Lehmener Bücher-Rallye
Vorlesen für den guten Zweck
Fleißige Schüler sammelten in diesem Jahr 355 Euro
Lehmen. Mittlerweile ist diese Aktion zur jährlichen Tradition geworden, doch ginge es nach den meisten Lehmener Bürgern, könnte sie viel öfter durchgeführt werden: Die „Lehmener Bücher-Rallye.“
Vor einigen Jahren hat der Lehmener Schriftsteller Stefan Gemmel diese Idee gehabt: Ähnlich den Spendenläufen, wie sie von vielen Schulen auf sportlicher Basis für soziale Zwecke durchgeführt werden, könnte es doch etwas Vergleichbares mit Büchern geben. Zusammen mit dem Kollegium der Lehmener Grundschule wurde ein System entwickelt, in dem die Schülerinnen und Schüler schon Wochen vor dem eigentlichen Aktionstag in den Straßen ihres Umfeldes die Leute befragen, ob sie besucht werden möchten. Mit diesen Listen ausgestattet, werden Schülergruppen gebildet, in denen möglichst aus jedem Jahrgang ein(e) SchülerIn vertreten ist. Begleitet von LehrerInnen und Eltern ziehen die Kinder den gesamten Vormittag in Lehmen und Moselsürsch von Haus zu Haus, lesen vorbereitete Texte vor und bitten für diesen Einsatz um eine Spende.
Selbst gebastelte Lese-Eulen als Dankeschön
In diesem Jahr steckten die Texte der Kinder dabei zum Teil in selbst gebastelten Umschlägen, und jede Familie bekam eine selbst gebastelte Lese-Eule als Dankeschön.
Die besuchten Lehmener erfreuen sich stets an diesem ungewöhnlichen Besuch. Sie kommen mit den Kindern ins Gespräch, lassen sich berichten und verabschieden die Gruppen stets mit dem Wunsch eines Wiedersehens.
Auf den Lehmerhöfen gab es sogar ein regelrechtes Lese-Picknick, als sich einige der interessierten Familien am Brunnen trafen und sich so ein wunderbares, größeres Publikum ergab.
Erlös wird geteilt
Dieses Jahr errangen die fleißigen SchülerInnen eine Spende von insgesamt 355 Euro. Wie den Familien mitgeteilt wurde, wird dieser Betrag halbiert. Ein Teil des Geldes kommt dem Förderverein der Schule zugute für die Anschaffung neuer Bücher für die Schulbibliothek. Der andere Teil wird der „Stefan-Gemmel-Schule“ in dem afrikanischen Land Mali gespendet. Dort wurde nämlich eine Grundschule nach dem Kinder- und Jugendbuchautoren benannt. Stefan Gemmel möchte, dass daraus eine lebendige Partnerschaft wird. Er setzt alles daran, diese Schule bestmöglich zu unterstützen, und die Lehmener Kinder und das Kollegium standen ihm gern zur Seite, denn so schließt sich nun der Kreis von der ersten Idee vor einigen Jahren bis zu dieser sehr persönlichen Spende in diesen Tagen.
Bedanken konnte sich der Autor mit einem sehr speziellen Geschenk. Von dem Verein „Mali-Hilfe e.V.", der sich für den Bau von Schulen, Brunnen und Krankenhäusern in dem benachteiligten Land einsetzt und über den die Stefan-Gemmel-Schule initiiert wurde, brachte er einen handgewebten Teppich aus Mali sowie viele Fotos und Infos zur Schule mit.
Lehrer und Eltern begleiteten die Kinder bei ihrem Lesezug.
In Mali freut man sich über die Unterstützung aus Lehmen.
