Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven:
Vorstandssitzung der Deinhard-Stiftung
Zu Beethovens engsten Freunden gehörte der begabte Mediziner Franz Gerhard Wegeler (1765-1848). Durch ihn wurde der junge Musiker bei der kunstliebenden Bonner Familie von Breuning eingeführt, die für beide zu einem wichtigen Lebenszentrum werden sollte. Helene von Breuning (1750-1838) kümmerte sich intensiv um Beethoven und wurde zu einer seiner Hauptbezugspersonen. Ihre Kinder Eleonore (1771-1841) und Lorenz (1776-1798) waren seine Klavierschüler und blieben ebenso wie ihre Brüder Stephan (1774-1827) und Christoph (1773-1841) zeitlebens eng mit ihm verbunden.
Auch Franz Gerhard Wegeler, der Eleonore von Breuning 1802 heiratete, stand bis zum Tod des Komponisten in intensivem, herzlichen Kontakt mit ihm. Zunächst in Bonn als Professor an der Kurfürstlichen Universität und als Arzt tätig, übersiedelte er 1807 nach Koblenz, wo er sich außerordentlich erfolgreich für die Verbesserung der allgemeinen medizinischen Versorgung der Bevölkerung einsetzte.
Das Gedenken in Ehren halten
Wie Franz Gerhard Wegeler selbst, so pflegten auch seine Nachfahren das Andenken an Beethoven und sorgten für die Bewahrung der in Familienbesitz erhaltenen Erinnerungsstücke. So gründete sein Enkel Geheimrat Julius Wegeler (1836-1913) die Julius-Wegelersche-Familienstiftung, in der bis heute zahlreiche Briefe, Notenmanuskripte und Souvenirs erhalten geblieben sind. Nach seiner Heirat mit Emma Deinhard (1838-1904), der Enkelin des Gründers der Firma Deinhard in Koblenz, legte Julius Wegeler den Grundstein für den Erfolg des Hauses Deinhard-Wegeler, das seitdem zu einer der renommiertesten Wein- und Sektkellereien Deutschlands wurde.
Auch im 20. Jahrhundert blieb die Familie der Musik und Kulturförderung eng verbunden und initiierte anlässlich des 175. Deinhard-Firmenjubiläums 1969 die Gründung der Deinhard-Stiftung. Nach dem Verkauf von Deinhard an die Sektkellerei Henkell & Co. im Jahr 1997 kam auch die Stiftung unter deren Dach. Sie trägt auch heute noch zur Erhaltung und Instandsetzung des Museums Mutter-Beethoven-Haus bei. Der Vorstand der Stiftung setzt sich aus zwei Vertretern der Firma Henkell-Freixenet (derzeit das Vorstandsmitglied Jan Rock und der Direktor Controlling/Finanzen, Hans-Werner Maul) und zwei Vertretern der Stadt Koblenz zusammen (derzeit Kulturdezernentin PD Dr. Margit Theis-Scholz und dem Direktor des Mittelrhein-Museums Dr. Matthias von der Bank).
Seit 2014/15 wurde Dr. Silke Bettermann (Beethoven-Haus, Bonn) mit der Ausarbeitung eines neuen Konzepts für das Museum Mutter-Beethoven-Haus beauftragt, welches seither Schritt für Schritt im Zuge der Renovierungsarbeiten umgesetzt wird. Die Deinhard-Stiftung unterstützt dieses Vorhaben maßgeblich mit ihren Mitteln, über deren Verwendung jährlich vom Vorstand entschieden wird. Ziel ist es, bis zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 das Haus in der neuen Form einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch eine moderne Gestaltung und eine inhaltlich dem Stand der Wissenschaft entsprechende Präsentation soll das Museum zukünftig als authentische Beethoven-Gedenkstätte wirken.
Pressemitteilung Stadt Koblenz
