Allgemeine Berichte | 10.07.2019

Goethestraße in Heimerzheim feiert sich selbst

Vor vierzig Jahren kamen die ersten Anwohner

Die Anwohner der Goethestraße feiern das 40-jährige Jubiläum.Fotos: privat

Heimerzheim. Die Goethestraße und damit der Mühlenberg in Heimerzheim sind ein Stück Swisttaler Geschichte. Während sich die Gemeinde in diesen Tagen an die Gründung vor 50 Jahren erinnert, feiert die Goethestraße ihren 40. Geburtstag. Wenn man sich die Luftbildaufnahme des Landesvermessungsamtes NRW von März 1972 betrachtet, sieht man zwischen der Heimerzheimer Schützenstraße und Dünstekoven nur Wiesen, Felder und Obstplantagen. Der Beschluss, die Fernmeldeeinheit des damaligen Bundesgrenzschutzes nach Heimerzheim zu holen, war mit der Vorgabe verbunden, Wohnraum für die Mitarbeiter zu schaffen. Der erste Abschnitt der Wohnanlage am Höhenring wurde 1976 bezogen und nachdem der BGS mit der ersten Abteilungen in die neue Unterkunft einzog, entstand Schritt für Schritt das Wohngebiet am Mühlenberg unter anderem mit den Straßennamen der Dichter und Denker. Der erste Bauabschnitt der Goethestraße war mit den Häusern Nr. 1 - 14 oder auch vom Spielplatz bis zur Einmündung der Straße am „Dicken Stein“ vollzogen. Später wurde dann im Zuge der Bebauung „Am Dicken Stein“ der zweite Abschnitt der Straße mit weiteren 16 Häusern komplettiert. Jedes Jahr feiert die Straßengemeinschaft vor Weihnachten gemeinsam ein Glühweinfest. Im letzten Jahr traf man sich am 15. Dezember, denn dieser Tag war die Geburtsstunde der Straße. Mit der Familie Schmitz waren vor 40 Jahren die ersten Anwohner eingezogen. Auch das Straßenfest hat bei den Goethestraßianern Tradition und so hatte sich das Vorbereitungsteam Helmut Zulauf, Rolf Kirleis und Manfred Kelz unter der Leitung von Rainer Schmitz vorgenommen, die zurückliegenden Jahrzehnte Revue passieren zu lassen.

Da kann man schon ein kleines Geschichtsbuch zusammenstellen. Als Hilfestellung stand ein Bilder- und Sammelbuch von Oma Schmitz zur Verfügung. Ein schöner Rückblick, auch an Nachbarn, die nicht mehr bei oder unter uns sind. Der Fronleichnamsaltar auf dem Schulhof der Swistbachschule, der seit Jahren von einem Team der Straße gestaltet wird. Bilder der alten Straßenfeste und die Veränderungen der Häuser und Gärten. Da gab es natürlich nette und auch spannende Geschichten. Die Rehe, die anfangs bis in die Vorgärten kamen und die Rosen fraßen oder die Wildschweine, die sich in das Wohngebiet verirrten. Eine gute Gemeinschaft setzt sich auch für Probleme gemeinsam ein, so protestierten die Anwohner bei der Bebauung des Spielplatzes, sie setzten sich für den Abbau des Turmes bei der Bundespolizei ein und einen Baum wollten sie erhalten. Natürlich immer wieder der Lacher, das Freudenhaus. Das Jubiläumsstraßenfest fand in einer Biergartenatmosphäre unter den dekorierten und beleuchteten Bäumen des Spielplatzes statt. Unter dem Motto „drink doch ene met“ waren auch Anrainer eingeladen. Neben dem Buffet und Gegrilltem bot Achim Bötner leckere Reibekuchen an. Für die musikalische Untermalung sorgten die drei Pänz der Familie Zulauf. Auf einer Schautafel hatten die Besucher die Möglichkeit Heimerzheim und den Mühlenberg „Gestern und Heute“ zu betrachten. Viel Anklang fand ein Bilderrätsel unter dem Motto „ Goethe Klick „, das Helmut Zulauf zusammengestellt hat. Bilder wurden gezeigt und für jede richtige Antwort gab es dann auch Leckerchen. Ach, schau mal, wie war das damals schön! Natürlich waren viele Nachbarn 40 Jahre jünger. Das bin ja ich! Nicht jeder hat sich wieder erkannt. Bevor Hermann Menth zum Seifenblasen-Weitpusten aufforderte, brachte die 5-jährige Leonie einen Gesangsbeitrag, für den sie tosenden Applaus erntete. In der Goethestraße wohnen viele Chormitglieder und so hat Manfred Kelz den Goethestraßenjubiläumschor dirigiert. Auch, als er das kölsche Leedche „ Bei uns im Veedel“ anstimmte, begleitete Klaus Bierbaum die Sangesnachbarschaft auf der Gitarre. Rückblickend kann man sagen, aus einem Acker wurde eine grüne Wohnlandschaft. Die Anwohner kamen aus unterschiedlichen Regionen, aber heute fühlen sie sich als Heimerzheimer und Swisttaler.

Blick vom jetzigen Wohngebiet Dicker Stein zur Goethestraße.

Blick vom jetzigen Wohngebiet Dicker Stein zur Goethestraße.

Die Anwohner der Goethestraße feiern das 40-jährige Jubiläum.Fotos: privat

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