der Burg. Sein Vater habe die Burg Ende der 50er Jahre renoviert und in den folgenden Jahren gewann sie an kultureller Bedeutung, begünstigt durch die Nähe zu Bonn. Mit der erneuten Renovierung, die im Sommer 2021 beendet worden war, wurde auch ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept für die Burg erarbeitet. So nutzt die Gemeinde Räume der Burg als Trauzimmer und die Veranstaltungsräume stehen für Events zur Verfügung, außerdem gibt es Hotelzimmer. Dann kam die Flut. In der Vorburg stand das Wasser zwei Meter hoch, in der Hauptburg 40 cm. „So große Zerstörung hat es in der ganzen Geschichte der Burg nicht gegeben,“ fasste der Hausherr zusammen. Die erneute Renovierung habe einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet und sei nur möglich gewesen, weil er ausreichend versichert war. Es sei eine große Aufgabe und Verantwortung die Burg für die Familie und die Region zu erhalten, schloss er.

Das Gehörte veranlasste Matthias Höfert, Leiter des Bundespolizei-Orchesters Hannover, zu einer kleinen Programmänderung. Er habe in Vorbereitung auf die Veranstaltung einen Zettel mit Noten und Text des Heimerzheim-Liedes bekommen. Ein Mitglied des Orchesters habe diese Vorlage so aufbereitet, dass das Orchester das Lied spielen könne. Dieser Ankündigung folgten begeisterte „Ahhs“ und „Ohhs“. Als die ersten Töne erklangen, stimmten viele Besucher in das Lied ein. Das Bundespolizei-Orchester, das den Abend musikalisch begleitete, erhielt nach diesem Vortrag reichlich Beifall vom begeisterten Publikum.

Notburga Kunert, als Vertretung von Landrat Sebastian Schuster, ging in ihrem Vortrag auf die möglichen Wege in eine positive Zukunft kleiner Gemeinden ein. Sie betonte wie wichtig aktive und attraktive Vereine und ehrenamtliches Engagement für den Zusammenhalt in den Orten seien. Nach Jahren der Landflucht kehre sich dieser Trend gerade um. Umso wichtiger seien jetzt Investitionen in die Zukunft, wie in Schulen und Kitas, Infrastruktur, z.B. Glasfasernetz, aber auch Verkehrswege. Sie appellierte an die Bundesregierung, endlich dafür zu sorgen, dass die Kommunen die dafür benötigte finanzielle Ausstattung dauerhaft erhielten.

Ina Brandes, jetzt NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, fühlt sich mit Heimerzheim besonders verbunden, da sie kurz nachdem sie im Oktober 2021 NRW-Ministerin für Verkehr wurde, in die Swisttaler Gemeinde kam, um sich vor Ort ein Bild von der Situation nach der Flut zumachen. Schon damals habe sie den Eindruck gewonnen, dass es in Heimerzheim ein starkes Gemeinwesen gäbe, das von den Vereinen getragen würde. Diese schafften es auch, die jüngere Generation mit attraktiven Angeboten zu erreichen, sodass es ein Miteinander der Generationen gäbe. Es gälte auch in Zukunft, Verbindendes zu suchen und über Parteigrenzen hinweg nach Wegen zu suchen, um die Gemeinschaft weiter zu entwickeln. Dies sei die beste Voraussetzung, um mit dem gesellschaftlichen Wandel zurecht zukommen.

Nach einer kurzen Pause gab es noch ein Konzert des Bundespolizei-Orchesters, bevor der Abend mit einem Umtrunk endete.

KS

Die Burg Heimerzheim war Ort derAuftaktveranstaltung zu „950 Jahre Heimerzheim“.

Die Burg Heimerzheim war Ort der Auftaktveranstaltung zu „950 Jahre Heimerzheim“.

Von historischer Bedeutung bis Zukunftsvision

Von historischer Bedeutung bis Zukunftsvision

Von historischer Bedeutung bis Zukunftsvision

Die Hauptburg abendlich beleuchtet. Fotos: KS

Die Hauptburg abendlich beleuchtet. Fotos: KS

Aneglika Neubauer (l.) überreichte an Notburga Kunert, stellv. Landrätin (Mitte), Blumen.

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